Linda Kalski evaluiert das Rehabilitationsprogramm „AdiFit" zur Behandlung von Adipositas in einer Fachklinik der Deutschen Rentenversicherung. Sie untersucht, wie ein multimodales Therapie- und Nachsorgekonzept — das körperliche, psychische und soziale Aspekte kombiniert — bei übergewichtigen Patienten wirkt und deren Alltags- und Berufsfähigkeit verbessert. Ihre Forschung liefert der Rentenversicherung und Rehabilitationskliniken evidenzbasierte Daten zur Optimierung von Adipositas-Behandlungsprogrammen und trägt zur Qualitätssicherung in der medizinischen Rehabilitation bei.
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Linda Kalski M. A.
HU-FIS-Profil ↗Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die mit vielfältigen körperlichen, psychischen und sozialen Einschränkungen einhergeht. Sie stellt Betroffene im Alltag und im Berufsleben häufig vor große Herausforderungen. Um diesen Menschen gezielt zu helfen, bietet die Rehabilitationsklinik Hohenelse der Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg das Programm „AdiFit“ an – ein umfassendes, interdisziplinäres Therapie- und Nachsorgekonzept. Es kombiniert medizinische Behandlung, Bewegungsangebote, Ernährungsberatung und psychologische Unterstützung. Obwohl das Programm in der Praxis bereits erfolgreich eingesetzt wird, fehlt bislang eine wissenschaftliche Überprüfung seiner Wirksamkeit und Nachhaltigkeit. Das geplante Forschungsprojekt hat das Ziel, das „AdiFit“-Programm systematisch zu evaluieren. Dabei soll untersucht werden, wie sich gesundheitliche, psychosoziale und funktionale Faktoren bei den teilnehmenden Rehabilitand:innen verändern – sowohl während des Aufenthalts in der Klinik als auch in den zwölf Monaten nach Abschluss der Rehabilitation. Erfasst werden dafür unter anderem Körpergewicht, Stoffwechselparameter, psychisches Wohlbefinden, Lebensqualität, Motivation, körperliche Aktivität sowie die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Zusätzlich werden berufliche Aspekte wie Rückkehrwünsche und individuelle Erwerbsprognosen berücksichtigt, da Adipositas oft auch mit Einschränkungen im Arbeitsleben verbunden ist. Die Studie folgt einem kombinierten Ansatz aus quantitativen und qualitativen Methoden. Insgesamt sollen rund 100 Personen zu sechs Zeitpunkten untersucht werden – vom Reha-Beginn bis ein Jahr danach. Neben medizinischen Untersuchungen kommen standardisierte Fragebögen, Aktivitätstracker und Interviews zum Einsatz. Die Aktivitätstracker begleiten die Teilnehmenden über den gesamten Studienzeitraum und liefern objektive Bewegungsdaten. Ergänzend geben Interviews mit Rehabilitand:innen und Fachkräften Einblicke in förderliche Faktoren und Hindernisse bei der Umsetzung des Programms. Die Ergebnisse der Evaluation sollen zeigen, wie wirksam „AdiFit“ in Bezug auf Gewichtsreduktion, Lebensstiländerungen, psychische Gesundheit und Arbeitsfähigkeit ist und welche Effekte langfristig bestehen bleiben. Außerdem sollen zentrale Erfolgsbedingungen identifiziert werden, um das Programm weiter zu optimieren und Impulse für die bundesweite Entwicklung adipositasspezifischer Rehabilitationsangebote abzuleiten. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zu einer verbesserten Versorgung von Menschen mit Adipositas und zur Stärkung ihrer Teilhabe im Alltag und Beruf.
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