Prof. Kathmann erforscht, wie sich psychische Störungen – insbesondere Angststörungen und Depression – auf neuraler und psychophysiologischer Ebene manifestieren und wie diese Signaturen vorhersagen, ob Patient*innen auf Psychotherapie ansprechen oder nicht. Sein Fokus liegt auf der Identifikation von messbaren Markern (EEG, Herzfrequenzvariabilität, Emotionsregulation) vor Therapiebeginn, um Behandlungserfolg individuell vorherzusagen. Für Kliniken und Gesundheitseinrichtungen ermöglicht dies eine präzisere Patientenauswahl und Therapieplanung – statt auf Standardbehandlung zu hoffen, können Therapeut*innen frühzeitig erkennen, wer von welchem Ansatz profitiert. Die Arbeiten sind relevant für ambulante Psychotherapie, psychiatrische Versorgung und die Entwicklung personalisierter Behandlungsprotokolle.
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Prof. Dr. rer. nat. Norbert Kathmann
HU-FIS-Profil ↗<p>Exekutive Funktionen umfassen mehrere Komponenten, die zur flexiblen, situationsentsprechenden Steuerung von Verhalten beitragen. Ziel des Projekts ist die Identifikation von elementaren Kontrollmechanismen und deren Störungen bei Patienten mit Schizophrenie und bei Patienten mit fokalen Frontalhirnläsionen. Ein reliabler Indikator gestörter Kontrollmechanismen bei diesen Patientengruppen sind Reflexsakkaden in Augenbewegungs- und Fixationsaufgaben. Es wurde ein Modell entwickelt, das von einer Konkurrenz zwischen den reizgesteuerten Reflexsakkaden und der eigentlich in der Aufgabe geforderten Willkürhandlung ausgeht und auf dieser Basis die Defizite der genannten Patientengruppen erklärt. Es wird vermutet, dass die Initiierung der Willkürhandlung bei Patienten mit Schizophrenie gestört ist, so dass sich die reizgesteuerte Sakkade häufiger durchsetzen kann.</p> <p>In dieser Förderperiode werden mehrere Experimente durchgeführt, um folgende zentrale Hypothesen zu testen:</p><p>1) Die Unterdrückung von Reflexsakkaden ist nur dann gestört, wenn die konkurrierende kognitive Aktivität beeinträchtigt ist.</p><p>2) Bei Schizophrenie-Patienten und Hirnverletzten sind diejenigen kognitiven Aktivitäten gestört, die ausschließlich auf internaler Aufgabenrepräsentation beruhen und nicht durch physische Stimuli getriggert werden.</p>
<p>Exekutive Funktionen umfassen mehrere Komponenten, die zur flexiblen, situationsentsprechenden Steuerung von Verhalten beitragen. Ziel des Projekts ist die Identifikation von elementaren Kontrollmechanismen und deren Störungen bei Patienten mit Schizophrenie und bei Patienten mit fokalen Frontalhirnläsionen. Ein reliabler Indikator gestörter Kontrollmechanismen bei diesen Patientengruppen sind Reflexsakkaden in Augenbewegungs- und Fixationsaufgaben. Es wurde ein Modell entwickelt, das von einer Konkurrenz zwischen den reizgesteuerten Reflexsakkaden und der eigentlich in der Aufgabe geforderten Willkürhandlung ausgeht und auf dieser Basis die Defizite der genannten Patientengruppen erklärt. Es wird vermutet, dass die Initiierung der Willkürhandlung bei Patienten mit Schizophrenie gestört ist, so dass sich die reizgesteuerte Sakkade häufiger durchsetzen kann.</p> <p>In dieser Förderperiode wird das Modell mit unterschiedlichen Methoden weiter überprüft und spezifiziert. Vorgesehen sind Verhaltensexperimente mit Patienten mit Schizophrenie und Patienten mit präfrontalen Läsionen, sowie Untersuchungen neuronaler Korrelate volitionaler und reflexiver Prozesse mit Hilfe der funktionalen Magnetresonanztomographie.</p>
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Vom 14.-16.9.2006 findet die 10. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen am Campus Adlershof statt. Sie wird vom Arbeitsbereich Klinische Psychologie des Instituts für Psychologie ausgerichtet.