Dr. Schubert erforscht die Wechselwirkungen zwischen Stadtgrün, Stadtklima und Hitzebelastung in urbanen Räumen. Sein aktueller Fokus liegt auf der Entwicklung und Anwendung von Stadtklimamodellen (insbesondere PALM-4U) zur praxisgerechten Simulation von Temperatureffekten und zur Bewertung von Grünflächenleistungen. Für Kommunen und Stadtplaner liefert er wissenschaftlich fundierte Grundlagen, um Maßnahmen zur Hitzereduktion und zum Schutz von Grünräumen zu planen und zu begründen. Die Forschung ist relevant für Stadtentwicklung, Klimaanpassung und nachhaltiges Flächenmanagement in Ballungsräumen.
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Dr. Sebastian Schubert
HU-FIS-Profil ↗Dieses Projekt untersucht die dynamischen Zusammenhänge zwischen städtischem Klima, urbanen Strukturen und der globalen Klimaänderung mit dem Fokus auf die Hitzestressgefährdung in Berlin, Deutschland. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Untersuchungen liegt dabei auf der räumlichen und zeitlichen Variabilität dieser Größen. Um die Effektivität von Maßnahmen zur Reduktion von Hitzestressgefährdung unter dem Einfluss des globalen Klimawandels einschätzen zu können, werden wir insbesondere sowohl die Interaktion von passiven und aktiven Gebäudekühlmethoden mit der städtischen Atmosphäre als auch das Kühlpotential der städtischen Vegetation untersuchen. Charakteristiken des gegenwärtigen und projizierten Klima für Berlin werden aus allgemein verfügbaren globalen und regionalen Klimasimulations-Ensembles (CMIP5, CORDEX) abgeleitet. Weiterhin werden hochaufgelöste Klimasimulationen für Berlin für die Zeiträume 2001-2010 und 2041-2050 sowie für einzelne vergangene und zukünftige Sommer ausgeführt, mit dem Ziel, potentielle Änderungen der Stadtwirkung auf das Klima unter Klimaänderung zu untersuchen. Für die Simulationen werden das regionale Klimamodell COSMO-CLM und seine Stadtparametrisierung DCEP angewandt. Für die Klimasimulations-Ensembles und die eigenen Klimasimulationen werden Hitzewellen-Statistiken angefertigt und verglichen. Zur Anwendung von COSMO-CLM für diese Forschungsaufgaben wird DCEP um einen Gebäudeenergiemodul (BEM) für die Simulation von Innenraumtemperaturen, des Gebäudeenergieverbrauchs und der anthropogene Wärmeabgabe erweitert. Außerdem werden wir räumlich und zeitlich aufgelöste Verkehrsabwärme berücksichtigen. DCEP-BEM wird mit Beobachtungen evaluiert. Als Voraussetzung für die Anwendung von COSMO-CLM mit DCEP-BEM in den oben genannten Klimasimulationen werden mit Reanalysedaten Simulationen für 2001-2013 hinsichtlich der Qualität der Beschreibung von beobachteten Klimacharakteristiken evaluiert.
Nature Communications · DOI
The canopy layer urban heat island (UHI) effect, as manifested by elevated near-surface air temperatures in urban areas, exposes urban dwellers to additional heat stress in many cities, specially during heat waves. We simulate the urban climate of various generated cities under the same weather conditions. For mono-centric cities, we propose a linear combination of logarithmic city area and logarithmic gross building volume, which also captures the influence of building density. By studying various city shapes, we generalise and propose a reduced form to estimate UHI intensities based only on the structure of urban sites, as well as their relative distances. We conclude that in addition to the size, the UHI intensity of a city is directly related to the density and an amplifying effect that urban sites have on each other. Our approach can serve as a UHI rule of thumb for the comparison of urban development scenarios.
Geoscientific model development · DOI
Abstract. In this paper, we describe the PALM model system 6.0. PALM (formerly an abbreviation for Parallelized Large-eddy Simulation Model and now an independent name) is a Fortran-based code and has been applied for studying a variety of atmospheric and oceanic boundary layers for about 20 years. The model is optimized for use on massively parallel computer architectures. This is a follow-up paper to the PALM 4.0 model description in Maronga et al. (2015). During the last years, PALM has been significantly improved and now offers a variety of new components. In particular, much effort was made to enhance the model with components needed for applications in urban environments, like fully interactive land surface and radiation schemes, chemistry, and an indoor model. This paper serves as an overview paper of the PALM 6.0 model system and we describe its current model core. The individual components for urban applications, case studies, validation runs, and issues with suitable input data are presented and discussed in a series of companion papers in this special issue.
Das Projekt GartenLeistungen erfasst die multidimensionalen Leistungen der urbanen Gärten, Parks und Grünflächen für die Stadtgesellschaft. Das Projektteam untersucht Stoffströme, ökologische sowie soziale Auswirkungen und quantifiziert und bewertet diese auf Grundlage partizipativer Bewertungsverfahren. Reallabore in Stuttgart und Berlin initiieren und begleiten die Planung und den Bau innovativer nachhaltiger blau-grüner Infrastrukturen im öffentlichen Raum sowie die sozialen und stadtpolitischen Prozesse bei der Entwicklung und Sicherung von Grünräumen für die Stadtgesellschaft. Das Teilprojekt quantifiziert die Auswirkungen urbaner Gärten und Parks auf das Stadtklima auf mikro- bis mesoskaliger Ebene und berücksichtigt dabei potenzielle großräumige Verbundeffekte vernetzter Grünstrukturen. Zur Abbildung der Effekte unterschiedlicher Flächennutzungs- und Bewuchsformen gegenüber unterschiedlichen Bebauungs- und Versiegelungsgraden kommt das Stadtklimamodell PALM-4U zum Einsatz. Zur Evaluierung finden Messungen zur kleinräumigen thermischen Belastung und zur Luftgüte statt.
Ziel der Fördermaßnahme ist das in der 1. Phase entwickelte Stadtklimamodell PALM-4U zu einem Produkt weiterzuentwickeln, das praxistauglich für den Einsatz in Kommunen und anderen Anwendern ist, aber auch für wissenschaftliche Forschung eingesetzt werden kann. In Modul A (Verbundprojekt MOSAIK-2) der Fördermaßnahme soll das in der 1. Phase erschaffene Modell PALM-4U weiterentwickelt und evaluiert werden. Dazu sollen bestehende Module weiterentwickelt werden und neue Komponenten implementiert werden. Weiterhin ist der Aspekt Nachhaltigkeit und Verstetigung der Modellentwicklung ein zentraler Aspekt von MOSAIK-2. Weiterentwicklungen sind vor allem hinsichtlich Luftchemie/ Schadstoffausbreitung und Emissionsmodellierung, Strahlungstransfer und Multiagentenmodell geplant. Neue Modellkomponenten umfassen die Aspekte von Lärm, Sturmschäden an Bäumen (Windwurf), Wolken und (Extrem-)Niederschlägen und Überflutungen, Photovoltaik, sowie Effekte von gefrorenem Wasser in Form von Schnee und Eis. Modelloptimierungen hinsichtlich Parametrisierung von Gebäuden, neuen Rechnerarchitekturen, Etablierung einer Community-Modellstruktur werden die Nachhaltigkeit des Modells über die Förderperiode hinaus sicherstellen. Der Modellevaluation kommt besondere Bedeutung zu und beinhaltet auch die Überprüfung der Modellunsicherheiten bzgl. Eingangsdaten sowie deren Bereitstellung.Dieses Teilprojekt TP5 arbeitet insbesondere mit TP6 an einem neuen Strahlungstransfermodell und verbessert das bisherige Strahlungstransfermodell und die Parametrisierung für nicht-gebäudeauflösende Simulationen.
Geoscientific model development · DOI
Abstract. The Radiative Transfer Model (RTM) is an explicitly resolved three-dimensional multi-reflection radiation model integrated into the PALM modelling system. It is responsible for modelling complex radiative interactions within the urban canopy. It represents a key component in modelling energy transfer inside the urban layer and consequently PALM's ability to provide explicit simulations of the urban canopy at metre-scale resolution. This paper presents RTM version 3.0, which is integrated into the PALM modelling system version 6.0. This version of RTM has been substantially improved over previous versions. A more realistic representation is enabled by the newly simulated processes, e.g. the interaction of longwave radiation with the plant canopy, evapotranspiration and latent heat flux, calculation of mean radiant temperature, and bidirectional interaction with the radiation forcing model. The new version also features novel discretization schemes and algorithms, namely the angular discretization and the azimuthal ray tracing, which offer significantly improved scalability and computational efficiency, enabling larger parallel simulations. It has been successfully tested on a realistic urban scenario with a horizontal size of over 6 million grid points using 8192 parallel processes.