Dr. Jennifer Christina Kirchner forscht zur Frage, welche Forschungsthemen für Menschen mit Autismus selbst relevant und wichtig sind. Sie leitet die Autismus-Forschungs-Kooperation (AFK), in der autistische Menschen und Wissenschaftler*innen gemeinsam entscheiden, welche Fragen untersucht werden sollen — autistische Menschen sind dabei nicht nur Studienteilnehmer, sondern aktiv an Planung, Durchführung und Auswertung beteiligt. Dieser Ansatz adressiert ein zentrales Problem: Bislang wurden viele Forschungsfragen zu Autismus von außen gestellt, ohne die Betroffenen selbst einzubeziehen. Für Unternehmen, Behörden und Organisationen im Gesundheits- und Sozialbereich bedeutet das konkret bessere, praxisnähere Erkenntnisse über Unterstützungsbedarfe und Lebensqualität autistischer Menschen.
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Dr. Jennifer Christina Kirchner
HU-FIS-Profil ↗Die Autismus-Forschungs-Kooperation (AFK) ist ein Zusammenschluss von Menschen mit Autismus und Wissenschaftler*innen und erforscht aus der Perspektive autistischer Menschen für sie relevante Fragen. Menschen mit Autismus und Asperger Syndrom entscheiden im Rahmen der AFK selbst, welche Forschungsfragen es wert sind, gestellt zu werden. Überdies sind sie aktiv in die Planung, Durchführung und Auswertung von Forschungsprojekten involviert. Ziel der AFK ist es, mittels des geplanten "ASC-Topics" (Autism Spectrum Community – Topic Priorities for the Content of Science") Projektes eine wissenschaftliche Erhebung der von Autisten und den Personen ihres unterstützenden Umfelds als unmittelbar relevant eingestuften Forschungsinhalte im deutschsprachigen DACH-Raum durchzuführen. Auf diesem Weg soll erstmalig im deutschsprachigen Raum eine an der Verbesserung der Lebensbedingungen orientierte Priorisierung der von der Wissenschaft zu bearbeitenden Inhalte gewonnen werden. Auf dieser Grundlage können die aktuellen Forschungsbemühungen sowie die derzeitige Praxis der Forschungsförderung auf ihre Relevanz für die Betroffenen hin evaluiert werden, und in Fall von Diskrepanzen, Argumente für Politik und Entscheider gewonnen werden, bei der Zuteilung von Forschungsgeldern eine mindestens gleichrangige Berücksichtigung von Fragestellungen, die die Lebensqualität heutiger Autisten betreffen, vorzunehmen.
Journal of Autism and Developmental Disorders · DOI
Journal of Clinical Psychology · DOI
OBJECTIVES: This study aimed at (a) comparing psychosocial functioning and life satisfaction in adults with autism spectrum disorder (ASD) and nonclinical participants and (b) identifying areas of functioning that are most predictive for life satisfaction in individuals with ASD. METHOD: A total of 43 adults with ASD without intellectual impairment (age: mean = 31, standard deviation = 10 years; 63% females) and healthy nonclinical individuals (N = 44) were surveyed. RESULTS: Individuals with ASD reported significant functional impairments and less life satisfaction compared with nonclinical individuals in many areas of life. Although impairments were prominent in domains involving interaction with other people such as understanding and communication, getting along with others, and participation in society, daily living skills (e.g., getting around, self-care, and household) were not different from nonclinical participants. Participating in society was identified as the only factor predicting life satisfaction in individuals with ASD. CONCLUSION: There is a need for interventions facilitating functioning on a broad level and support toward societal inclusion for individuals with ASD.