Prof. Stephan erforscht gegenwärtig die transnationalen Mobilitäts- und Verflechtungsprozesse von Menschen, Waren und Ideen zwischen Zentralasien, dem Kaukasus, Russland, China und den Golfstaaten. Ihr Fokus liegt auf der ethnographischen Analyse, wie Migrantinnen und Migranten — insbesondere aus Tajikistan — durch grenzüberschreitende Geschäftstätigkeiten, religiöse Praktiken und Konsumkulturen neue Lebensweisen und Identitäten gestalten. Sie untersucht dabei die Verflechtung von Ökonomie, Religion und Geschlecht in transnationalen Kontexten, etwa wie der Handel zwischen Dubai und Zentralasien islamische Lebensstile prägt oder wie Frauen durch Pilgerfahrten und religiöse Mobilität ihre sozialen Positionen neu verhandeln. Diese Forschung ist relevant für die Analyse von Migrationsdynamiken, internationalen Wertschöpfungsketten und kulturellen Transformationen in Schwellenländern und Entwicklungsregionen.
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Prof. Dr. Manja Stephan
HU-FIS-Profil ↗De:link//Re:link: Lokale Perspektiven auf transregionale Ver- und Entkopplungsprozesse
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GRK 2248/2: "Global Intellectual History - Transfers, Ideenzirkulation, Akteure (18.-20. Jahrhundert)"
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In der Region Zentralasien sind Tadschikistan und Kirgistan die am stärksten von politischen Umwälzungen, Bürgerkrieg, Revolution und gewaltsamen Unruhen betroffenen Nationen. Daran anknüpfend möchte die Sommerschule den vielfältigen Verflechtungen von Konflikt und Gesellschaft in diesen beiden Ländern nachgehen. Dies soll anhand einer vergleichend-analytischen Beschäftigung mit den in ihrer Wirkung auf Konflikt und Integration relevanten Identitätsmarkern Religion, Ethnizität und Regionalität geschehen.
Förderer: Volkswagen Stiftung Zeitraum: 04/2013 - 01/2018 Projektleitung: Prof. Dr. Manja Stephan
In historischer Anlehnung an das Mächtespiel zwischen dem englischen Königreich und dem zaristischen Russland im 19. Jahrhundert wird die gegenwärtige Situation in Zentralasien oftmals mit den Begriffen "Neue Seidenstrasse" oder "New Great Game" beschrieben. Damit sollen die geostrategischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in dieser Region gefasst werden, die neben den post-sowjetischen Staaten auch die "big players" China, Russland, Europa und die USA miteinschließen. Die gegenwärtige Lage zeichnet sich vor allem durch die internationale Konkurrenz um die in Zentralasien vorhandenen Natur- und Energieressourcen aus, welche jedoch auch innerhalb bzw. zwischen den zentralasiatischen Staaten auffindbar ist. Die meisten dieser Auseinandersetzungen vollziehen sich im Kontext von sowjetischem Erbe und post-sowjetischen "nation-building"-Prozessen. Unsere Sommerschule verfolgt das Ziel, zusammen mit Studierenden aus Zentralasien und Deutschland Konzepte und Methoden zur Untersuchung dieser und weiterer Ressourcenkonflikte zu entwickeln.
Mobilities · DOI
In the wider scientific debate, post-Soviet Central Asia has been primarily known for the question in what ways this region currently experiences a ‘New Great Game’ of geostrategy and resource-competition. In contrast to that, ethnographic research on the various cross-border mobilities, networks and identifications of non-elite actors from countries such as Kyrgyzstan or Tajikistan has set off only recently. Proposing a conceptual approach based on ‘translocality’ and ‘livelihood’, this article presents in-depth case studies which explore how Central Asians engage in ‘business-making’, ‘evolve’ their Muslim piety, transgress rural–urban boundaries and experience ethnic marginalization in between ‘home’ and cities in Russia, China or Egypt. We show how mobility is institutionalized, i.e. how within these ‘translocal livelihoods’ geographic relocations do not only combine with social mobility, but that assessments on personal well-being and the orientation on cultural norms also draw on somebody’s particular position within social hierarchies of gender and generation.
Central Asian Survey · DOI
This article traces the multiple ways of ‘manufacturing’ Islamic lifestyles in the urban environment of Tajikistan's capital city, Dushanbe. The city's bazaars serve as a lens through which to observe the conjunction of its booming trade business with Dubai alongside its growing Islamic commodity culture and a religious reformism that is inspired by the materiality and non-materiality of a progressive and hybrid Dubai Islam. Bringing together long-distance trade, urban consumption practices and new forms of public piety in the mobile livelihood of three bazaar traders and sellers, the article provides insights into how the commodification of Islam informs notions of urbanity and modernity in Tajikistan. These notions correspond to the launching of urban renewal and the meta-narrative of Dushanbe's future as a modern city on the rise. Furthermore, the article illustrates the ways in which Dushanbe's Muslims turn bazaars into an urban laboratory for religious agency and cultural identities.