Dr. Salma Siddique erforscht urbane Zukunftsvorstellungen und Alltagspraktiken in südasiatischen Städten durch die Linse von Filmkultur und Zuschauerverhalten. Sie untersucht, wie Kinobesucher*innen durch ihre emotionalen Reaktionen auf Filme und daraus resultierende Handlungen — friedlich oder protestierend — ihre städtische Umwelt aktiv gestalten und verändern. Ihr Fokus liegt auf der Verbindung von Filmaffekten, verkörperten Praktiken und urbaner Politikgestaltung im Globalen Süden. Diese Perspektive ist relevant für Stadtentwicklung, Kulturpolitik und das Verständnis von Bürgerbeteiligung in Schwellenländern.
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Dr. Salma Siddique
HU-FIS-Profil ↗Nitrate Cities untersucht am Beispiel der verkörperten Praktiken und Politiken von Kinozuschauer*innen urbane Zukunftsvorstellungen in Südasien. Genauer gesagt werden die filmbezogenen Affekte in den Blick genommen, welche in der Art und Weise zum Ausdruck kommen, wie Zuschauende ihre alltägliche urbane Umgebung durch friedliche oder agitatorische Handlungen verändern. Die Nitratbasis des Zelluloids, welche in früheren Zeiten für die Instabilität und hohe Brennbarkeit von Filmlagern verantwortlich war, dient dabei als Metapher für lokale Sensibilitäten. Diese sind für Verletzungen und Angriffe verantwortlich und sie sind überwiegend mit religiösen Glaubensvorstellungen, Kasten- und Klassenidentitäten sowie historisch begründeten Dynamiken zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen verknüpft. Indem Nitrate Cities das Kino als herausgehobenen repräsentativen Raum identifiziert, in welchem soziale Mobilitäten und zukunftsorientierte Identitäten verhandelt werden, knüpft das Vorhaben an bestehende Forschungen zu Film und Stadt (Mazumdar 2007, Bruno 2001), zur Filmkonservierung (Hediger 2011, Cherchi Usai 2009) sowie zu verkörperter Zuschauerschaft (Sobchak 1991, Marks 1999) an. Zentrales Ziel des Vorhabens ist es, Zuschauerschaft anhand von Bindungen zu beleuchten, welche das Kino aufrechterhält, attackiert oder neu hervorbringt. Im Rahmen des Projekts werden die Handlungen der Zuschauenden als ‚Anstrengungen‘ definiert, und nicht als Engagement oder Arbeit, um das kreative Schaffen, die affektive Energie und die körperliche Kraft (randalieren, besetzen, anzünden, demonstrieren) zu unterstreichen, welche mit dem Phänomen der Zuschauer-Bindungen einhergehen. Es zielt darauf ab, die konzeptionelle Unbestimmtheit der Zuschauenden zu verringern, indem sie verschiedene Rollen identifiziert, die sie als Konservator*innen, Sammelnde, Angehörige von Kult-Bewegungen oder politischen Interessengruppen annehmen. Das Projekt verfolgt einen transregional vergleichenden Ansatz und betrachtet den konstanten Austausch zwischen den beiden Enden des Zuschauenden-Spektrums - Ultra-Zuschauende (Fans, Kinoman*innen) und Anti-Zuschauende (Cinephobe) - als konstitutiv für entstehende Filmöffentlichkeiten. Wie die gewählten Fallbeispiele zeigen, spielen emergente Maskulinitäten in den hervorbrechenden Zuschauenden-Handlungen eine bedeutende Rolle, obwohl diese Netzwerke sich auf traditionelle Vorstellungen von Verwandtschaft und kollektiver Ehre beziehen. Durch genau diese komplexe Matrix aus Klasse, Gemeinschaft und Gender machen die jeweiligen Interessengruppen ihre urbane Präsenz und politischen Forderungen sichtbar, in erster Linie als Filmzuschauende.
This new history of partition and South Asian cinema is narrated through the careers of émigré film personnel, as well as through the distinctive genres and ancillary ventures that accompanied the aftershocks of partition. Moving beyond arguments about social contingency and political intent, the book suggests that the creative energies, production and subsequent circulation of popular cinema can offer fresh insights into partition. Pointing to regional connections across national boundaries, this book asserts that the cinemas of India and Pakistan must be explored in tandem to uncover the legacy of partition for the culture industries of the region, one that is not hewn out of national erasures. The leitmotifs of émigré personnel, gossip and satire in film print culture, the partisan repertoire of a theatre company, the film genres of the Muslim social, romantic comedies and charba (remakes), and the unruly film archives of postcolonial nation-states, when accessed through the lens of a divisive decolonization, reveal the parallaxes and confabulations of the 'national' on both sides
BioScope South Asian Screen Studies · DOI