Dr. Cornelia Gresch erforscht schulische Inklusion und die Übergänge von Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf nach der Sekundarstufe I. Sie leitet die Längsschnittstudie INSIDE II, eine bundeslandübergreifende empirische Untersuchung, die die schulische Entwicklung und Chancen von Schüler*innen mit und ohne Förderbedarfen systematisch verfolgt. Für Schulen, Bundesländer und die Bildungspolitik liefert sie evidenzbasierte Erkenntnisse darüber, wie inklusive Strukturen funktionieren und welche Faktoren erfolgreiche Übergänge in Ausbildung und Beruf ermöglichen. Die Ergebnisse unterstützen Schulentwicklung und die Gestaltung von Inklusionspolitik auf Basis verlässlicher Daten.
🔒 Das System hat 122 mögliche Industrie-Partner gefunden — Firmen, Scores und Begründungen sind nur für eingeloggte Nutzer:innen sichtbar. Anmelden
Dr. Cornelia Gresch
HU-FIS-Profil ↗INSIDE II schließt an das Projekt „Inklusion in der Sekundarstufe I in Deutschland“ an, eine groß angelegte und bundeslandübergreifende Längsschnittstudie zur inklusiven Bildung und schulischen Entwicklung von Schüler*innen mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarfen in der 6. und 7. Klassenstufe. Die Fortsetzung des längsschnittlichen Forschungsvorhabens widmet sich entsprechend dem Übergang der inklusiv unterrichteten Schüler*innen in nachschulische Übergangsysteme oder die Arbeits- und Berufswelt. Hierfür finden am Ende der 9. und der 10. Klasse sowie nach der 10. Klasse Erhebungen in den Schulen und Befragungen der Zielpersonen, die die Schullaufbahn bereits verlassen haben, statt. Durch das Projekt werden Erkenntnisse zur Teilhabe an der Arbeits- und Berufswelt und zum Übergang in eine betriebliche Ausbildung erlangt, die für die Gestaltung inklusiver Übergänge nach der Sekundarstufe I von Schüler*innen mit SPF genutzt werden können.
Zeitschrift für Erziehungswissenschaft · DOI
Zusammenfassung Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) werden in Deutschland an Förderschulen und inklusiv an allgemeinen Schulen unterrichtet. Ein Ziel dieser inklusiven Beschulung ist eine bessere soziale Integration der Schülerinnen und Schüler mit SPF in der Gesellschaft. Inwiefern diese Schülerinnen und Schüler mit SPF in allgemeinen Schulen im Schulalltag sozial integriert sind, wird bisher wenig thematisiert. Dieser Beitrag untersucht, ob und wie sich die durch Selbsteinschätzungen erfasste soziale Integration von Kindern mit SPF in den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung (SPF-LSE) zwischen Förderschulen und allgemeinen Schulen unterscheidet und ob individuelle Kompetenzen sowie die kompetenzbezogene Klassenzusammensetzung potenziell bestehende Unterschiede erklären können. Datengrundlage bildet der bundesweite IQB-Bildungstrend 2016 mit N = 26.899 Schülerinnen und Schülern der vierten Jahrgangsstufe, davon n = 1924 mit SPF-LSE. Im Ergebnis ist die soziale Integration von Schülerinnen und Schülern mit SPF-LSE an Förderschulen höher ausgeprägt als an allgemeinen Schulen. Diese Unterschiede können nicht auf unterschiedliche Kompetenzmerkmale zurückgeführt werden. Die Bedeutung der Befunde wird vor dem Hintergrund der allgemeinen Debatte zur Umsetzung von Inklusion diskutiert.
Zeitschrift für Erziehungswissenschaft · DOI