Prof. Dr. Claudia Mareis erforscht aktuell die Rolle von Materialien und Bildern als aktive Akteure in digitalen und analogen Kontexten, insbesondere im Rahmen des Exzellenzclusters 'Matters of Activity'. Ihre Arbeit beleuchtet die Wechselwirkungen zwischen Design, Wissenschaft und Kulturgeschichte, um zu verstehen, wie kreative Praktiken und Wissenskulturen im 20. und 21. Jahrhundert funktionieren. Für Unternehmen und Organisationen ist ihre Expertise relevant, wenn es darum geht, die kulturellen und historischen Dimensionen von Innovation, Designprozessen und der Integration neuer Technologien zu verstehen. Sie bietet keine technischen Lösungen, sondern liefert theoretische und methodologische Rahmenbedingungen für die Analyse von Kreativität, Materialität und Wissensproduktion in interdisziplinären Projekten.
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Prof. Dr. Claudia Mareis
HU-FIS-Profil ↗EXC 2025: Matters of Activity. Image Space Material
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Förderer: DFG Exzellenzstrategie Cluster Zeitraum: 01/2019 - 12/2025 Projektleitung: Prof. Dr. phil. Wolfgang Schäffner, Prof. Dr. Claudia Mareis
Claudia Mareis ist Co-Director dieses Exzellenzclusters an der Humboldt-Universität zu Berlin und leitet ihn gemeinsam mit Horst Bredekamp, Peter Fratzl und Wolfgang Schäffner.
Von 2013 bis 2021 leitete sie dieses Institut an der FHNW Academy of Art and Design in Basel und baute dort eine interdisziplinäre Forschungsgruppe auf.
Sie leitete von 2013 bis 2021 das Critical Media Lab an der FHNW Academy of Art and Design in Basel.
J.B. Metzler eBooks · DOI
Der vorliegende Text geht davon aus, dass Design und Wissenschaft keine homogenen, in sich geschlossenen Felder sind, sondern vielmehr ein komplexes, dynamisches Wirkungsgefüge von historischen, sozialen und kulturellen Diskursen, Akteur/innen und Praktiken bilden, die miteinander interagieren und manchmal auch in Konflikt zueinanderstehen (vgl. Mareis 2017). Je nach Untersuchungsperspektive lassen sich sowohl Gemeinsamkeiten als auch signifikante Unterschiede zwischen den beiden Feldern und den damit verbundenen Wissenskulturen, Praktiken und Selbstverständnissen identifizieren. So werden gleichermaßen im Design als auch in den wissenschaftlichen Disziplinen Dinge erforscht, erfunden, entworfen, analysiert, modelliert, konstruiert, synthetisiert und hergestellt. Beide Felder haben im Verlauf der Zeit zudem eine Vielzahl von Methoden und Strategien entwickelt, um mit unklaren Problem- und Sachlagen, mit ‚bösartigen Problemen‘ (vgl. Rittel/Webber 1973), produktiv umzugehen, und beide erheben für sich schließlich den Anspruch, auf mehr oder weniger systematische Weise neuartige Erkenntnisse und Artefakte hervorzubringen. Dagegen unterscheiden sich die feldspezifischen Diskurse, das professionelle Handeln, die soziale Habitualisierung der Akteur/innen oder die Kriterien, nach denen Methoden oder Ergebnisse bewertet werden, kurz: die Spielregeln und Sprachspiele der beiden Felder, zum Teil erheblich. Jede Bestimmung des Verhältnisses von Design und Wissenschaft hat es daher sowohl mit Schnittstellen als auch mit Grenzziehungen zu tun. Diese sind nicht notwendigerweise nur in der Sache selbst begründet, sondern ergeben sich auch aus der Art des analytischen Zugangs und der theoretischen Modellierung.