Prof. Dr. Ing. Joachim Kurt
HU-FIS-Profil ↗Zur Erforschung, Anfertigung und Auswertung von Grafiken für Blinde bedarf es der Entwicklung einer speziellen numerisch gesteuerten Fräs- und Tiefziehanlage und der Entwicklung einer Software zum direkten Umsetzen von geschriebenem Text in die Brailleschrift. Mit der Entwicklung sollen kostengünstig Tastbilder entstehen, die wesentlich größer als A3 sind. Die bekannte Gesetzmäßigkeit, dass die Fräskosten im Quadrat und höher mit der Fräsfläche steigen, soll durch geeignete Maßnahmen in der Hard- und Software durchbrochen werden. Ebenso ist die erforderliche Energiezufuhr beim Tiefziehen von Tast- oder Trennfolien dieser Größen zu klären. Bei der Verwirklichung dieses Projektes finden Systematik und Anforderungen der Automatisierungs- und Regelungstechnik Berücksichtigung. Für die Nutzung taktiler Informationstafeln im öffentlichen Raum sind gießfähige Werkstoffe so auszuwählen und zu kombinieren, dass die feine Taststrukturen auf dünnen, schlagfesten, transparenten und UV-lichtbeständigen Platten angeordnet werden können. Des Weiteren sollen Bildträger für Sehende in die Tastfolien eingebettet werden. Durch die Einbeziehung eines Touch-Systems soll die taktile Informationsvermittlung zusätzlich mit einer akustischen ergänzt werden. Untersuchungen mit tastenden Probanden sollen Aufschluss über die Bildgestaltung, -größe und der -anordnung geben. Die bisherige Nutzung taktiler Grafiken ausschließlich für Blinde soll für Assessment und Therapie in der Rehabilitation ausgedehnt und darüber hinaus zur Förderung der Tastfähigkeit von Kindern im Kindergarten genutzt werden.
Im Rahmen dieses Projektes sollen die Möglichkeiten des Einsatzes von Videokonferenzsystemen in der Rehabilitation erforscht werden.<br>Dabei wird der Schwerpunkt auf den ausbildenden Bereich gelegt. Dazu zählen Sonderschulen, Berufsschulen als auch Universitäten.<br>Folgende Fragen stehen dabei im Mittelpunkt:<br>Welche didaktisch-methodischen Überlegungen und welche technischen und räumlichen Voraussetzungen sind für einen sinnvollen Einsatz in den jeweiligen Bereichen notwendig? <br>Spielen bei der Kommunikation über das Videosystem behindertenspezifische Komponenten eine Rolle und wenn ja welche?<br>Können durch Videokonferenzen Barrieren abgebaut werden?
Die messtechnischen Möglichkeiten und Grenzen kinematischer (optische3D-Messung, goniometrische Messungen) und kinetischer (Fußsohlendruckmessung) im Klinikeinsatz werden untersucht und die Messmethoden verglichen. In mehreren Projektstufen werden die für die Qualitätssicherung relevante Parameter und Parameterkombinationen gesucht und zu validierten Assessmentverfahren in Beziehung gesetzt. Nach Auswertung einer retrospektiven Untersuchung wird das Untersuchungsdesign angepasst und in einer prospektiven Untersuchungsserie eingesetzt.
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