Prof. Kroh erforscht die Herausforderungen für liberale Demokratien und die Infragestellung liberaler Werte in Gesellschaften. Sein aktueller Schwerpunkt liegt im Exzellenzcluster SCRIPTS auf der Analyse, wie das liberale Organisationsprinzip der individuellen Selbstbestimmung durch autoritäre Staaten, nichtstaatliche Gewaltakteure und interne Spannungen unter Druck gerät. Für Unternehmen und öffentliche Institutionen ist dieses Wissen relevant, um Governance-Strukturen, Risiken für demokratische Institutionen und gesellschaftliche Stabilitätsfaktoren besser zu verstehen. Die Forschung verbindet politikwissenschaftliche und historische Perspektiven, um die Widersprüche und Umbrüche liberaler Ordnungen systematisch zu erfassen.
🔒 Das System hat 125 mögliche Industrie-Partner gefunden — Firmen, Scores und Begründungen sind nur für eingeloggte Nutzer:innen sichtbar. Anmelden
Prof. Dr. Martin Kroh
HU-FIS-Profil ↗Zu den Zielen von GeFam zählt vor allem die substanzielle Verbesserung der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsdateninfrastruktur zur Untersuchung der Lebenslagen von Geflüchteten in Deutschland. Dieses Ziel verfolgen wir mit der Durchführung einer repräsentativen Befragung von Geflüchteten, insbesondere solchen, die mit ihren Kindern oder anderen minderjährigen Familienangehörigen im Zeitraum von 2013 bis Januar 2016 nach Deutschland kamen. Die Stichprobenziehung der etwa 1.600 Familien erfolgt auf Grundlage einer bestehenden Kooperation zwischen SOEP, dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sowie dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) aus dem Ausländerzentralregister. Zu den Themen der Befragung gehören die Lebenssituation der Schutzsuchenden, schulische wie berufliche Bildung sowie die aktuelle berufliche Situation und gesellschaftliche Teilhabe. Die Forschungsdaten werden zeitnah im Anschluss an die Datenerhebung geprüft sowie nutzerfreundlich und in faktisch-anonymisierter Form im In- und Ausland für Forschungszwecke über das Forschungsdatenzentrum des SOEP und des IAB bereitgestellt. Zudem ist vorgesehen, eine Verknüpfung der Befragungsdaten mit den Integrierten Erwerbsbiografien (IEB) des IAB vorzunehmen und für Analysen zugänglich zu machen.
PLoS ONE · DOI
Physical activity and sports have repeatedly been reported to be associated with telomere length. We studied the association of different types of sports across different stages of life on relative leukocyte telomere length (rLTL) in advanced age.815 participants (397 men) from the Berlin Aging Study II aged over 61 years were included in the analysis. rLTL was measured by real time PCR and physical activity was determined retrospectively by questionnaire, assessing type and duration of sports in the past as well as currently. Five separate multiple linear regression models adjusted for various control variables were performed. 67.3% of participants exercised currently, whereas 19.4% performed sports only between the age of 20 and 30. rLTL was higher in subjects who stated to exercise currently (N = 456), and in subjects who engaged in endurance (N = 138) or intensive activity sports (N = 32). Current physical activity was positively associated with rLTL in the risk factor adjusted regression model (β = 0.26, p < 0.001) and practicing sports for a minimum of 10 years preceding the assessment had a significant effect on rLTL (β = 0.39, p = 0.011). The highest impact was seen for intensive activity sports (β = 0.79, p < 0.001) and physical activity since at least 42 years (β = 0.47, p = 0.001). However, physical activity only between 20 and 30 years of age did not affect rLTL in old age when compared to no sports at all (β = -0.16, p = 0.21). Physical activity is clearly associated with longer rLTL. The effect is seen with longer periods of physical activity (at least 10 years), with intensive sports activities having the greatest impact on rLTL. Our data suggest that regular physical activity for at least 10 years is necessary to achieve a sustained effect on rLTL.
Das liberale Skript, verstanden als Ideen und institutionelle Vorgaben für die Organisation von Gesellschaften auf der Basis des Kernprinzips individueller Selbstbestimmung, steht unter Druck. Einige der größten Herausforderungen für liberale Demokratien gehen von autoritären Staaten sowie nichtstaatlichen Gewaltakteuren aus, die liberale Werte ablehnen. Innerhalb liberaler Gesellschaften stellen populistische Bewegungen und Parteien die vorherrschende Interpretation liberaler Ideen in Frage. Das liberale Skript sieht sich nicht zum ersten Mal weitreichenden Herausforderungen gegenüber. Es hat sich durch die Auseinandersetzung mit seinen Gegnern innerhalb und außerhalb liberaler Gesellschaften entwickelt. Die gegenwärtigen Herausforderungen überraschen im historischen Vergleich aber insofern, als sie trotz abnehmender Anzahl zwischenstaatlicher Kriege, anhaltender Wachstumsraten und dem Rückgang absoluter Armut in vielen Ländern des globalen Südens, moderater Arbeitslosenzahlen in den meisten Volkswirtschaften des globalen Nordens sowie einer allgemeinen Verbesserung des Human Development Index auftreten. Der Exzellenzcluster SCRIPTS betrachtet die gegenwärtigen Auseinandersetzungen um das liberale Skript aus einer historischen, globalen und vergleichenden Perspektive mit dem Ziel, Antworten auf drei Fragenkomplexe zu geben: (1) In welchem Maße hinterfragen Herausforderer des liberalen Skripts seinen Kern? Welche Alternativen gibt es zum liberalen Gesellschaftsmodell, und welche normative Wirkungskraft entfalten sie? Wie verhalten sich gegenwärtige Auseinandersetzungen zu früheren Anfechtungen?(2) Welche Ursachen haben diese Auseinandersetzungen? Unter welchen Bedingungen verliert oder gewinnt das liberale Skript an normativer Wirkungskraft, wann steigt die Bedeutung alternativer Skripte? Haben sich die Ursachen für die Herausforderungen des liberalen Skripts über die Zeit verändert?(3) Welche Auswirkungen haben die Auseinandersetzungen um das liberale Skript? Handelt es sich bei den Herausforderungen um temporäre Erscheinungen oder langfristige Entwicklungen, die zum Relevanzverlust des liberalen Skripts führen? Welche Folgen haben die Auseinandersetzungen für Politik, Gesellschaft und Individuen sowie für die globalen Herausforderungen im 21. Jahrhundert?Um diese Fragen zu beantworten, integriert SCRIPTS Sozialwissenschaften und Regionalstudien mit ihren westlichen und nicht-westlichen Perspektiven, ihren quantitativen und qualitativen Methoden sowie generalisierenden Konzepten und lokalen Wissensbeständen. Das Konzept der doppelten Reflexivität verbindet diese unterschiedlichen Perspektiven. Unser Ziel ist verallgemeinerungsfähiges Wissen, das sich dennoch der Relativität der Wissensproduktion bewusst ist. Dieser Ansatz verbindet unterschiedliche theoretische und methodische Zugänge auf konstruktive Weise. Er erlaubt dem Cluster, neue Antworten und Einsichten auf einige der wichtigsten gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit zu finden.
The Journals of Gerontology Series A · DOI
BACKGROUND: Excessive loss of muscle mass in advanced age is a major risk factor for decreased physical ability and falls. Physical activity and exercise training are typically recommended to maintain muscle mass and prevent weakness. How exercise in different stages of life relates to muscle mass, grip strength, and risk for weakness in later life is not well understood. METHODS: Baseline data on 891 participants at least 60 years old from the Berlin Aging Study II (BASE-II) were analyzed. Linear and logistic regressions of self-reported exercise in early adulthood, old age, or both on appendicular lean mass (ALM), grip strength, and a risk indicator for weakness (ALM/ body mass index cutoff) were calculated. In addition, treatment bounds are analyzed to address potential confounding using a method proposed by Oster. RESULTS: Analyses indicate that for men only, continuous exercise is significantly associated with higher muscle mass (SD = 0.24, p < .001), grip strength (SD = 0.18, p < .05), and lower risk for clinically relevant low muscle mass (odds ratio = 0.36, p < .01). Exercise in early adulthood alone is not significantly associated with muscle mass or strength. No significant associations were observed for women. CONCLUSIONS: The results of the current study underscore the importance of health programs to promote physical activity with a focus on young adults, a group known to be affected from environmentally associated decline of physical activity, and to promote the continuation of physical exercise from early adulthood into later life in general.
Zeitschrift für Soziologie · DOI
Zusammenfassung: In dieser Studie gehen wir der Frage nach, welche Faktoren die einkommensbedingten Unterschiede in der Mortalität erklären können. Auf der Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) werden ereignisanalytische Modelle der Mortalität ab dem Alter 65 geschätzt, die Auskunft über den Mediatoreffekt von acht Faktorenbündeln geben. Als Mediatoren zwischen Einkommen zum Alter 65 und Mortalität werden Bildung, Demographie, soziale Herkunft, berufliche Belastung, subjektive Bewertung der ökonomischen Situation, soziale Aktivitäten und Netzwerke, Sport sowie der Gesundheitszustand herangezogen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Berücksichtigung von Sport, Bildung, sozialen Netzwerken und Gesundheit den Zusammenhang zwischen Einkommen und Mortalität bei Männern reduzieren. Bei Frauen haben soziale Netzwerke die entscheidende Bedeutung für einkommensbedingte Unterschiede der Mortalität.