Prof. Baldauf erforscht die sozialen und wirtschaftlichen Folgen von Migration in Zentralasien, insbesondere wie die Abwanderung von Arbeitskräften die Ernährungssicherheit und Gesundheit von zurückgelassenen Kindern in Ländern wie Kirgisistan beeinflusst. Sie kombiniert dabei qualitative Feldforschung mit empirischen Daten, um die Mechanismen von Mangelernährung und sozialer Ungleichheit in transnationalen Haushalten zu verstehen. Ihre Arbeit ist relevant für Entwicklungsorganisationen, Regierungen und NGOs, die Migrationspolitik gestalten oder Ernährungsprogramme in Ländern mit hoher Arbeitsmigration entwickeln. Parallel koordiniert sie ein strukturiertes Promotionsprogramm in Eurasian Studies zwischen der Humboldt-Universität und der Nazarbayev University, das Forschungskapazitäten in der Region aufbaut.
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Prof. Dr. phil. Ingeborg Baldauf
HU-FIS-Profil ↗Orientiert am Verständnis einer theoriegeleiteten und empirisch gestützten Regionalwissenschaft wird zum April 2001 ein multidisziplinärer Aufbaustudiengang "Mittelasien/Kaukasien" eingerichtet. Unter maßgeblicher Beteiligung auswärtiger Wissenschaftler wird erstmals in Deutschland regionalspezifische Kompetenz zusammengeführt und an junge Nachwuchswissenschaftler weitergegeben. Der modulare Aufbau des Programms garantiert Flexibilität hinsichtlich individueller Zielvorstellungen für weitere Forschung und künftige Berufspraxis.
Die Menschen Afghanistans haben zwei Jahrzehnte Krieg und Bürgerkrieg hinter sich. Noch weiß man ganz wenig über das, was Individuen in dieser Zeit konkret erlebt haben, wie sie die Zeit erlebt haben und wie sie dieses Leben heute deuten. Ein Bereich, über den man besonders wenig weiß, ist das Leben der Soldaten und Milizionäre. In diesem Projekt wird ihren mündlichen Erinnerungen und ihrer Selbstinterpretation besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
Bobomurod Daminov, ein uzbekischer Schriftsteller, der viele Jahre seines Lebens aktiver Lokal- und Regionalpolitiker war und in der Sowjetzeit wichtige öffentliche Positionen bekleidete, veröffentlicht seine Erinnerungen in fiktionalisierter Form seit 2002 in einer (vorläufig) Tetralogie. Damit zeichnet er ein Bild der Gesellschaft des sowjetischen Uzbekistan, das die Polit-Memoiren vieler anderer Autoren der letzten Jahre an Schärfe der Beobachtung und Darstellung sowie an Gnadenlosigkeit der Wertung erheblich übertrifft. Im Projekt wird der künstlerische Text durch Gespräche mit dem Autor (Jahrgang 1914) "gegengelesen".
OpenEdition (OpenEdition)
L’education des poetes et la promotion de la poesie ouzbeke, des annees 1910 au debut des annees 1930 En trois decennies, a partir du tournant du xxe siecle, la poesie en Asie centrale, de passe-temps intellectuel et d’occupation liberale partagee au sein de cercles d’amateurs rivalisant pour la perfection stylistique tout en encourageant les aspirations litteraires des jeunes, s’est muee en une arme aux mains de versificateurs ideologiquement determines aux prouesses variables. L’article retrace le developpement de la poesie ouzbeke, laquelle a ete guidee en premier lieu dans la modernite par les promoteurs de l’instruction, puis s’est diversifiee du fait de l’elan autonomiste et revolutionnaire, pour aboutir en fin de compte a une profession uniforme et geree par l’Etat, avec son lot de poetes devenus victimes de l’oppression, et d’œuvres tombees dans l’oubli du tabou.
Asian Ethnicity · DOI
This article focuses on mythico-historical texts belonging to the Chingiznāma-Oghuznāma Complex, an oral and written tradition that emerged over the course of seven centuries in post-Mongol Central Asia and the Middle East. It disentangles the narrative strategies creatively employed by authors and tradents who deconstructed and re-constructed narratives that blend the genealogy of Chingiz Khan with the epic story of Oghuz Qaghan, showing how they mobilized and developed the plots and motifs at their disposal to meet the political, ideological and communal requirements of their times. Focusing in particular on the changing ways in which the texts foreground particular mothers and the maternal line over nobility granted through paternal descent, the article highlights narrative traces of multiple religious beliefs and postulates – Jewish and Christian, as well as Inner Asian theistic and Islamic. It also demonstrates that some later texts refute claims to descent-based continuity in power and rule altogether.