Prof. Winterling erforscht die antike Geschichte mit Schwerpunkt auf Caesar und dessen Zeit. Seine Arbeit verbindet klassische historische Quellenanalyse mit modernen Interpretationsmethoden, um politische Strukturen, Handlungslogiken und Machtverhältnisse der Antike zu verstehen. Die Ergebnisse sind relevant für alle, die sich mit Grundlagen europäischer Politikgeschichte, Entscheidungsfindung unter Unsicherheit oder der Rekonstruktion historischer Prozesse auseinandersetzen — etwa in Bildung, Kulturinstitutionen oder der Vermittlung von Geschichtswissen.
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Prof. Dr. Aloys Winterling
HU-FIS-Profil ↗Das Dissertationsvorhaben untersucht die täglichen Morgenbegrüßungen der Römer von den ersten republikanischen Belegen bis in die frühe Kaiserzeit. Es handelt sich um die erste monographische Untersuchung des Phänomens seit 1740. Im Zeitraum 2008-2009 wurde hauptsächlich das im Herbst 2007 abgeschlossene Manuskript publikationsfertig gemacht. Die Arbeit ist 2010 im Akademie Verlag (Berlin) in der Reihe der Klio Beihefte erschienen.
Das Basler Dissertationsvorhaben untersucht die Bedeutungszuschreibungen, die der Körper des römischen Princeps in der frühen Kaiserzeit erhält. Dabei soll aufgezeigt werden, wie sich die Körperwahrnehmung der römischen Aristokratie im Vergleich zur späten Republik unter dem Eindruck der neuen Monarchie verschiebt. Die Dissertation wurde betreut von Prof. Dr. J. v. Ungern-Sternberg (Basel) und Prof. Dr. Thomas Späth (Bern) und wird im Frühjahr 2012 in der Reihe der Historia Einzelschriften erscheinen.
Römische Kaisergeschichten zeichneten sich traditionell durch personalistische Reduktion und unklare Bezugnahmen auf die tendenziösen literarischen Quellen aus und wurden nur selten Gegenstand seriöser Darstellungen auf der Höhe der Forschung. Das Projekt geht demgegenüber davon aus, dass eine Rekonstruktion der Handlungsbedingungen der Kaiser des Umwegs über eine Analyse der politischen, sozialen und kommunikativen Strukturen der Bedingungen im kaiserzeitlichen Rom bedarf und dass diese Strukturanalyse komplexer als üblich anzulegen ist: Grundlegende Paradoxien in allen drei Hinsichten prägten die aristokratischen Handlungsbedingungen. Die posthume Bewertung in den literarischen Quellen (und teilweise auch in modernen Darstellungen) als gute oder schlechte Kaiser hing nicht primär von der Sachpolitik oder der Stringenz des Herrschaftsausbaus des jeweiligen Kaisers gegenüber Senat und Aristokratie ab. Entscheidend für Harmonie oder Konflikt, für Erfolg oder Scheitern des jeweiligen Prinzipats war vielmehr die Fähigkeit der Kaiser (und indirekt auch der Senatsaristokratie), die paradoxen Handlungsbedingungen kommunikativ zu bewältigen. So lässt sich zeigen, dass die Verhaltensstrategien der einzelnen Kaiser in allen drei Hinsichten ein weitgehend konsistentes Profil aufweisen. Entsprechende Analysen ermöglichen somit individuelle Charakterisierungen jenseits personalistischer Spekulation. Das Projekt wurde 2006/2007 vom Historischen Kolleg München gefördert.
História (São Paulo) · DOI
Este artigo aborda a questão da "loucura imperial" na Roma antiga, indagando-se sobre o que seria peculiar a ações de imperadores, como Calígula, Nero e Domiciano, que conduziu a conflitos com a aristocracia. Argumenta-se que apenas uma análise das estruturas e sistemas históricos do Alto Império possibilita explicar certos padrões de comportamento imperial, usualmente classificados como loucura pela historiografia dos séculos XIX e XX.