Prof. Filipponio forscht zu europäischen Kulturräumen, insbesondere zu Geschichte, Politik und Literatur Osteuropas (Republik Moldau) sowie zu Fragen von Autorschaft und Legitimation weiblichen Schreibens in der Frühen Neuzeit. Seine Arbeiten verbinden literaturwissenschaftliche Textanalyse mit gesellschaftspolitischen Kontexten und untersuchen, wie Literatur als kulturelles Phänomen gesellschaftliche Funktionen erfüllt. Für Organisationen und Institutionen relevant ist sein Ansatz zur Vermittlung zwischen akademischer Forschung und politischen Akteuren sowie zur Erschließung bislang unterrepräsentierter Autorinnen und Kulturtraditionen — ein Wissen, das für Kulturinstitutionen, Gedächtnisarbeit und internationale Zusammenarbeit in Europa nutzbar ist.
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Prof. Dr. Lorenzo Filipponio
HU-FIS-Profil ↗Die Auseinandersetzung mit Religionen und (Post-)Säkularisierung wird derzeit in gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Diskussionen intensiv geführt. Die Geisteswissenschaften mit ihren Forschungen zur Geschichte und Wiederkehr der Religionen, zur Dialektik der Säkularisierung und zum Nachleben religiöser Praktiken, zu Religionskonflikten und zum interreligiösen Dialog tragen wichtige Fragen und Antworten zu diesen Debatten bei.Im Rahmen des mit Mitteln der Stiftung Humboldt-Universität geförderten Projekts möchte insbesondere das Institut für Romanistik einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung und Weiterentwicklung innovativer Arbeitsgebiete in diesem Forschungsfeld leisten. Dazu wird in den Jahren der Projektlaufzeit von 2022 bis 2027 ein internationales Gastwissenschaftler*innen-Programm eingerichtet, mit dessen Hilfe alle zwei Jahre für bis zu sechs Monate internationale Gastwissenschaftler*innen aus verschiedenen Bereichen des Fachs eingeladen werden sollen, um zum Rahmenthema „Romania und Religionen“ eine mit den Mitgliedern des Instituts abgestimmte Forschungstätigkeit vor Ort zu entwickeln sowie ein spezifisches Seminarangebot für Studierende im Sinn des Forschenden Lernens zu machen. Jeder Gastaufenthalt steht in Verbindung mit einer öffentlichen wissenschaftlichen oder wissenschaftlich-künstlerischen Veranstaltung, die gemeinsam mit den eingeladenen Gastwissenschaftler*innen entwickelt werden soll. Die Einbeziehung von Studierenden und Nachwuchswissenschaftler*innen ist ausdrücklich vorgesehen, ebenso die Kooperation der Gastwissenschaftler*innen mit Kolleg*innen des Instituts und der Fakultät sowie darüber hinaus. Geplant sind im Rahmen des Programms insgesamt vier Gastaufenthalte:1) Sommersemester 2022 (ursprünglich geplant für 2021, jedoch pandemiebedingt um ein Jahr verschoben): Schwerpunkt „Religion und Literatur in der Moderne“ (Gastwissenschaftler: Dr. Devin Zuber, Associate Professor of American Studies, Religion, and Literature an der Graduate Theological Union Berkeley)2) Sommersemester 2023: Schwerpunkt „Religion und Literatur in der Vormoderne“ (N.N.)3) Sommersemester 2025: Schwerpunkt Linguistik (N.N.)4) Sommersemester 2025: Schwerpunkt Fachdidaktik (N.N.)
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Die dritte, von der FONTE-Stiftung geförderte Tagung ‚Femmes de Lettres‘ knüpft an das Ziel der letzten beiden Jahrestagungen an, Autorinnen des 17. und 18. Jahrhunderts (neu) zu entdecken.Im Zentrum der diesjährigen Tagung soll die Frage nach Autorisierungsstrategien stehen, durch die kanonisierte, aber vorrangig auch unkanonisierte Autorinnen der Zeit ihr weibliches Schreiben zu legitimieren suchen. Dazu können etwa die Einschreibung in männlich geprägte literarische Traditionen und Diskurse, die Aneignung von Gattungen und Motiven, die Rezeption von angesehenen literarischen Vorbildern sowie sprachlich-rhetorische Mittel der Textgestaltung zählen. Besonders interessant wäre in diesem Kontext die Frage, inwiefern binäre Geschlechterkonstruktionen in den weiblichen Diskursstrategien umgekehrt bzw. möglicherweise bereits durchbrochen und dekonstruiert werden.Gewünscht sind Beiträge, in denen literarische Schriften von romanischen Autorinnen aus diesen Jahrhunderten vorgestellt und in Hinblick auf ihre vielfältigen Autorisierungsstrategien untersucht werden.Die Jahrestagung steht im Kontext der Symposien ‚Femmes de Lettres‘, die 2019 und 2021 an der Humboldt-Universität zu Berlin stattgefunden haben. Hierzu ist der Sammelband ‘Femmes de lettres – Europäische Autorinnen des 17. und 18. Jahrhunderts’ (Hg. Marina O. Hertrampf, Frank & Timme 2020) erschienen und ‘Textfiguren der Emanzipation. Autorinnen des europäischen 17. und 18. Jahrhunderts wieder (und wieder) lesen’ (Hg. Annina Klappert) im Druck. Angebunden an die Jahrestagung der FONTE-Stiftung sind die ebenfalls von der FONTE-Stiftung herausgegebenen, im Secession-Verlag bzw. Wehrhahn-Verlag erscheinenden Buchreihen ‚Femmes de Lettres‘ und ‘Edition FONTE’, die in Vergessenheit geratene belletristische, essayistische und wissenschaftliche Texte von Autorinnen des 16. bis 18. Jahrhunderts übersetzen und einem breiteren Lesepublikum zugänglich machen. In diesen Reihen sind bereits Texte der Autorinnen Labé, Ziegler, de Grafigny, Zäunemann, Sibylla Schwarz und de Zayas erschienen bzw. die ‘Barocklyrik von Frauen’, die Tragödie ‘Charlotte Corday’ und die ‘Mémoires du Comte de Comminge’.
Die (halbe) FONTE-Stiftungsgastprofessur im Bereich Französische und italienische Literaturwissenschaft (Frühe Neuzeit) umfasst die Lehre am Institut für Romanistik im Sommersemester 2023 im Umfang vonn 2 Lehrveranstaltungen zu den Themen: Dante (Vita Nuova), Politisches Theater der Aufklärung (Olympe de Gouges etc.) oder Arbeitsverhältnisse im postkolonialen Gegenwartsroman.Sie bietet darüber hinaus die Möglichkeit, wissenschaftliche Projekte weiter zu betreiben.