Prof. Schmidt entwickelt sensorgestützte Systeme zur objektiven Erfassung und Bewertung von Tierwohl in der Nutztierhaltung (Schweine, Rinder, Schafe) sowie intelligente Steuerungssysteme für ressourceneffiziente Gewächshäuser und geschlossene Produktionssysteme. Sein aktueller Fokus liegt auf der Automatisierung von Tierwohl-Monitoring durch drahtlose Sensoren mit Energy-Harvesting-Technologie und auf der Entwicklung datengestützter Managementsysteme für nachhaltige Agrarproduktion. Die Systeme ermöglichen es Betrieben, Tierwohl und Ressourceneffizienz objektiv zu messen, zu dokumentieren und zu optimieren — relevant für Landwirtschaftsbetriebe, Gewächshausbetreiber und Forschungseinrichtungen, die regulatorische Anforderungen erfüllen und Produktionsprozesse verbessern müssen.
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Prof. Dr. Uwe Schmidt
HU-FIS-Profil ↗<p>Der Schwerpunkt liegt in der Kontrolle der Nährlösungen und der rückzuführenden Überlauflösungen bei geschlossenen Wasserkreislaufsystemen. Dazu sollen die von der Fa. iRAS GmbH entwickelten ionensensitiven Elektroden für einen Dauerbetrieb unter Gewächshausbedingungen weiterentwickelt werden. Entwicklungsziele sind die Verbesserung der Langzeitstabilität der Elektroden, eine Verringerung der Drift- und Temperaturempfindlichkeit und die Entwicklung automatisierter Kalibrierungssysteme. Eine Erweiterung des Systems auf Sauerstoff- und Kohlendioxidmessungen ist vorgesehen.</p> <p>Zur Einbindung der Sensorik in die Steuerungs- und Regelungstechnik moderner Gewächshausanlagen ist eine geeignete Software zu entwickeln. Diese sollte nicht nur die Messdaten über einen gewünschten Zeitpunkt darstellen können, sondern auch als Warnsystem eingesetzt werden, beispielsweise bei Überschreitung kritischer Konzentrationen. Weitergehend ist eine Anbindung an eine Nährlösungsmischstation vorgesehen, die über eine Auswerteeinheit automatisch angesteuert wird.</p>
Das Projekt behandelt die physikalische und ökonomische Überprüfung von differenten Anbaustrategien in der Tomatenproduktion in Bezug auf die Verwendung der Klimasteuerung für eine effiziente Energienutzung. Das Projekt wird unter verschiedenen Experimentalbedingungen in Mexiko und Deutschland durchgeführt. An vielen Standorten in beiden Ländern treten extreme Klimabedingungen im Sommer wie im Winter auf. Deshalb muss Energie zum Heizen und Kühlen eingesetzt werden. Im Projekt werden meteorologische Daten mit Hilfe von digitalisierten Mollier-Diagrammen bewertet, um kritische Bereiche der Temperatur und relativen Luftfeuchte im Produktionsbereich zu definieren. Diese Bereiche werden in Bezug auf Energiekosten bei unterschiedlichen Pflanzdichten, optimale Erlöse und Umwelteinflüsse analysiert. Es sind ebenfalls Untersuchungen anzustellen, um die beste Konstellation aus Temperatur und Feuchte bezüglich der Minderung des Infektionsdruckes in den Beständen zu ermitteln. Im Resultat wird der Tomatenanbau unter vorhandenen Klimabedingungen untersucht und Szenarien für Änderungen der Produktionsbedingungen unter dem globalen Klimawandel erarbeitet.
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Wissenschaftliche Begleitforschung (Machbarkeitsstudie) zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz im Bereich der gartenbaulichen Unterglasproduktion.In einer im Jahr 2010 errichteten Gewächshausanlage, bestehend aus zwei 307 m² Hochglashäusern (6m Stehwandhöhe) wird untersucht, inwiefern das Haus selbst als Solarkollektor genutzt werden kann. Es werden energetische Parameter, wie Kollektorwirkungsgrad, Arbeitszahl der installierten Wärmepumpe, Jahresenergiebilanz und einzusparende Wärmenergie erfasst und bewertet. Durch Vergleich des Anbaus von Tomaten unter Kollektor- und konventionellen Bedingungen sollen die pflanzenbaulichen Effekte des Sonderklimas in einem Kollektorgewächshaus untersucht werden.Dabei geht es um eine möglichst geschlossene Betriebsweise der Gewächshäuser mit Einfachverglasung und mehrlagigem Energieschirm. Die Aufgabenstellung umfasst die Systementwicklung mit dem Anlagenkonzept, der Prozessleitsoftware und dem MSR-Konzept. Wichtig sind energetische Untersuchungen zu Möglichkeiten der Auskoppelung, Speicherung und Wiederverwendung von Solarenergie, Übertragung von Wärme mit niedrigem Exergiegehalt an die Pflanzen, Ermittlung des Einsparpotentials und der Systemgrenzen. Parallel dazu laufen pflanzenbauliche Untersuchungen zur Anpassung von Klimaführung, Bewässerung und Nährstoffversorgung an die Bedingungen in geschlossenen Gewächshäusern mit Niedertemperatur-Pflanzenheizungen sowie zur Ermittlung der Ertrags- und Qualitätsdifferenzen. Eine für den gesamten Verbund durchzuführende Aufgabe ist die Anwendung der Phytomonitoring-Technologie zur Beschreibung der Pflanzenreaktionen auf die unterschiedlichen Sonderklimabedingungen bei der Reduktion des Wärmeeinsatzes bzw. beim geschlossenen Betrieb der Gewächshäuser. Die HU-Berlin und das ATB Potsdam werden deshalb das in Berlin entstandene Phytomonitoring-Konzept weiterentwickeln, um weitere Messsensoren zu ergänzen (z. B. Substratmonitoring, zerstörungsfreie online-Messung von Fruchtinhaltsstoffen) und an allen drei Versuchsstandorten zum Einsatz zu bringen.