Prof. Dr. Sabine Reh erforscht derzeit, wie Narrative über Kindheit und Bildung in der DDR entstehen und weitergegeben werden — insbesondere durch Gespräche zwischen heutigen Grundschüler*innen und älteren Menschen aus dem geteilten Deutschland. Sie untersucht, welche wiederkehrenden Muster, Geschichten und Bilder über Erziehung und Schule in diesen Erinnerungsdialogen auftauchen und wie sich Bildungsmythen über Generationen hinweg verfestigen oder verändern. Für Schulen und Bildungseinrichtungen bietet dieser Forschungsansatz Erkenntnisse darüber, wie historische Narrative im Unterricht entstehen und wirken; für Archive und Gedächtnisinstitutionen liefert sie Methoden zur systematischen Erfassung und Analyse von Oral-History-Materialien. Die Arbeit verbindet Zeitgeschichte mit Bildungsforschung und nutzt qualitative Methoden der Narrationsanalyse.
🔒 Das System hat 34 mögliche Industrie-Partner gefunden — Firmen, Scores und Begründungen sind nur für eingeloggte Nutzer:innen sichtbar. Anmelden
Prof. Dr. Sabine Reh
HU-FIS-Profil ↗Ziel dieses Teilprojekts ist es, Narrative über Kindheiten im Hinblick auf wiederkehrende, möglicherweise typische Elemente, Plots und Figuren, auf ‚Bilder’ über das Erziehungs- und Bildungswesen hin zu untersuchen. Diese im ‚Erinnerungsdialog’ zwischen heutigen Grundschüler*innen und alten Menschen entstehenden Narrative enthalten vielfach Erinnerungen an Erziehungs- und Bildungssituationen.Die Analyse von Bildungs-Mythen der DDR in Interviews wird im Sinne einer phänomenographischen Methodologie vorgenommen, die eigens die Perspektive der Lernenden in der intergenerationalen Kommunikation berücksichtigt (Marton & Booth 1997; Murmann 2009). Die Befunde können im Kontext erziehungswissenschaftlicher Kindheitsforschung wie auch in dem sachunterrichtsdidaktischer Forschung zum zeitgeschichtlichen Lernen zu einer Klärung gesellschaftlicher Narrative über Kindheit, Erziehung und Bildung in der DDR beitragen.
Noch keine Publikationen aus OpenAlex zugeordnet.
Teilprojekt: Geteilte Kindheitserinnerungen - Narrative im Erinnerungsdialog von Grundschulschüler*innen mit älteren Menschen aus dem geteilten Deutschland Aufgegriffen sowie vertiefend und vergleichend analysiert werden insbesondere Befunde aus der ersten Förderphase, wo in den Erzählungen die Betonung einer "Normalität" von Kindheit sowie einer "freien" Kindheit akzentuiert wurden als auch Erzählungen zu Kindheitsinstitutionen, wie den Pionieren, eher schablonenhaft blieben. Es soll untersucht werden, ob derartige Vergenwärtigungen und Narrative spezifisch für DDR-Bildungsbiographien anzusehen sind oder analog in westdeutschen Erzählungen zu finden sind. Möglich wird so, den Blick auf potenziell übergreifende Mythen zu werden und eine präzise Abgrenzung DDR-typischer Muster vorzunehmen.