Caspar-Fridolin Lorenz erforscht die kulturellen und ökonomischen Praktiken von Hochstaplerei und Unternehmertum, insbesondere wie Akteure durch Selbstinszenierung und Vertrauensgenerierung in wirtschaftlichen Kontexten operieren. Sein Fokus liegt auf der Analyse von Individualisierungsprozessen und performativen Strategien, die sowohl in betrügerischen als auch in legitimen unternehmerischen Handlungsweisen eine Rolle spielen. Für Unternehmen und Organisationen ist diese Forschung relevant, um Risiken in Rekrutierung, Kreditvergabe und Vertrauensbeziehungen besser zu verstehen und um die psychologischen sowie sozialen Mechanismen hinter Überzeugungsarbeit und Glaubwürdigkeitskonstruktion zu durchschauen. Die Erkenntnisse lassen sich auf Governance, Personalmanagement und Betrugsprävention anwenden.
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Caspar-Fridolin Lorenz
HU-FIS-Profil ↗Hochstapler*innen sind Selfmade-Personen schlechthin. Alles, was sie sind, haben sie selbst geschaffen. Als vollkommene Performer*innen müssen sie in jedem Moment das Bild, das sie von sich entworfen haben, dem Kontext anpassen. Ihre Fähigkeiten sind begehrt, denn sie wissen zu überzeugen, sie kriegen Kredit, Vorschuss, Vertrauen. Wie Hochstapler*innen arbeiten Unternehmer*innen an und mit Fiktionen. Sie müssen andere davon überzeugen, an ihre Pläne und Ziele zu glauben. Mit jeder Unterstützung gewinnt ein Businessplan an Realität. Wie sehr dürfen sich also Unternehmung und Hochstapelei einander annähern? Oder unterscheiden sie sich nur in dem Moment, in dem sie enttarnt werden? Ist jede Unternehmung nur eine Hochstapelei, die damit durchkommt? Die Tagung fragt nach den Ähnlichkeiten und Unterschieden zwischen diesen beiden Formen an der Schnittstelle von Individuum und Institution. Wie formen sich Subjekte auf die Ansprüche hin, die an sie gestellt werden? Welche Rolle spielen Erzählungen als Ort der Vermittlung? Und welche Fähigkeiten braucht es, sich auf dieses ernste Spiel einzulassen? Teilnehmer*innen: Stefan Appelhans, Laura S. Dornheim, Bernhard Dotzler, Anna Echterhölter, Daniel Ladnar, Maren Lehmann, Thomas Macho, Philipp Schönthaler Dieses Symposium wird durch die Humboldt-Universitäts-Gesellschaft (HUG) Verein der Freunde, der Ehemaligen und Förderer e.V. unterstützt.
kommunikation gesellschaft · DOI
Die Leistungsfähigkeit und Komplexität von Algorithmen scheint über eine bloße Steigerung wirtschaftlicher Automatisierungs- und Rationalisierungsprozesse hinauszuweisen. Der im Titel dieses Beitrags zitierte Ausspruch „Hello World“ bezeichnet somit nicht nur die ersten simplen Gehversuche beim Erlernen einer Pro-grammiersprache1, sondern zeigt, dass die von Algorithmen angeleiteten Computersysteme sich an der Konstitution gesellschaftlicher Realität beteiligen. Der vorliegende Beitrag versucht sich aus diesem Grund der Frage zu nähern, was eine Soziologie des Algorithmus aus systemtheoretischer Sicht bedeuten könnte. Ausgehend von dem Vorschlag, die Leistungen von Algorithmen testweise als produktive Irritation sinnförmiger Kommunikation zu verstehen, versuchen wir zunächst den kleinen, aber feinen Unterschied zwischen Computern und Algorithmen herauszuarbeiten. Anschließend rekapitulieren wir anhand verschiedener Positionen wie die soziologische Systemtheorie bislang jene möglichen Formen der Beteiligung von Computern an Kommunikation konzeptionell zu integrieren versuchte.
PubMed
Ointment containing cerium nitrate and silver sulphadiazine (Flammacerium) was applied to 47 children with second-degree to third-degree thermal injuries, with something between five and 60 per cent of the body surface being affected, as had been reported in a one-year prospective study. This ointment proved to be superior to several alternative approaches with regard to local properties, antimicrobial effectiveness, and applicability to several degree of burns. The process of treatment can be optimised due to unproblematic applicability in open and closed variants under both hospitalised and outpatient conditions. This assessment has been underlined by good to very good therapeutic results.
PubMed
Between 1984 and 1989 70 out of 76 children, who underwent a primary inpatient treatment for thermal injury, had predominant second degree burns affecting 3 to 25% of body surface. Data of them, concerning epidemiology, first aid, run of inpatient and following outpatient therapy, were documented and summarised. All patients were physical examined and we judged functional and cosmetic results at least half a year after the injury. A uniform score allowed us a comparison of two different concepts of local therapy: closed treatment with impregnated gauze dressings vs. application of ointment (Flammacerium). Kind of documentation and score are proved to be of advantage in estimating run and results of treatment.