Joseph Vogl erforscht die Wissensgeschichte und Kulturgeschichte von Textformen und Medien, insbesondere wie Wissen in kleinen, verdichteten Schreibformen organisiert und vermittelt wird. Sein aktueller Fokus liegt auf der Frage, wie unter Bedingungen knapper Aufmerksamkeit kulturelle Bedeutungswelten durch Literatur, Medien und Wissensformate strukturiert werden. Er leitet ein interdisziplinäres Netzwerk an der Humboldt-Universität, das Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften mit internationalen Partnern verbindet und dabei untersucht, wie historische und gegenwärtige Textpraktiken Wissen speichern und vermitteln. Für Kulturinstitutionen, Verlage und Medienunternehmen bietet dieser Ansatz Erkenntnisse darüber, wie Inhalte unter modernen Bedingungen effektiv organisiert und kommuniziert werden können.
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Prof. Dr. phil. Joseph Vogl
HU-FIS-Profil ↗Das Kolleg führt verschiedene Fachrichtungen in der gemeinsamen Ausrichtung auf mediengeschichtliche und historisch-anthropologische Fragestellungen zusammen. Im Zentrum stehen die historisch zu ermittelnden Formen der Konstruktion, der Ermöglichung und der Regulierung von Gewalt im Blick auf Verfahren und Techniken der Übertragung, Speicherung und Verarbeitung. In den Bereichen von Literatur, Kunst, Theater und Musik tritt an die Stelle der Darstellungsproblematik (Gewalt als Essenz in den Menschen- und Geschichtsbildern) die Problematisierung von medialen Formen, diskursiven Strukturen und ästhetischen Strategien der Hervorbringung von Gewalt in den europäischen und außereuropäischen Kulturen vom Mittelalter bis ans Ende des 20. Jahrhunderts.
Der Workshop hat das Ziel, über das Experiment als ein Verfahren nachzudenken, das sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus den Naturwissenschaften kommend in den Sphären der Politik wie der Ästhetik etablierte. Es interessiert die Spannung zwischen einer eröffnenden, affirmativen Geste des Experimentierens und dem normierenden, regulierenden Kalkül des Experiments. Wird der Begriff des Experiments politisch gefasst, dann umschließt dies sowohl die Politik selbst als Experimentalszene als auch Experimente im Dienst politischer, regierungstechnischer Praktiken. Der Workshop verfolgt die Diffusion des Begriffs des Experiments in unterschiedliche Wissensfelder (wie z.B. Medien, Pädagogik, Medizin, Kunst, Philosophie und Politik) und geht der damit einhergehenden Neukonfiguration der Semantiken und Praktiken des naturwissenschaftlichen Experiments als auch neuen Konzepten des Politischen nach. Wir gehen von dem Befund aus, dass in der eskalierenden Phase gouvernemental-biopolitischen, territorialstaatlich gehegten Regierens, als die die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts begriffen werden kann, Semantiken und Praktiken des von naturwissenschaftlichen Epistemologien und Praktiken geprägten Experiments vermehrt in der Sphäre der Politik und der Ästhetik anzutreffen sind. Dies betrifft sowohl künstlerische Praktiken und Programmatiken, Begriffe des Politischen an sich, als auch ein von Sekuritätsdenken grundiertes Regierungswissen.
Radiology · DOI
PURPOSE: To compare the usefulness of gadolinium ethoxybenzyl diethylenetriaminepentaacetic acid (Gd-EOB-DTPA) and gadolinium diethylenetriaminepentaacetic acid (Gd-DTPA) in the diagnosis of focal liver lesions. MATERIALS AND METHODS: Thirty-one patients with focal liver lesions underwent T2- and T1-weighted spin-echo magnetic resonance (MR) imaging and fast low-angle shot two-dimensional MR imaging before, during, and after intravenous administration of three different doses of Gd-EOB-DTPA (12.5, 25, and 50 mumol per kilogram body weight). Gd-DTPA-enhanced imaging (dose, 0.1 mmol per kilogram body weight) was performed in the same patients within 1 week of Gd-EOB-DTPA imaging. RESULTS: During the perfusion phase (the 3 minutes after injection of contrast material), the dynamic enhancement characteristics seen after injection of 25 and 50 mumol of Gd-EOB-DTPA were similar to those seen with Gd-DTPA. At the lowest dose of Gd-EOB-DTPA (12.5 mumol), the dynamic enhancement characteristics were not comparable to those seen with Gd-DTPA. During the hepatobiliary phase (1.5 minutes to 4 hours after injection), Gd-EOB-DTPA-enhanced images yielded a dose-independent, statistically significant improvement in the detection rate of additional metastases, hepatocellular carcinomas, and hemangiomas compared with unenhanced and Gd-DTPA-enhanced images (P < .05). CONCLUSION: Gd-EOB-DTPA-enhanced MR imaging enables improved detection of hepatic lesions over Gd-DTPA-enhanced MR imaging while providing comparable differential diagnostic information.
European Radiology ·
Schon als medizintechnische Praxis ist die Prothetik ein Schnittstellenphänomen: Medizinisches Wissen (Anatomie, Chirurgie, Neurologie, Schmerztherapie) und technisches Know-how (Mechanik, Robotik) paart sich in der Prothesenversorgung mit den handwerklichen Fertigkeiten des Orthopäden und körpertechnischen Verfahren von Ergo- und Physiotherapie. Auf den zweiten Blick erweist sich die Prothetik jedoch als ein Aggregat aus institutionellen, diskursiven und technischen Elementen, das die Relation zwischen Wissensbeständen über den Menschen und anthropologischen wie gesellschaftspolitischen Setzungen reguliert und technisch konkretisiert. Als Diskurs löst sich die Prothetik aus dem Feld des praktischen Vollzugs und begibt sich in andere kulturelle und soziale Felder. Mit Hilfe prothetischer Figuren wird in der Neuzeit das Verhältnis von Natur und Kultur, von Organizität und Mechanizität, von Norm und Abweichung diskutiert und normativ festgeschrieben. Die Bedingungen der Konstruktion von Wissen über den Körper und dessen semiotische und ikonische, narrative und tabellarische, rhetorische und mathematische Konstitution sind deshalb ebenso Thema des Projektes wie die historische Praxis der Prothesenversorgung. Besonders interessieren die Wechselwirkungen prothetischen Wissens mit kulturtheoretischen und biopolitischen Programmen. Denn als Figur der gesellschaftlichen Selbstbeschreibung, die das Verhältnis von Ganzheit und Zergliederung (des Staats- oder Volkskörpers ) und von Selbst- und Fremdbestimmung thematisiert, ist die Prothetik nicht erst Donna Haraways Cyborg-Manifest im Gespräch, sondern nomadisiert seit Herders Rede vom Menschen als Mängelwesen und Goethes Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand quer durch heterogene Wissensfelder.
Endoscopy · DOI
BACKGROUND AND STUDY AIMS: The clinical importance of magnetic resonance cholangiopancreatography (MRCP) as a noninvasive diagnostic modality for investigation of the biliary tree and pancreatic duct system is under debate. Using endoscopic retrograde cholangiopancreatography (ERCP) as the gold standard, this study determined in a prospective, blinded fashion the sensitivity and further statistic values of MRCP findings for evaluation of the biliary and pancreatic tract. PATIENTS AND METHODS: Seventy-eight patients referred for ERCP were studied prospectively with MRCP and ERCP during a 12-month period. All images were interpreted on a blinded basis by two radiologists. Any dilations, strictures, and intraductal abnormalities were recorded and correlated with the clinical diagnoses. RESULTS: MRCP images of diagnostic quality were obtained in 76 of the 78 patients (97%). Magnetic resonance cholangiography (MRC) showed sensitivities (and positive predictive values) of 71% (62%) for recognition of normal bile ducts, 83% (91%) for recognition of dilation, 85% (100%) for recognition of strictures, 77% (91%) for correct stricture location, and 80% (100%) for diagnosing bile duct calculi. In addition, the sensitivity of MRC in classifying benign and malignant strictures was 50% and 80%, respectively. The statistical values (sensitivity and positive predictive value) for magnetic resonance pancreatography findings were determined for the recognition of normal pancreatic ducts (33% and 50%), recognition of dilation (62% and 100%), recognition of strictures (76% and 87%) and correct location (66% and 100%), diagnosis of benign strictures (87% and 87%) and malignant strictures (60% and 75%), and for diagnosing pancreatic duct stones (60% and 100%). CONCLUSIONS: MRCP is capable of providing diagnostic information equivalent to ERCP in many patients, and should be applied whenever established techniques provide no results, or inadequate results.