Prof. Dr. phil. Susanne Falkenhausen
HU-FIS-Profil ↗Das Vorhaben untersucht und vergleicht Konzepte von Visualität, ihre Anwendung und Wirksamkeit in der Kunstgeschichte und den Visual Culture Studies. Visualität als ein beiden Fächern gemeinsames Feld ist Ausgangspunkt für eine strukturierende Analyse des konfliktreichen Verhältnisses von Kunstgeschichte und Visual Culture Studies, wie es sich seit den frühen 1990er Jahren in der Auseinandersetzung um die Deutungshoheit gegenüber der visuellen Kultur der Gegenwart in der Folge von globaler Migration und Wirtschaft, neuen Medientechnologien und -kulturen sowie Identitätspolitiken im Konflikt von Globalität und Lokalität entwickelt hat. Ziel dieses komparatistisch angelegten, wissenschaftshistorisch orientierten Projektes ist es, unter Einbeziehung aktuellsten Materials zu klären, inwieweit die Kunstgeschichte ein relational und performativ begriffenes Konzept von Visualität, wie es die Visual Culture Studies zum Paradigma erhoben haben, in ihre gegenstandsbestimmte Formation bereits aufgenommen hat bzw. aufnehmen sollte, welche theoretischen und methodologischen Fragen dies aufwirft und wie sich dies auf die Statusbestimmung des Gegenstandes der Kunstgeschichte auswirkt. Zugleich sollen die Visual Culture Studies auf ihren Umgang mit den Gegenständen der visuellen Kultur in der Forschungspraxis, bezogen auf das Paradigma der Visualität, befragt werden.
Erstellung des Opus Magnum im Rahmen der Förderinitiative "Pro Geisteswissenschaften" der Thyssen Stiftung. Das Projekt untersucht das konfliktreiche Verhältnis von Kunstgeschichte als einer bereits „klassisch“ gewordenen Wissenschaft und den Visual Culture Studies als neuer „Indisziplin“ (Mitchell). Seit den frühen 1990er Jahren hat sich dieser Konflikt in der Auseinandersetzung um die Deutungshoheit gegenüber der visuellen Kultur der Gegenwart in der Folge von globaler Migration und Wirtschaft, neuen Medienkulturen und Identitätspolitiken herausgebildet. Ziel der Untersuchung ist, eine konstruktive Auseinandersetzung mit den theoretischen Debatten sowie den wissenschaftspolitischen und legitimatorischen Konflikten zwischen Kunstgeschichte und Visual Culture Studies zu ermöglichen und fruchtbare Transfers ebenso wie sinnvolle Begrenzungen der beiden Gebiete im Sinne einer praxiseffizienten Dialektik zwischen Interdisziplinarität und Disziplinspezifik zu entwerfen. Dies soll geschehen mit komparatistisch angelegten Lektüren exemplarischer Texte.
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