Dr. Thomas Sikor
HU-FIS-Profil ↗Dieses Forschungsvorhaben geht von der Beobachtung aus, dass die post-sozialistischen Landreformen Landnutzung einseitig unter dem Aspekt der Erzeugung materieller land- und forstwirtschaftlicher Güter ("commodity outputs") sehen, gleichzeitig aber nicht warenbezogene ("non-commodity") öffentliche Güter vernachlässigen. Vor diesem Hintergrund untersucht die Forschergruppe die Auswirkungen von Landreformen auf Bodenrecht und Landnutzung in Mittel- und Osteuropa am Beispiel Albaniens und Rumäniens. Ziel ist es, eine differenziertere Betrachtung des Bodenrechts zu entwickeln. Dazu soll der Zusammenhang zwischen Landnutzungsveränderungen, Bodenrecht und Landreform systematisch analysiert werden. Das geschieht mittels komparativer, empirischer Untersuchungen in beiden Ländern, in denen die politische Ökonomie der Landreformen, Veränderungen des lokalen Bodenrechtes und die sich wandelnde Landnutzung beschrieben und die zugrundeliegenden sozio-ökonomischen Bestimmungsfaktoren ergründet werden. Ein wesentlicher Beitrag des Forschungsvorhabens wird in der Entwicklung einer Methode der Analyse der Determinanten von Landnutzungsveränderungen gesehen, die die qualitative Institutionenanalyse mit räumlich-ökonometrischen Analyseverfahren verbindet.
Dieses Forschungsvorhaben geht von der Beobachtung aus, dass ländliche Räume gegenwärtig starken Transformationsprozessen unterworfen sind. Vor diesem Hintergrund untersucht das wissenschaftliche Netzwerk, wie diese Prozesse die beteiligten Akteure und deren Legitimation modifizieren, wie sie Güter von materiellem und symbolischen Wert neu definieren, und wie sie Beziehungen zwischen Akteuren in Bezug auf Güter neu gestalten. Ziel ist es, die Auswirkungen ländlichen Wandels auf ländliche Eigentums- und Besitzverhältnisse (rural property) zu untersuchen. Dazu sollen ländliche Transformationsprozesse in postkolonialen, postsozialistischen und westeuropäischen Gesellschaften systematisch analysiert werden. Das geschieht mittels fünf Arbeitstreffen, auf denen die 15 Mitglieder des Netzwerks sich aus der Perspektive verschiedener sozialwissenschaftlicher Disziplinen mit aktuellen Themen in der Forschung zu ländlichem Wandel auseinandersetzen und eigene Arbeitspapiere zu diesen Themen diskutieren. Die Ergebnisse des Netzwerks werden in der Form eines Sonderhefts in einer internationalen Zeitschrift und einer Sammlung von Arbeitsmaterialien veröffentlicht.
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