Dr. rer. soc. Marina Hennig
HU-FIS-Profil ↗<p>Dieses Projekt wird im Rahmen eines internationalen, interdisziplinären Kooperationsnetzwerks zwischen jungen Wissenschaftler aus Deutschland und Amerika realisiert. An dem Netzwerk beteiligt sind Prof. Dr. Ulrik Brandes (Fachbereich Informatik & Informationswissenschaft, Universität Konstanz), PD Dr. Lothar Krempel (Max Planck Institut für Gesellschaftsforschung, Köln), Prof. Dr. Michael Schnegg (Juniorprofessur für Ethnologie, Universität Hamburg), Prof. Stephen Borgatti, Ph.D. (Department of Organization Studies, Boston College) und Dr. oec. Ines Mergel (John F. Kennedy School of Government, Harvard University).</p><p>Die Verfügbarkeit großer Mengen relationaler Informationen und immer leistungsfähigere Computerprogramme haben nicht nur in den Sozialwissenschaften zu einer rasanten Entwicklung der Netzwerkanalyse geführt. Eine qualifizierte Vermittlung und Einführung in die Analyse derartiger Daten hat mit diesen Entwicklungen nicht Schritt halten können.</p><p>Daher ist das Ziel des interdisziplinären Netzwerkes die Erstellung eines didaktischen Lehrtextes zur Einführung in die Theorie und empirische Analyse sozialer Netzwerke. Ein solches Lehrbuch, das sowohl in die theoretischen Konzepte, Generierung empirischer Netzwerkdaten und die Datenaufbereitung einführt wie auch die Benutzung gängiger Computerprogramme und geeignete Analyseschritte in einer Weise erläutert, dass diese auch im Selbststudium nachvollzogen werden können, existiert bisher nicht.</p><p>Wegen des großen internationalen Interesses und der internationalen Beteiligung soll es in englischer Sprache verfasst werden (Arbeitstitel: Social Network Analysis - A Guidebook).</p><p>Die bisher verfügbaren Lehrbücher sind entweder sehr am Anwendungsgebiet orientiert (und dann oft eher metaphorisch) oder behandeln fast ausschließlich die Netzwerkanalyse methodisch, was dazu beizutragen scheint, dass bis heute eine Kluft zwischen Netzwerkanalyse und anderen Methoden der empirischen Sozialforschung wahrgenommen wird, die es durch eine umfassendere Darstellung des Netzwerkansatzes zu überbrücken gilt. Das Buch soll fortgeschrittene Studierende, Forschende und Praktizierende gleichermaßen an Theorie und Methodik der Netzwerkanalyse heranführen. Es wird sich in seinen Aufbau eng an dem des Forschungsprozesses orientieren, insbesondere also Theoriebildung, Forschungsdesign und Auswertungsmethodik als Ganzes behandeln. Als weiteres Alleinstellungsmerkmal wird eine konsequent am Lernprozess orientierte Gestaltung angestrebt. Dazu werden Lernziele jeweils zu Beginn der Module explizit formuliert, zahlreiche Beispiele aus Netzwerkstudien zur Illustration verwendet und Hinweise zum Nachvollziehen von Analyseschritten mit den gängigen Software-Tools gegeben. Die Integration der Prozessphasen soll anhand von zwei oder drei ausgewählten Studien deutlich werden.</p>
Ziel des Symposiums ist es, mit einflussreichen Akteuren aus Wissenschaft, Gesellschaft und Politik über den familialen Wandel und Zukunftsperspektiven politischer Gestaltung in Deutschland zu diskutieren. Das Symposium wird anlässlich des 65. Geburtstags von Prof. Hans Bertram organisiert.Wie nur wenige Wissenschaftler in Deutschland hat Hans Bertram über einen langen Zeitraum Wissenschaft mit Politikberatung verbunden. Dabei war er an zentralen familienpolitischen Debatten der letzten Jahrzehnte beteiligt und hat einige davon maßgeblich mitgeprägt. Umgekehrt hat er bei seiner soziologischen Forschung wie zur Sozialisation, Regionalisierung, Familiendynamik oder dem Kindeswohl nicht nur Impulse für die Wissenschaft gegeben, son-dern auch seine gesellschaftlichen und politischen Schlussfolgerungen formuliert.Auch wenn die Funktionslogiken in der Wissenschaft anders sind als in der Politik oder in den Medien, so sind doch alle diese Bereiche mit dem weitreichenden Wandel der familialen Lebensformen und der strukturellen Rahmenbedingungen konfrontiert. Um im Ergebnis Verbesserungen für Familien zu erreichen, können alle drei Funktionsbereiche ihren genuinen Beitrag leisten, jedoch ist dazu eine Kombination erforderlich. Politik ist auf Medien angewiesen, um die Öffentlichkeit zu überzeugen; Wissenschaft ist auf Medien und den direkten Zugang zu politischen Akteuren angewiesen, damit Erkenntnisse wahrgenommen werden; andererseits benötigen Medien und Politik wissenschaftlich fundierte Informationen. Wissenschaft benötigt Mittel und Unterstützung von der Politik, aber auch von Stiftungen, manche Forschung ist ohne politische Drittmittelprojekte kaum realisierbar. Wissenschaftliche Ergebnisse können hochgradig politisch sein – Beispiele sind soziale Ungleichheit, Demografie, der Politik-Fertilität-Nexus und die PISA-Studien – und im politischen Sektor ist (gute) wissenschaftliche Beratung unerlässlich.Im Rahmen des Symposiums werden Fragen, wie: welche Funktionslogiken bei der Zusammenarbeit beachtet werden müssen oder welches Timing den verschiedenen Prozessen unterliegt, diskutiert. Zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen, öffentlichen Diskursen und politischem Wandel gibt es erhebliche Parallelen und Interaktionen. Dieses wird anhand einzelner Beispiele aus den letzten drei Jahrzehnten in Deutschland, wie der Reform des Kinder- und Jugendhilfegesetzes oder der Einführung des Elterngeldes analysiert. Dabei kommen Akteure aus Wissenschaft und Politik zu Wort, die die Innenansicht dieser Prozesse kennen und ein Stück weit gestaltet haben. Aufgrund dieser Diskussionen soll ein Blick auf die zukünftige Entwicklung der Familienpolitik gewagt werden.
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