Dr. Ruth Slenczka
HU-FIS-Profil ↗Obwohl die "Konfessionskultur" innerhalb der Konfessionalisierungsdebatte der Frühneuzeitforschung seit einigen Jahren ein zentrales Forschungsgebiet bildet, blieb der Beitrag der bildenden Künste und insbesondere der Reformatoren- und Pfarrerporträts für die Erforschung der Herausbildung einer lutherischen Identität, eines spezifischen Standesbewusstseins der protenstantischen Pfarrerschaft und einer lutherischen Ekklesiologie weitgehend unberücksichtigt. Dies ist umso erstaunlicher, als diese Porträts kein Randphänomen, sondern seit der zweiten Hälfte des 16. Jh. ein Wesensmerkmal der konfessionsspezifischen Kirchenausstattung lutherischer Pfarrkirchen bildeten. Aufgrund der defizitären Forschungslage soll in dem Projekt in Pionierarbeit die Gattung der Bildnisse einerseits als Bestandteil der Porträtmalerei und andererseits als Bestandteil reformatorischer Kirchenausstattung charakterisiert werden. Im Ausgang hiervon soll die Rolle der Bildnisse im Prozess der Ausbildung einer lutherischen Identität untersucht werden. Methodisch bewegt man sich im Umgang mit Bildquellen trotz der in den letzten Jahren gesteigerten Popularität der Quellengattung innerhalb der Geschichtswissenschaft nicht auf ausgetretenen Pfaden; der interdisziplinäre Ansatz soll in die Konfessionalisierungsforschung eingebracht werden und neue Perspektiven eröffnen.
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