Christoph Markschies forscht schwerpunktmäßig zur Religions- und Kirchengeschichte der Spätantike, mit besonderem Fokus auf die Christianisierung des öffentlichen Raums, Heilkult und den Transfer apokryphen Wissens. Ein zentrales Arbeitsfeld ist die Editionsphilologie, insbesondere die kritische Ausgabe und Übersetzung von Genesiskommentaren des Origenes und Prokop von Gaza. Seine Projekte verbinden klassische Altertumswissenschaft mit interdisziplinären Ansätzen aus Archäologie, Kunstgeschichte und Philosophiegeschichte. Zudem engagiert er sich in der Digitalisierung von Bildmaterial und der Förderung des Dialogs zwischen historischer Religionswissenschaft und klassischen Philologien.
🔒 Das System hat 494 mögliche Industrie-Partner gefunden — Firmen, Scores und Begründungen sind nur für eingeloggte Nutzer:innen sichtbar. Anmelden
Prof. Dr. Dres. h. c. Christoph Markschies
Gegenstand der Untersuchung ist die spätantike Religions- und Kirchengeschichte der römischen Provinz Dalmatia. Mithilfe eines religionsgeographischen Ansatzes wird nach Kontinuitäten, Transformationen und Abbrüchen der kultischen Praxis innerhalb dieses Raumes gefragt. Das Arbeitsprojekt setzt sich damit zwei Schwerpunkte: Zum einen wird das Christentum in seiner besonderen Gestalt in den Blick genommen, die es im Lauf der Spätantike in diesem konkreten Raum angenommen hat. Zum anderen wird erforscht, wie sich religiöses Leben durch das Christentum und davon unabhängig gewandelt hat. Die wechselseitigen Transformationsprozesse werden für die Provinz Dalmatia im Hinblick auf ihre regionalen Spezifika, aber auch auf ihre Exemplarität für spätantike Religions- und Christentumsgeschichte betrachtet. Das Arbeitsprojekt ist Teil des Schwerpunktprogramms "Römische Reichsreligion und Provinzialreligion"; es stellt die Fortsetzung einer thematisch analogen Untersuchung des pannonischen Raumes dar.
<b>Heil und Heilung in der Spätantike (Denkmäler und Texte).</b> <br>Zu den (z.T. unmittelbar spürbaren) Veränderungen, die die Ausbreitung des Christentums in der Spätantike mit sich brachten, gehört auch der Paradigmenwechsel in der Medizin. Die antiken Heilgötter verloren zunehmend an Akzeptanz, bis schließlich Theodosius am Ende des 4. Jh. die heidnischen Kulte ganz verbot und anordnete, ihre Tempel zu schließen. Viele Heiligtümer der Heilgötter blieben jedoch in Funktion, allerdings unter anderen Vorzeichen. An der Stelle der alten Tempel wurden bald darauf Kirchenbauten errichtet. Den darin niedergelegten Reliquien verschiedener Heiliger wurden oft die gleichen Heilkräfte wie früher den antiken Gottheiten zugeschrieben. Das Forschungsprojekt möchte nun untersuchen, wie und in welchen Zeitabläufen sich dieser Paradigmenwechsel an den Heiligtümern vollzogen hat. Die Untersuchung stützt sich dabei vorwiegend auf archäologische und literarische Quellen.<br>(Bearbeiter: Dr. Tomas Lehmann)<p><b>Origenes-Edition: Genesiskommentare des Origenes und des Prokop von Gaza.</b> <br>Gegenstand des Projektes ist die weitgehende Rekonstruktion der bis auf Fragmente verlorenen griechischen Kommentierung des ersten Buchs der Bibel, der Genesis, durch den alexandrinischen Universalgelehrten <i>Origenes</i> (ca. 185 - ca. 253 n.Chr.), der einen immensen Einfluß auf die Theologie seiner und der nachfolgenden Zeit hatte. Weil einzelne Positionen des Theologen nach seinem Tode von einem Konzil verurteilt worden sind, wurden viele seiner Werke nicht mehr vollständig abgeschrieben und tradiert. Manche (wie den Genesis-Kommentar) kann man allerdings noch aus Zitaten bei anderen Autoren und in kommentierten Bibelausgaben (Kettenkommentaren: Katenen) rekonstruieren. In dieser Weise soll auch dieser für eine Kenntnis antiker Kosmologie zentrale Kommentar, der zugleich die Entstehung einer nach antiken Maßstäben wissenschaftlichen Theologie dokumentiert, für die Werkausgabe des Origenes in der Editionsreihe "Die Griechischen Christlichen Schriftsteller der ersten Jahrhunderte" der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften herausgegeben werden: Für diese Aufgabe ist zunächst erforderlich, auch den Genesis-Kommentar aus der Oktateuchkatene des <i>Prokop von Gaza</i> (6. Jahrhundert) zu edieren, den in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Max Rauer herauszugeben begonnen hatte.<br>(Bearbeiterin: PD Dr. Karin Metzler)
Noch keine Publikationen aus OpenAlex zugeordnet.
Die ZAC ist eine akademische Zeitschrift, die den Dialog zwischen der Kirchengeschichte bzw. der historischen Religionswissenschaft und der klassischen Altertumswissenschaft in allen ihren Teildisziplinen (der klassischen und christlich-orientalischen Philologie, alten Geschichte, klassischen bzw. christlichen Archäologie sowie der antiken Philosophie- und Rechtsgeschichte) fördern will. In diesem Zusammenhang wird das antike Christentum in seiner ganzen prosopographischen und doxographischen Breite, d.h. auch unter Einschluß von Sonder- bzw. Randgruppen und benachbarten Bewegungen, behandelt. Die ZAC erscheint mit einem Gesamtumfang von ca. 600 Seiten/Jahr in drei Heften. Beiträge sollen in der Regel auf Deutsch, Englisch, Französisch oder Italienisch verfaßt sein und werden jeweils durch eine englische oder deutsche Zusammenfassung (Abstract) abgeschlossen.