PD Dr. Urs Urban erforscht die Verbindung von Literatur, Ökonomie und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit sowie in zeitgenössischen Narrativen Lateinamerikas. Sein aktueller Fokus liegt auf der Analyse, wie literarische und filmische Erzählungen (von spanischen Pikaroroman bis zu argentinischen Fernsehserien) wirtschaftliches Handeln, soziale Krisen und Gemeinschaftsbildung darstellen und dabei gesellschaftliche Vorstellungen prägen. Er untersucht dabei insbesondere, wie performative Kompetenz und Täuschung in ökonomischen Transaktionen funktionieren und wie Migrationskrisen in medialen Narrativen verhandelt werden. Seine Arbeiten verbinden Literaturgeschichte mit Kulturgeschichte und Diskursanalyse und richten sich auf das Verständnis, wie Erzählungen ökonomische und soziale Realitäten konstruieren und legitimieren.
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PD Dr. Urs Urban
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Förderer: DFG Eigene Stelle (Sachbeihilfe) Zeitraum: 09/2018 - 08/2021 Projektleitung: PD Dr. Urs Urban
Förderer: DFG Sachbeihilfe Zeitraum: 09/2024 - 08/2027 Projektleitung: Prof. Dr. Jörg Dünne
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L’apparition de l’homo oeconomicus marque la fin des grands récits et par là de l’ensemble social que ceux-ci avaient légitimé. En même temps cependant il entre dans les récits littéraires – et filmiques, par exemple dans Rosetta (1999) des frères Dardenne et Yella (2007) de Christian Petzold. L’article se propose de montrer comment ces derniers réussissent à mettre en scène les apories existentielles d’un sujet produit par le dispositif économique en appliquant des procédés narratifs permettant de problématiser la narration elle-même.
Das Buch ist der Frage gewidmet, unter welchen Bedingungen in der Erzählliteratur um 1500 mit einem Mal ein 'infamer' Mensch zur Sprache kommt, der die eigenen Interessen robust auf Kosten anderer durchsetzt und so zum Protagonisten der pikaresken und komischen Literatur Spaniens und Frankreichs im 16. und 17. Jahrhundert wird – bevor er dann als 'ökonomischer Mensch' zu sich kommt, der darauf vertraut, dass seine Laster von unsichtbarer Hand in einen Gewinn für das Gemeinwesen übersetzt werden. Dabei werden neben kanonischen – von der "Celestina" (1499) über den "Lazarillo de Tormes" (1554) und seine spanischen wie französischen Nachfahren bis zu Furetières "Roman bourgeois" (1666) – auch bislang kaum erschlossene Texte der niederen Erzählliteratur kritisch in den Blick genommen, um zu zeigen, wie der Konflikt jeweils erzählerisch vermittelt und wie auf diese Weise marktförmiges (bzw. 'ökonomisches') Handeln in der Literatur vorstellbar, denkbar und sagbar wird.