Prof. Mareis erforscht die historischen, theoretischen und methodologischen Grundlagen von Design als Wissenskultur und untersucht, wie Design und Wissenschaft als dynamische, sich gegenseitig beeinflussende Felder miteinander interagieren. Sie analysiert experimentelle Designpraktiken, die Kulturgeschichte von Kreativität und Design-Materialpolitik im 20. Jahrhundert, um zu verstehen, wie Design-Wissen entsteht und sich gesellschaftlich auswirkt. Für Unternehmen und öffentliche Institutionen ist diese Forschung relevant, um Design nicht nur als Gestaltungswerkzeug, sondern als strategisches Wissenssystem zu begreifen — etwa bei der Entwicklung von Innovationsprozessen, der Dokumentation von Designpraktiken oder der Reflexion von Materialentscheidungen in Produktentwicklung und Kultureinrichtungen.
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Prof. Dr. Claudia Mareis
HU-FIS-Profil ↗EXC 2025: Matters of Activity. Image Space Material
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Förderer: DFG Exzellenzstrategie Cluster Zeitraum: 01/2019 - 12/2025 Projektleitung: Prof. Dr. phil. Wolfgang Schäffner, Prof. Dr. Claudia Mareis
J.B. Metzler eBooks · DOI
Der vorliegende Text geht davon aus, dass Design und Wissenschaft keine homogenen, in sich geschlossenen Felder sind, sondern vielmehr ein komplexes, dynamisches Wirkungsgefüge von historischen, sozialen und kulturellen Diskursen, Akteur/innen und Praktiken bilden, die miteinander interagieren und manchmal auch in Konflikt zueinanderstehen (vgl. Mareis 2017). Je nach Untersuchungsperspektive lassen sich sowohl Gemeinsamkeiten als auch signifikante Unterschiede zwischen den beiden Feldern und den damit verbundenen Wissenskulturen, Praktiken und Selbstverständnissen identifizieren. So werden gleichermaßen im Design als auch in den wissenschaftlichen Disziplinen Dinge erforscht, erfunden, entworfen, analysiert, modelliert, konstruiert, synthetisiert und hergestellt. Beide Felder haben im Verlauf der Zeit zudem eine Vielzahl von Methoden und Strategien entwickelt, um mit unklaren Problem- und Sachlagen, mit ‚bösartigen Problemen‘ (vgl. Rittel/Webber 1973), produktiv umzugehen, und beide erheben für sich schließlich den Anspruch, auf mehr oder weniger systematische Weise neuartige Erkenntnisse und Artefakte hervorzubringen. Dagegen unterscheiden sich die feldspezifischen Diskurse, das professionelle Handeln, die soziale Habitualisierung der Akteur/innen oder die Kriterien, nach denen Methoden oder Ergebnisse bewertet werden, kurz: die Spielregeln und Sprachspiele der beiden Felder, zum Teil erheblich. Jede Bestimmung des Verhältnisses von Design und Wissenschaft hat es daher sowohl mit Schnittstellen als auch mit Grenzziehungen zu tun. Diese sind nicht notwendigerweise nur in der Sache selbst begründet, sondern ergeben sich auch aus der Art des analytischen Zugangs und der theoretischen Modellierung.