Dr. phil. Harald Fischer-Tiné
HU-FIS-Profil ↗Das Projekt versucht die Sozialgeschichte der weißen Unterschicht im kolonialen Indien zu skizzieren. Ein großer Teil der Europäer, die in Britisch Indien lebten, passte nicht in das Bild einer imperialen Elite. Besonders die Existenz von Randgruppen wie weißen Kriminellen, Landstreichern und Prostituierten wurde von der kolonialen Obrigkeit als Bedrohung ihres Prestiges und somit ihrer Herrschaftslegitimation wahrgenommen. Durch Deportation oder Segregation in eigenen Gefängnissen und Arbeitshäusern versuchte man die unbequemen Existenzen aus dem öffentlichen Raum zu entfernen. <br>Durch die Aufarbeitung der Geschichte dieser marginalen Gruppen sollen verbreitete Dichotomien wie Herrscher-Beherrschte, die allein auf Kriterien der Hautfarbe beruhen, hinterfragt und ein differenzierteres Bild des Phänomens Kolonialismus gewonnen werden.
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