Prof. Jennessen erforscht die sexuelle Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen in Wohneinrichtungen der Eingliederungshilfe — ein Thema, das in der Praxis massiv durch paternalistische Strukturen, fehlende Fachkompetenz und gesellschaftliche Barrieren behindert wird. Sein Projekt ReWiKs entwickelt seit 2019 Schulungscurricula, Medienressourcen und Trainingsangebote für Fachkräfte, um diese Barrieren systematisch abzubauen und Empowerment vor Ort zu verankern. Parallel untersucht er die Prävalenz und schulische Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit lebensverkürzenden Erkrankungen in Deutschland — ein bislang unterforschtes Feld mit direktem Handlungsbedarf für Schulen, Gesundheitswesen und Sozialeinrichtungen. Seine Arbeiten verbinden empirische Datenanalyse mit partizipativen Methoden und adressieren konkrete Implementierungshürden in Einrichtungen der Behindertenhilfe und des Gesundheitswesens.
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Prof. Dr. Sven Jennessen
HU-FIS-Profil ↗Förderer: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt Zeitraum: 09/2017 - 10/2020 Projektleitung: Prof. Dr. Sven Jennessen
Förderer: Sonstige Bundesmittel Zeitraum: 09/2017 - 05/2019 Projektleitung: Prof. Dr. Sven Jennessen
Förderer: Bundesministerium für Gesundheit Zeitraum: 06/2019 - 03/2024 Projektleitung: Prof. Dr. Sven Jennessen
Zusammenfassung Der Beitrag fokussiert die Versorgungssituation der derzeit ca. 190.000 Kinder und Jugendlichen in Deutschland, die einen dauerhaften Pflegebedarf aufweisen. Diese Altersgruppe muss aufgrund der besonderen Abhängigkeiten und Verwobenheiten immer im Kontext ihrer familiären Situation betrachtet werden. Trotz der großen Heterogenität der Familienkonstellationen, des sozialen und finanziellen Status, der Wohnbedingungen, Sprachkompetenzen und Bildungsnähe bzw. -ferne lassen sich spezifische Herausforderungen für die Familien darstellen, die in psychosoziale, personelle und finanzielle Aspekte systematisiert werden. Auf dieser Grundlage werden Optionen entfaltet, die Familien bedarfsorientiert zu unterstützen und zu begleiten, wofür entsprechende sozialrechtliche Vorkehrungen zu treffen sind. Ziel dieser Maßnahmen ist immer ein Höchstmaß sozialer Teilhabe der einzelnen Familienmitglieder an den für sie jeweils relevanten Lebensbezügen.
Die Körperbehindertenpädagogik lieferte bis vor 20 Jahren vor allem theoretische Grundlagen und praxisrelevante Impulse für die Gestaltung schulischer Bildungsangebote für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Eher sekundär bedeutsam schien die Reflexion zum Selbstverständnis der Disziplin und ihrer sozial-ethischen Rahmenbedingungen. Der Band erörtert, hinterfragt und klärt deshalb im ersten Kapitel zunächst die theoretischen Grundlagen des Faches im Kontext aktueller Herausforderungen. Im zweiten Kapitel geht es um das Berufswissen und -können der KörperbehindertenpädagogInnen, ihr Selbstverständnis und ihre Haltungen gegenüber ihrer "Klientel". Das dritte Kapitel zeigt ausgewählte Aspekte des Fachwissens hinsichtlich der Institutionen und Lebensthemen im Kontext des Lebenslaufs auf.