Prof. i. R. Dr. Jürgen Schriewer
HU-FIS-Profil ↗The relationship between economic development on the one hand and the development of the educational system on the other has traditionally been an important field of interest within economics of education. Often, this relationship is studied by relating time series of certain educational indicators such as educational expenditure or enrolment data with economic indicators such as GDP. Interesting as the question of the development of these quantitative indicators and of the existence of (statistical) causalities between them may be, one has to keep in mind that these highly aggregated indicators are not in any way natural entities, but the result of aggregate human action. Thus, both policy decisions and the actions of individuals in educational matters are heavily influenced by socially conditioned and diversified norms, notions, perceptions and aspirations that are constantly changing over time. Thus, the study of the relation between economic and educational development should not be restricted to the quantitative level and the establishment of statistical causalities. Approaches that study the relation between education and economy purely by looking at the large aggregates should be complemented by studies of the discursive level, at which the knowledgeable human agents make sense of their actions. In my dissertation, I will try to trace the semantic construction of the relationship between economic development and the educational policy discourse in Sweden from the 1930s to the 1990s. Through a historical discourse analysis of Swedish government committee reports published in the SOU (statens offentliga utredningar)-series, the shifting nature of the relationship between the economy and the educational system, as it was perceived by policy-makers, will become clear.
Das Projekt nähert sich aus historischer Perspektive den semantischen Ressourcen, mit deren Hilfe in China in den 1920er und 1930er Jahren die Grundlagen für eine Verständigung über Beruf und Berufsbildung gelegt worden sind. Es wird davon ausgegangen, dass innerhalb sich modernisierender Gesellschaften die zunehmend professionalisierte berufliche Organisation von Arbeit auf bestimmte Konzepte von Arbeit und Beruf zurückgreift, die sich, obwohl sie auf ganz spezifische Modernisierungsbedürfnisse reagieren, gleichwohl aus kulturell verankerten, auf gesellschaftlichen Kollektiverfahrungen beruhenden Deutungstraditionen oder -mustern speisen. Bezugshorizonte chinesischer Deutungsmuster waren dabei einerseits die eigene Tradition, andererseits das als 'modern' empfundene, oftmals aber ungeliebte Ausland Japan und der 'Westen'. Es wird untersucht, wie sich im Laufe des chinesischen Modernisierungsdiskurses berufliche Deutungsmuster auf der Basis von teilweise noch traditionellen, teilweise schon industrialisierten Arbeitswelten (um-)formiert haben. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht dabei der Diskurs der chinesischen Modernisierungselite - eines Konglomerats aus u.a. konfuzianisch geprägten Gelehrten, modernen Wissenschaftlern mit Auslandserfahrung, Unternehmern, Politikern und Politikberatern. Konkret soll anhand von Zeitschriftenartikeln und der Veröffentlichungen der 1917 gegründeten Chinesischen Gesellschaft für Berufsbildung herausgeschält werden, welche Schlüsselprobleme für das eigene Land identifiziert wurden; welche spezifischen Reibungspunkte zwischen traditionellen und modernen Auffassungen artikuliert wurden; welche nicht-chinesischen Konzepte und Modelle selektiert und ausprobiert wurden; und welche dieser Konzepte schließlich als erfolgreich oder gescheitert beurteilt wurden.
Das Vorhaben hat die vergleichende Rezeptionsgeschichte eines im 19. Jahrhunderts weltweit äußerst erfolgreichen Unterrichtsmodells in ausgewählten deutschen Staaten und in Spanien zum Gegenstand. Dieser schulorganisatorische Vorschlag hier zusammenfassend Bell-Lancaster-Methode genannt versprach, große und heterogene Schülermassen zu unterrichten, indem man einerseits alle Schüler in kleineren Gruppen klassifizierte, eine detaillierte Zeit- und Raumplanung streng beachtete und andererseits die besten Schüler als Hilfslehrer, auch Monitore genannt, in den kleineren Schülergruppen systematisch und abwechselnd einsetzte. Das System erfuhr zwischen 1800 und 1850 eine bis dahin unbekannte Popularität und verbreitete sich von England aus auf den fünf Kontinenten. Dies geschah zeitgleich mit der Herausbildung eines Erziehungssystems als gesellschaftlichen Teilsystems in einigen europäischen und nordamerikanischen Ländern, wobei dieser Prozess in Deutschland recht früh einsetzte, während in der europäischen Peripherie, hier durch Spanien vertreten, die Ausdifferenzierung einer Systembildung des Pädagogischen verspätet erfolgte. Die vergleichende Rezeptionsanalyse zielt darauf ab, Verlauf, Deutungen und Umformungskraft der jeweils spezifischen Traditionen und Konfigurationen der Elementarbildung in ihrer Auseinandersetzung mit dem importierten Modell so zu analysieren, dass unterschiedliche Entwicklungspfade nationaler bzw. regionaler Erziehungssysteme auf der basalen Ebene der Unterrichtstechnologien dabei sichtbar werden. In dieser Hinsicht stellt die Untersuchung einen Beitrag sowohl zur Semantik sozialer Technologien als auch zu schulorganisatorischer und unterrichtstechnologischer Reform dar. Rezeptionsanalysesystem of educationsocial technologieseducational semanticsinteraction systemeducational knowledgereception analysisErziehungssystemSozialtechnologienpädagogische SemantikInteraktionssystem Unterrichtpädagogisches WissenComparative educationTeachingVergleichende Erziehungswissenschaft
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