Dr. Matthias Recke erforscht die politische und territoriale Struktur autonomer Königreiche auf Zypern im 1. Jahrtausend v. Chr. anhand von Primärquellen wie Inschriften und Münzen sowie antiken Texten. Seine Arbeit rekonstruiert die Entstehung und das Ende dieser Stadtkönigtümer und trägt damit zu einem besseren Verständnis antiker Governance-Strukturen und regionaler Machtverteilung bei. Die Ergebnisse sind relevant für Museen, Kulturerbe-Institutionen und archäologische Forschungseinrichtungen, die sich mit antiker Mittelmeergeschichte und Stadtentwicklung befassen.
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Dr. Matthias Recke
HU-FIS-Profil ↗Primärquellen (Inschriften, Münzen) und einige Sekundärquellen (vorderorientalische und griechische Texte) der ersten Hälfte des 1. Jts. v. Chr. belegen die Existenz von rund zehn autonomen Königreichen auf Zypern. Ihre Entstehungszeit wird nach wie vor kontrovers diskutiert, aber ihr Ende kann präzise gegen Ende des 4. Jhs. v. Chr. verortet werden, als die Insel als Außenbesitzung in das Ptolemäerreich integriert wird. Paradoxerweise hat ein konkretes Resultat dieser politischen Fragmentierung der Insel vergleichsweise wenig Beachtung erfahren: die Existenz von verschiedenen Territorien, deren Grenzen und Organisation (v.a. das Verhältnis Territorium-Zentralort). Ziel unseres Projektes ist eine Überwindung von verallgemeinernden Modellen mittels einer holistischen und multidisziplinären Erforschung konkreter regionaler Fallbeispiele. Es bringt Historiker*innen, Archäolog*innen (Spezialist*innen der materiellen Kultur und der Raumanalyse) zusammen für ein einzigartiges, auf andauernden Forschungen basierendes Unternehmen, welches sich mit drei verschiedenen Königreichen auseinandersetzt und das komplexe Problem von kulturellen und politischen Territorien in einem neuen, regionalen Maßstab angeht.Kition, Idalion und Tamassos sind aus mehreren Gründen für Fallstudien prädestiniert. Zunächst sind die drei Königreiche gut in historischen Quellen (Texte und Inschriften) belegt. Aus letzteren erfahren wir, dass die Könige von Kition im Verlauf der klassischen Epoche (5.-4. Jh. v. Chr.) zu Herren von Idalion und Tamassos wurden. Weiter besaßen sie unterschiedliche Hintergründe: Kition gilt traditionell als “phönizisches” Königreich; Idalion und Tamassos waren demnach „griechische“ Binnenkönigreiche ohne Zugang zu Häfen. Alle drei Städte und ihre jeweiligen Territorien können als archäologisch gut erforscht gelten. Ausgrabungen in verschiedenen Bereichen (Nekropolen, Heiligtümer, Siedlungskontexte, Paläste, nachgeordnete Elemente) förderten ein reiches Material zutage. Schließlich sind deutsche und französische Forschergruppen seit längerem in der Gegend tätig.Um die Geschichte der drei Königreiche, ihre reziproken Beziehungen und die territorialen Organisationen in der longue durée besser verstehen zu können, wollen wir alle verfügbaren archäologischen Daten mit denen anderer Quellen unter Einsatz verschiedener Methoden und Disziplinen abgleichen. Es geht darum, einen ersten Schritt in Richtung einer erneuten Betrachtung der Geschichte Zyperns zur Zeit der Königreiche zu machen, eine, welche die Komplexität der regionalen Komponenten in den Vordergrund stellt und wegweisend für die künftige Beschäftigung mit den eisenzeitlichen Königreichen Zyperns sein soll.
Cahiers du Centre d Etudes Chypriotes · DOI
During his trips to Cyprus in 1870 and 1873, the German orientalist and diplomat, Paul Schröder, visited L. Palma di Cesnola’s excavations at Golgoi twice. The first visit, together with Cesnola, took place in spring 1870, very soon after or even during the actual fieldwork. According to his travel notes and diaries, Schröder obtained photographs of the finds during this visit, which he sent to Berlin. This contribution tries to identify these photographs and to put them in the context of the early photographic documentation of Cesnola’s Golgoi finds. It constitutes the fifth chapter on Schröder’s archives, following the ones published by S. G. Schmid in volume 49 (2019) of the Cahiers, and by A. Cannavò and S. G. Schmid in volume 50 (2020).