Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die Entwicklung und Evaluation von Interventionsprogrammen zur Gesundheitsförderung, Unfall- und Alkoholprävention bei Jugendlichen in Schulen und Sportvereinen. Es werden empirische Sozialforschungsmethoden, insbesondere Längsschnittstudien und quasi-experimentelle Designs, eingesetzt, um die Wirksamkeit dieser Maßnahmen zu überprüfen. Ein zentrales Anliegen ist die Verbesserung des Sozialklimas und die Reduktion von Belastungen im Unterricht durch die Einbindung von Lehrkräften. Die Projekte verfolgen einen partizipativen Ansatz zur Schulentwicklung und Lehrkräftebildung, mit dem Ziel, nachhaltige Präventionsstrategien in der Bildungspraxis zu etablieren.
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Prof. Dr. phil. Matthias Jerusalem
Vor dem Hintergrund der Schülerunfallzahlen in Berlin wird in einem Kooperationsprojekt zwischen der Unfallkasse Berlin, dem Senator für Schule, Jugend und Sport und unserem Lehrstuhl zunächst eine differenzierte Analyse der Unfallursachen und Risikofaktoren erstellt. Im Anschluss werden verschiedene Präventionsmaßnahmen entwickelt und in einer komparativen Interventions- und Evaluierungsstudie auf ihre Wirkungen überprüft.
Es handelt sich um ein längsschnittliches schulisches Interventionsprojekt zur Gesundheitsförderung und Unfallverhütung bei Schülern in der Sekundarstufe I. In einem quasi-experimentellen Evaluationsdesign mit Prä- und Postbefragung werden Wirkungen einer 10monatigen Intervention mit dem Ziel der Gesundheitsförderung durch Reduktion von Belastungen im Unterricht und durch Verbesserung des Klassenklimas überprüft. Die Intervention wird von Lehrern im Unterricht durchgeführt, die zu diesem Zweck vorher trainiert worden sind. Im Interventionszeitraum wird zudem das Ausmaß der Implementation der Maßnahmen erfasst. Geprüft werden Implementationsgrad und Wirksamkeit allgemeiner bzw. fächerübergreifender (Experimentalgruppe 1) und sportunterrichtsspezifischer (Experimentalgruppe 2) Maßnahmen im Hinblick auf die Entwicklung der körperlichen und psychischen Gesundheit im Vergleich zu einer Kontrollgruppe.
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Im Rahmen einer halbjährigen Erprobungsphase und einer zweijährigen Interventionsphase werden Unterrichtsstrategien zur Förderung von Schutzfaktoren im Hinblick auf die Verbesserung motivierten Lernens, die Verminderung von Belastungen und die Stärkung des Sozialklimas in Schulklassen eingesetzt und für Belange der Schulpraxis weiterentwickelt. Das Untersuchungsdesign sieht eine Experimentalgruppe für die allgemeine Intervention (Unterrichtsstrategien für Mathematik, Deutsch, Englisch) und eine Experimentalgruppe für die Intervention im Sportunterricht mit jeweils zwei beteiligten Oberschulen vor. Hinzu kommt eine Kontrollgruppe. Zur Evaluation erfolgt die Dokumentation der Implementation sowie vor Beginn der zweijährigen Interventionsphase eine Anfangs- und zum Ende eine Abschlussbefragung. Hinzu kommen kontinuierliche Befragungen und Interviews während des Interventionszeitraumes. Durch Beratungs- und Supervisionsangebote der wissenschaftlichen Begleitung und Rückmeldungen zu Praxiserfahrungen seitens der Lehrkräfte werden gemeinsam Implementationsstrategien unterstützt und Handlungsanweisungen als Präventionshilfen entwickelt und praxisbezogen optimiert. Ziele sind die Prozess- und Output-Evaluation der auf Erfahrungen von FOSIS beruhenden differenzierteren Interventionsstrategie sowie die Entwicklung eines Praxismanuals für Lehrkräfte zur Unterstützung von Förderstrategien im Unterricht.