Andreas Reckwitz erforscht die strukturelle Transformation moderner Gesellschaften, insbesondere die Entstehung einer 'Gesellschaft der Singularitäten' – eine Wirtschafts- und Kulturordnung, in der das Einzigartige, Authentische und Besondere zentral werden. Seine aktuelle Arbeit analysiert, wie sich Kapitalismus, Klassengefüge und kulturelle Konflikte in der Spätmoderne grundlegend verschoben haben: weg von industrieller Massenproduktion hin zu einer wissensbasierten, kulturellen Ökonomie, die neue Mittelschichten hervorbringt und zugleich Polarisierung und populistische Gegenbewegungen auslöst. Für Unternehmen und öffentliche Institutionen bietet diese Analyse Orientierung für Strategien in Märkten, die von Authentizitätsansprüchen, Individualisierung und kulturellen Konflikten geprägt sind – relevant für Stadtentwicklung, Architektur, Kulturindustrie und Arbeitsmarktpolitik.
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Prof. Dr. Andreas Reckwitz
HU-FIS-Profil ↗Förderer: DFG Sachbeihilfe Zeitraum: 04/2020 - 06/2021 Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Reckwitz
Förderer: DFG Leibniz-Preis Zeitraum: 04/2020 - 03/2029 Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Reckwitz
European Journal of Social Theory · DOI
This article works out the main characteristics of `practice theory', a type of social theory which has been sketched by such authors as Bourdieu, Giddens, Taylor, late Foucault and others. Practice theory is presented as a conceptual alternative to other forms of social and cultural theory, above all to culturalist mentalism, textualism and intersubjectivism. The article shows how practice theory and the three other cultural-theoretical vocabularies differ in their localization of the social and in their conceptualization of the body, mind, things, knowledge, discourse, structure/process and the agent.
Zeitschrift für Soziologie · DOI
Zusammenfassung Ausgehend von der jüngsten Diagnose eines ‚Practice Turn‘ in der Sozialtheorie und empirischen Forschungspraxis arbeitet der Artikel Strukturmerkmale einer ‚Praxistheorie‘ oder ‚Theorie sozialer Praktiken‘ im Vergleich zu alternativen Sozial- und Kulturtheorien heraus. Von besonderer Bedeutung erweisen sich dabei drei Grundannahmen: eine ‚implizite‘, ‚informelle‘ Logik der Praxis und Verankerung des Sozialen im praktischen Wissen und ‚Können‘; eine ‚Materialität‘ sozialer Praktiken in ihrer Abhängigkeit von Körpern und Artefakten; schließlich ein Spannungsfeld von Routinisiertheit und systematisch begründbarer Unberechenbarkeit von Praktiken.