Christoph Sorg erforscht neue Formen der staatlichen Wirtschaftsplanung im Kontext globaler Krisen und untersucht dabei, wie digitale Technologien demokratische Planungsprozesse verändern können. Sein aktueller Fokus liegt auf der Analyse interventionistischer Politiken und der Frage, wie öffentliche Planung auf ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen reagiert. Für Unternehmen und die öffentliche Hand ist diese Forschung relevant, um zu verstehen, wie staatliche Steuerungsinstrumente und digitale Technologien zusammenwirken und welche Governance-Modelle für komplexe, vernetzte Probleme geeignet sind.
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Christoph Sorg
HU-FIS-Profil ↗Die Literatur zum neuen Staatskapitalismus dokumentiert den weltweiten Aufstieg interventionistischer Formen der öffentlichen Planung. Die damit verbundenen Veränderungen bilden die Grundlage für eine erneute Debatte über Wirtschaftsplanung, die sich zunehmend darauf konzentriert, ob neue digitale Technologien neue Formen der demokratischen Planung ermöglichen und ob die ökologische Krise diese notwendig macht. Während der Aufstieg des transnationalen Rechtsextremismus darauf hindeutet, dass die Rückkehr der Planung autoritärere Formen annehmen könnte, experimentieren andere postneoliberale Planungsansätze mit partizipativen Modellen. Das Projekt „Heterodox Planning” (HP) hat zum Ziel, solche Experimente in der Wirtschaftsplanung zu untersuchen, die von konventionellen Ansätzen abweichen. Wirtschaftsplanung wird hier als die aktive und bewusste Gestaltung von Märkten innerhalb von Marktwirtschaften definiert. Heterodoxe Planungsprojekte zielen darauf ab, partizipativere, sozial inklusivere und nachhaltigere Formen der Planung zu entwickeln. Die Möglichkeiten, Hindernisse und Widersprüche solcher heterodoxer Planungsansätze sind für eine normativ fundierte Sozialwissenschaft von großem Interesse, insbesondere in Zeiten sich überschneidender Krisen. Der empirische und theoretische Schwerpunkt von HP lässt sich wie folgt erklären: Während sich die neue Debatte über Wirtschaftsplanung weitgehend auf Theorien der postkapitalistischen Planung konzentriert, gibt es nur wenige empirische und theoretische Arbeiten zu der ursprünglichen Prämisse der Debatte, dass „Planung im Kapitalismus bereits endemisch ist“. HP befasst sich mit diesem Punkt, indem es sich auf Planungsprozesse innerhalb von Marktwirtschaften konzentriert. Aufbauend auf meinen früheren Arbeiten verlagert das Projekt den Fokus von hegemonialen Planungspraktiken auf heterodoxe Formen und untersucht zwei Fälle heterodoxer Planung: den Aufbau von Gemeinschaftsvermögen und Plattformgenossenschaften. In beiden Fallstudien untersucht HP die Akteure der Planung, was sie planen, wie Deliberation und parametrische Mediation integriert sind, wie zentrale Mediation und lokale Autonomie kombiniert werden und welche Strategien sie für den Wandel verfolgen. Die wichtigsten Methoden sind teilnehmende Beobachtung, halbstrukturierte Interviews und Dokumentenanalyse.
Competition & Change · DOI
The special issue ‘Rethinking Economic Planning’ contributes to the emerging literature on economic planning in the age of digitalization and climate crisis. This introduction will first situate the new planning debate in the context of the historical socialist calculation debate. We will then provide an overview of the current literature on democratic economic planning, elaborate on the contributions of this special issue and its individual papers against this background, and summarize the six texts. We close with a brief section on gaps in the debate.
European Journal of Social Theory · DOI
This paper examines the convergence of digitalization and ecological sustainability within the framework of “digital eco-technocracy” analyzing its implications for legitimacy. We first elaborate the reasons why we believe that adaptation is increasingly becoming an essential leitmotiv of social integration and transformation. We then argue that the convergence of digital and green has the potential to fundamentally reshape the relationship between politics and society in terms of political legitimacy. In doing so we claim that the integration of digital and green agendas may transform liberal democracies into adaptive, technocratic systems focused on depoliticizing ecological conflicts via digital technologies. Drawing on critical theory, particularly Claus Offe's work on technocratic dilemmas, we then propose a “negative dialectic of technocracy,” where efforts to stabilize society through technocratic solutions risk further legitimacy crises, but in doing so further strengthen technocratic trajectories.