Dr. Tim Müller erforscht die Prävention von Radikalisierung im Jugendalter, mit aktuellem Fokus auf die Entwicklung von Interventionsmaßnahmen zur Stärkung der Resilienz gegenüber extremistischen Ideologien im Schulkontext. Sein Ansatz wendet sich bewusst von defizitorientierten Modellen ab und zielt darauf, Schutzfaktoren zu identifizieren und zu fördern. Parallel beschäftigt er sich mit den Wechselwirkungen zwischen Migration und Sozialstaaten — insbesondere mit Fragen der Arbeitsmarktintegration, fiskalischen Effekten und institutionellen Anpassungen. Für Schulen, Behörden und Sozialträger bietet seine Arbeit evidenzbasierte Werkzeuge zur Radikalisierungsprävention sowie Erkenntnisse zur besseren Gestaltung von Integrations- und Sozialpolitik.
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Dr. Tim Müller
HU-FIS-Profil ↗Die Migration stellt die Sozialstaaten in Deutschland und Europa vor große Herausforderungen. Einerseits ist sie eine große Chance, die Kosten des demographischen Wandels für den Sozialstaat abzumildern und so Verteilungskonflikte zu entschärfen. Andererseits kann Migration bei einer unvollkommenen Integration der Migrant*innen in den Arbeitsmarkt auch zu Wohlfahrtsverlusten führen. Außerdem beeinflussen sozialstaatliche Regelungen selbst Umfang und Struktur der Migration und damit ihre Folgen für Wirtschaft und öffentliche Finanzen. Schließlich hängt die Akzeptanz der Migration wesentlich von den sozialstaatlichen Transfers an die Einwanderer ab. Eine umfassende Analyse der Wechselwirkungen zwischen Migration und der Leistungsfähigkeit moderner Sozialstaaten steht jedoch noch aus.Vor diesem Hintergrund verfolgt das Forschungsvorhaben folgende Fragen: (1) Welche Auswirkungen hat die Migration auf die fiskalische Bilanz des Sozialstaates, unter verschiedenen Annahmen über Umfang und Struktur der Migration sowie sozialstaatlicher Regelungen? (2) Wie wirken sich verschiedene sozialstaatliche Regelungen auf Umfang und Struktur der Migration aus? (3) Welche Folgen haben die Beiträge von Migrant*innen zur fiskalischen Bilanz des Sozialstaats und sozialstaatliche Transfers an Einwanderer für die Akzeptanz und Legitimation der Migration? (4) Wie anpassungsfähig sind verschiedene Sozialstaats- und Migrationsregime in Hinblick auf die Migration?
npj Systems Biology and Applications · DOI
Increasing evidence points to a role of the circadian clock in the regulation of cancer hallmarks with a strong impact on the understanding and treatment of this disease. Anti-cancer treatment can be personalized considering treatment timing. Here we present a new mathematical model based on data from three colorectal cancer cell lines and core-clock knock-outs, which couples the circadian and drug metabolism network, and that allows to determine toxicity profiles for a given drug and cell type. Moreover, this model integrates external Zeitgebers and thus may be used to fine-tune toxicity by using external factors, such as light, and therefore, to a certain extent, help fitting the endogenous rhythms of the patients to a defined clinic routine facilitating the implementation of time-dependent treatment in clinical practice.
Rechtsextreme sowie radikal islamistische Tendenzen sind eine Bedrohung für die demokratische Grundordnung in Deutschland. Die Prävention von Radikalisierungsprozessen im Jugendalter ist deshalb von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Bisherige Forschung ist jedoch eher defizitorientiert, und es bestehen Forschungslücken hinsichtlich der Wirksamkeit bestehender Präventionsmaßnahmen. Unser geplantes Projekt arbeitet deswegen lösungs- und ressourcenorientiert und fragt, warum sich bestimmte Jugendliche trotz radikalisierungsbegünstigender Umstände nicht radikalisieren. Risikofaktoren der Radikalisierung im Jugendalter können als psychologische Bedrohung konzeptualisiert werden, die einige Jugendliche durch eine Wiederaufwertung der eigenen Identität und einer Hinwendung zu extremistischen Ideologien zu kompensieren versuchen. Im Gegensatz dazu verfügen resiliente Jugendliche über radikalisierungsvermindernde Ressourcen, die ihnen einen konstruktiveren Umgang mit widrigen Umständen ermöglichen. Das erste Projektziel besteht deswegen in der Identifikation der Charakteristika resilienter Jugendlicher und der Dokumentation erfolgreicher Präventionsmethoden, wobei diese in einem umfangreichen qualitativen Arbeitspaket erarbeitet werden. Das zweite Hauptziel des Projekts ist die Entwicklung und Testung einer im Schulkontext anwendbaren Kurzintervention zur Resilienzerhöhung Jugendlicher gegenüber rechtsextremer und islamistischer Radikalisierung, welche Methoden der Wissensvermittlung und Empathierhöhung mit dem sozialpsychologischen Ansatz der Self-Affirmation-Theorie verbindet. Self-Affirmation-Interventionen zielen darauf ab, psychologische Bedrohungen und schädliche Kompensationsmechanismen durch die Bewusstmachung unterschiedlicher wertvoller Teilidentitäten einer Person zu verringern. Aus den Projektergebnissen soll ein breit verwertbares Resilienztoolkit entwickelt werden, das phänomenübergreifende sowie geschlechtersensible Implikationen für die Praxis liefern kann.