Dr. phil. Kathrin Schade
HU-FIS-Profil ↗Der Codex Pighianus, in Besitz der Staatsbibliothek Berlin (Ms.Lat° 61), verfasst von dem niederländischen Humanisten Stephanus V. Pighius (1520-1604), repräsentiert antiquarisches Wissen der frühen Neuzeit in methodisch richtungsweisender Art. Das Projekt beabsichtigt, die 398 Codex-Seiten mit Zeichnungen und Inschriften antiker Zeugnisse erstmals systematisch aufzunehmen, zu kommentieren, die wissenschaftliche Methodik und Denkweise des Pighius zu erschließen und diese in ihrem wissenschaftsgeschichtlichen wie kulturhistorischen Kontext zu interpretieren. Darüber hinaus wird die Relevanz des Codex für die Entwicklung der Altertumswissenschaften vom 17. bis in das 20. Jh. thematisiert.
In der Klassischen Archäologie und Kunstgeschichte wurde das Thema Antikerezeption bisher hauptsächlich epochenspezifisch diskutiert (z.B. Antikenrezeption im Hochbarock, Antikensammlungen im 18. Jahrhundert ). Eine systematische Betrachtung nach strukturellen Kategorien war in der wissenschaftsgeschichtlichen Forschung beider Fächer bisher ein Desiderat: Die Tagung beabsichtigte, in einer zeitlich übergreifenden Sicht die Relationen und Kommunikationsformen zwischen den Schauplätzen antiker Hinterlassenschaften und den Kontakt- und Wirkungsräumen der Antikeforschung zu thematisieren. Zugleich möchte die Tagung einen interdisziplinären Beitrag zum aktuellen Diskurs über Diffusion und Wissenstransfer der Frühen Neuzeit und Moderne leisten - mit der speziellen Schwerpunktsetzung auf antiquarische und künstlerische Wissenskommunikation zwischen Rom, Italien und Europa. Sie kooptiert mit dem Sonderforschungsbereich 644 "Transformation der Antike". Die Tagung fand vom 21.-23.02.05 mit Erfolg statt. Momentan ist die Publikation der Tagungsbeiträge in Arbeit.
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