Dr. Margarete Pratschke erforscht die theoretischen und kulturhistorischen Grundlagen von Computer Vision und künstlichen neuronalen Netzen als Feld der digitalen Bildkultur. Sie untersucht, wie maschinelles Sehen funktioniert und welche epistemologischen Annahmen darin eingelagert sind — ein Bereich, der technisch rasant voranschreitet, aber theoretisch noch wenig durchdrungen ist. Für Unternehmen und öffentliche Institutionen, die Computer-Vision-Systeme einsetzen oder entwickeln, kann diese Forschung helfen, die Funktionsweise, Grenzen und blinden Flecken dieser Technologien besser zu verstehen und kritisch zu bewerten. Die Arbeit verbindet Bildwissenschaft, Wissensgeschichte und KI-Forschung und richtet sich an alle Branchen, die visuell arbeitende KI-Systeme nutzen — von Industrie 4.0 über Medizin bis zu Überwachung und Archivierung.
🔒 Das System hat 20 mögliche Industrie-Partner gefunden — Firmen, Scores und Begründungen sind nur für eingeloggte Nutzer:innen sichtbar. Anmelden
Dr. Margarete Pratschke
HU-FIS-Profil ↗Das Vorhaben widmet sich mit der Computer Vision einem Feld digitaler Bildkultur, das derzeit rasante Fortschritte erzielt. Als Teil der Künstlichen Intelligenz-Forschung mit künstlichen neuronalen Netzen zeichnet es sich zugleich durch ein erstaunliches Theorievakuum aus. Genau hier setzt das vorliegende bild- und wissensgeschichtliche Vorhaben an, das die theoretische Dimension des digitalen Sehens und Erkennens von Bildern aus der Kunstgeschichte heraus bestimmen möchte. Die These ist, dass sich aus den Verfahren kunsthistorischer Kenner ein Schlüssel zum Verständnis der Black Box ‚Computer Vision’ und mithin zu einer Kritik der digitalen Bildkultur gewinnen lässt.Das Vorhaben analysiert anhand der Schriften früher ‚nicht-akademischer’ Kunstkenner und ihrer Kritiker, mittels der beschriebenen Praktiken, aber auch Porträts und Karikaturen, welche skopischen Strategien und Bedingungen das kennerschaftliche Sehen bestimmten. Ziel des Vorhabens ist es, auf einer historischen Ebene eine Neueinschätzung der Kennerschaft zu entwickeln, die in theoretischer Hinsicht eine neue Form visueller Epistemologie liefern wird. Aus der historisch-theoretischen Analyse sollen schließlich Kriterien für eine Kritik KI-basierter Bildanalyse erarbeitet werden. Zusammengenommen wird dies ein Modell heutiger Computer Vision ergeben, dessen methodische Originalität darin besteht, einen Zugang zu avancierter Digitalität der Gegenwart aus einer als konservativ geltenden Position der Vergangenheit heraus zu entwickeln: der Figur des Kenners.
Noch keine Publikationen aus OpenAlex zugeordnet.