Die Forschung von PD Dr. Annette Dorgerloh konzentriert sich auf die Schnittstelle von Filmwissenschaft, Bildwissenschaft und Kulturgeschichte. Im Zentrum stehen die Analyse der Filmszenographie, insbesondere im Kontext der DEFA und der Darstellung der Antike im Kino von der Stummfilmära bis zur digitalen Gegenwart. Die Projekte untersuchen die medialen Bedingungen und die semantische Indienstnahme dieser Bildwelten als Leit- und Massenmedium. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erschließung und Bewahrung des kulturellen Erbes ostdeutscher Filmproduktionen, etwa durch die Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum Potsdam. Die Arbeit verbindet damit historische, ästhetische und museologische Perspektiven.
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PD Dr. Annette Dorgerloh
Das bildwissenschaftliche Projekt widmet sich der Szenographie kinematographierter Antiken von der Stummfilmära bis in die digitale Gegenwart und damit den allelopoietischen Bildwelten des Kinos als Leit- und Massenmedium der Moderne. Untersucht werden sowohl die medialen Bedingungen der Möglichkeit und die Funktionsweise filmszenographischer Antikeentwürfe (UP 1, Dr. des. Marcus Becker) als auch die Semantisierung und (kultur-)politische Indienstnahme dieser vom bewegten Auge der Kamera zu erfassenden Räume, Bauten und Schauplätze (UP 2, PD Dr. Annette Dorgerloh, N.N.).
Im Gegensatz zu einem lange Zeit herrschenden Desinteresse macht sich in den letzten Jahren eine zunehmende Beachtung der mittlerweile historischen ostdeutschen Filmproduktion bemerkbar. Ein bedeutender Schatz dieser Produktion liegt im Filmmuseum Potsdam. Dieser soll im Rahmen des Projektes geborgen und erforscht werden. Ziel dabei ist es, die Filmszenographie der DEFA und ihres UFA-Vorläufers dazu zu nutzen, einen exemplarischen Vorstoß zur Klärung der Konstruktion vordigitaler narrativer Bildsequenzen im Film zu leisten und diese Ergebnisse in die museale Vermittlung von Filmgeschichte einzubetten. Die Untersuchung ist historisch und strukturell angelegt. Sie begreift die Szenographie als wesentlichen Akteur im Bildgeschehen des Films und widmet sich mit bildwissenschaftlichem Instrumentarium und Erkenntnisinteresse dem komplexen Wechselspiel zwischen den Bildwelten graphisch-autonomer Entwürfe, produktionstechnisch eingebundener Zeichnungen und Modelle und den vom bewegten Blick der Kamera erfassten Bildräumen, wie sie im Film umgesetzt wurden. Dabei will das Projekt zu einer Neubestimmung des Verhältnisses von Kunst- und Filmgeschichte beitragen.
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