Dr. Saskia Schäfer erforscht die Rolle von Religion in demokratischen Gesellschaften, mit aktuellem Fokus auf die Frage, wie religiöse Bildung zur Stärkung von Demokratie und zum Abbau von Antisemitismus und Rassismus beitragen kann. Sie untersucht dabei vergleichend, wie säkulare und religiöse Kräfte in Ländern wie Indonesien und der Türkei die Demokratieentwicklung prägen — insbesondere unter Bedingungen von Polarisierung und wachsender religiöser Intoleranz. Ihre Arbeitsgruppe verbindet dabei Perspektiven aus Religionswissenschaft, Politikwissenschaft und Bildungsforschung, um praktische Ansätze für pluralistische demokratische Bildung zu entwickeln. Für Behörden und Bildungseinrichtungen bietet dieser Forschungsansatz Erkenntnisse zur Gestaltung von Lehrplänen und Integrationsprogrammen in fragmentierten Gesellschaften.
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Dr. Saskia Schäfer
HU-FIS-Profil ↗Indonesia and Turkey together make up almost one fifth of the world's Muslim population. Both countries were hailed as models for democratization until recent developments called that process into question. In Turkey, the Islamist-conservative President Erdoğan has ignited the country’s authoritarian transformation. In Indonesia, oligarchic networks and growing religious intolerance have hollowed out democracy. This research project seeks to explain the authoritarian turn in both countries from a comparative and transnational perspective. Blending the methods and findings of area studies, political science, anthropology, sociology, and political economy, the research group will analyse how the cooperation and competition among religious, economic, and political elites resulted in the regress of democracy. The analysis focuses on three sectors: urban development, health care, and education. Using interviews, ethnography, and media analysis, the project will make sense of the simultaneous trends of privatization and increased public spending and show how they factor in the democratic decline. The project bridges the gap between area studies and political science, and brings new perspectives to the still Western-centric literature on the much-discussed “crisis” of liberal democracy.
Angesichts der aktuellen politischen Lage in Deutschland, die durch Fragmentierung und Polarisierung entlang religiöser und identitärer Linien gekennzeichnet ist, sieht diese inter- und transdisziplinäre Arbeitsgruppe einen dringenden Bedarf an einer breiten pluralistischen demokratischen Bildung. Das Forschungsteam untersucht, inwieweit religiöse Bildung Potenziale zur Stärkung von Demokratie bietet. Es vereint Politikwissenschaftler_innen und Forscher_innen der politischen Bildung sowie praktische Partner_innen aus den Bereichen der politischen Bildung und des interreligiösen Dialogs. Das Projektteam analysiert die Bedingungen und Potenziale pro-demokratischer religiöser Bildung, indem es partizipative Forschung mit Handlungs- und Interventionsforschung kombiniert. Auf dieser Grundlage entwickelt es Konzepte und Bildungsformate für "religious literacy" und religiöse Kompetenz in Schulen sowie für politische Bildner*innen.