Prof. i. R. Dr. rer. pol. Hartmut Häußermann
HU-FIS-Profil ↗In dem Projekt wird die Rolle der Stadtplanung und der Stadtpolitik in zwei physisch und symbolisch vereinten, aber umkämpften Umwelten untersucht. Die öffentliche Planung und die Stadtpolitik in Jerusalem und Berlin sollen vergleichend untersucht werden, um Erfahrungen auszuwerten, die aus Planungsproblemen gewonnen werden, die im Kontext einer vollzogenen Vereinigung entstanden sind. Die beiden Städte werden als umkämpft betrachtet angesichts der ethnischen und politischen Teilungen, die in beiden Städten existieren. Der Vergleich von Planung und Politik erstreckt sich auf drei Hauptgebiete von städtischen Interesse: Wohnprobleme von Zuwanderern, ökonomische Entwicklung am Beispiel des Tourismus und Symbole der Vereinigung. In diesen drei Feldern, so wird vermutet, zeigen sich die Dilemmata einer Stadtpolitik, die zur Überwindung der Teilung beitragen möchte. Für die drei genannten Felder sollen die wichtigsten Planungsansätze, Instrumente und Verfahren analysiert werden, um die Erfahrungen jeder Stadt für einen Vergleich zusammenzustellen. Daraus sollen Anhaltspunkte für einen wechselseitigen Lernprozess gewonnen werden.
Seit dem Ende des Ost-West-Konflikts und der Globalisierung ökonomischer Beziehungen werden die Städte der westlichen Länder einem tiefgreifenden Wandel ausgesetzt. Dies führt in den Großstädten zu verstärkter sozialräumlicher Polarisierung. Zunehmend bildet sich eine Kluft zwischen den an die funktionierenden Bereiche der städtischen Ökonomie angebundenen Quartieren der Mittelschichten und marginalisierten Quartieren, die hohe Arbeitslosigkeit, Armut und sozial Instabilität kennzeichnen. Wir fragen danach, 1. in wie weit sich diese sozialräumliche Polarisierung in einer Auflösung von gemeinsamen Problemdefinitionen und Politikvorstellungen von Stadtbewohnern niederschlägt und 2. wie diese unterschiedlichen Quartiere in den Wahrnehmungen und Entscheidungsprozessen von Politikern repräsentiert sind.Wir vergleichen ausgegrenzte und privilegierte Gebiete in den Städten Berlin, Leipzig, Mannheim und Köln dahin gehend, ob die politische Integration auf stadtgesellschaftlicher Ebene noch gegeben ist bzw. gefördert werden kann.
Die europäischen Städte sind durch den sozio-ökonomischen Wandel der letzten drei Jahrzehnte, der in Zusammenhang mit ökonomischer und kultureller Globalisierung steht, einem tiefgreifenden Wandel ihrer sozialen und räumlichen Struktur unterworfen, der zu neuen Formen sozialräumlicher Ungleichheit führt. Die Stadtpolitik reagiert darauf mit neuen Konzepten und Instrumenten, die sich - abhängig von nationalen Regulierungen - allerdings voneinander unterscheiden. Daher sind auch die Folgen dieses Wandels durchaus unterschiedlich. In dem Projektwerden Forschungsaufenthalte (Fellowships) und Workshops für junge Wissenschaftler, die sich mit diesen Problemen befassen, an den beteiligten Universität finanziert.
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