Prof. Dr. sc. nat. Elke van der Meer
HU-FIS-Profil ↗Das Institut für Psychologie, Fachgebiet Kognitive Psychologie, beteiligt sich im Rahmen des hier vorgestellten Themas an einem Projekt, in dem thematisiert wird, wie verschiedene Umwelten auf den Menschen wirken und wie sich Menschen in diesen Umwelten verhalten. Dabei spielt die Umweltwahrnehmung und bewertung eine wichtige Rolle. Das betrifft einerseits z.B. die Frage, wie die Wahrnehmung intakter oder belasteter Umwelt verarbeitet und bewertet wird und welches Verhalten daraus folgt. Andererseits geht es um die Auswirkungen von Umweltbelastungen auf die psychische Gesundheit.<br>Daraus ergeben sich verschiedene Zielstellungen für Untersuchungen, die primär auf theoretischen Konzeptionen und methodische Vorgehensweisen der Kognitionspsychologie und teilweise auch der Sozialpsychologie basieren: <br>- Bestimmung von Zusammenhängen zwischen objektiven Gegebenheiten der Lebensumwelt und ihrer subjektiven Wahrnehmung; <br>- Analyse der Bewertung objektiver Gegebenheiten der Lebensumwelt und daraus resultierender Verhaltensweisen; <br>- Erfassung des Umweltbewußtseins der untersuchten Personen:<br>- Beastimmung von Personenfaktoren und kognitiven Mechanismen, die für die Herausbildung und Spezifik des Umweltbewußtsein besonders relevant sind. <br>Derartige Erkenntnisse sind für eine optimale Stadtplanung bedeutsam: Angesichts der zu erwartenden pareto-optimalen Ergebnisse bei der Bestimmung der Integrität von Ökosystemen in Stadträumen können die psychologischen Befunde wirksam in die Entscheidungsfindung einbezogen werden.<br>Die bestehenden Kooperationsbeziehungen zu Einrichtungen der Charite (Klinik für Neurologie und Psychiatrie) könnten perspektivisch für eine intensivere kognitionspsychologisch-neurowissenschaftlich orientierte Analyse der an der Umweltwahrnehmung und bewertung beteiligten basalen kognitiven Strukturen und Verarbeitungsmechanismen ausgebaut werden.
Ziel der Untersuchung ist die Identifizierung von Kriterien, die für die Beurteilung der Sauberkeit von Straßen, Gehwegen, Parks und anderen öffentlichen Plätzen in Großstädten von Menschen herangezogen werden. Es ist zu vermuten, dass diese Kriterien nicht vollständig mit den Kriterien, die im Auftrag der öffentlichen Stadtreinigungsbetriebe fixiert sind, übereinstimmen. Die Aufklärung dieser möglichen Diskrepanz ist von besonderem Interesse für den Auftraggeber (u.a. Berliner Stadtreinigung), um die eigenen Reinigungsarbeiten zu optimieren. Die Untersuchung erfolgt in mehreren Phasen: 1. Freie Befragung von Passanten bezüglich relevanter Sauberkeitskriterien, 2. Rangordnung der genannten Kriterien, 3. Gezielte Konstruktion von sauberen und unsauberen Straßenszenen und deren Beurteilung.
Begriffliches Wissen über komplexe, zeitlich geordnete Folgen von Ereignissen spielt bei der Bewältigung von Alltagshandlungen, wie z.B. dem Kaffee kochen, eine wichtige Rolle. Bislang ist nicht befriedigend geklärt, wie dieses Wissen im Gedächtnis repräsentiert ist und anforderungsabhängig bereit gestellt wird (Rosen et al., 2003). Ein dazu entwickeltes, bislang aber nur an klinischen Patientengruppen getestetes Modell stammt von Humphreys et al. (2001). Das Modell postuliert, dass vertraute Ereignisfolgen ausschließlich hierarchisch organisiert sind und im ressourcenbegrenzten Arbeitsgedächtnis bereit gestellt werden (Aktivationsgradient). Das Projekt hat zum Ziel, diesen Modellansatz kritisch zu prüfen. Neben Verhaltensdaten werden aufgabenabhängige Pupillenreaktionen zur Erfassung des Zeitverlaufs der Ressourcenkonsumtion genutzt. Untersuchung 1 geht der Frage nach, ob die Reihenfolge von Ereignissen innerhalb vertrauter Ereignisfolgen auf das Wirksamwerden eines Aktivationsgradienten zurückführbar ist. In Untersuchung 2 wird geprüft, ob neben dieser hierarchischen Ordnungsstruktur Effekte einer weiteren Ordnungsstruktur (Zentralität, vgl. Galambos & Rips, 1982) nachweisbar sind. Die Untersuchungen 3 und 4 prüfen Positions- und Richtungseffekte in vertrauten Ereignisfolgen. Derartige Effekte gelten als Hinweis auf eine lineare Ordnungsstruktur. In Untersuchung 5 soll die Ressourcenkonsumtion bei der Bereitstellung von Ereignisfolgen analysiert werden. Untersuchung 6 schließlich fragt, wie sich die individuelle Kapazität des Arbeitsgedächtnissess auf die Bereitstellung von Ereignisfolgen auswirkt.
Noch keine Publikationen aus OpenAlex zugeordnet.