Dr. Christian Luckscheiter erforscht die Literaturgeschichte der Grenzregion Elsaß um 1900, insbesondere die Gruppe „Das jüngste Elsaß" und ihre acht Schriftsteller. Sein Fokus liegt auf der detaillierten Analyse von Gesamtwerken und den europäischen Verflechtungen dieser Autoren in einer Zeit kultureller und politischer Umbrüche. Für Museen, Archive und Kulturinstitutionen bietet diese Arbeit Grundlagen für Ausstellungen und Sammlungserschließung; für Verlage und Bildungseinrichtungen erschließt sie literarische Werke, die Mehrsprachigkeit und transnationale Perspektiven dokumentieren.
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Dr. Christian Luckscheiter
HU-FIS-Profil ↗Ziel des Vorhabens ist die Erarbeitung einer detaillierten Studie zum Gesamtwerk der acht Schriftsteller Otto Flake (1880–1963), Salomon Grumbach (1884–1952), Bernd Isemann (1881–1967), Johannes Leonhardus (Pseudonym von Hans Koch) (1881–1952), René Prévôt (1880–1955), René Schickele (1883–1940), Ernst Stadler (1883–1914) und Hermann Wendel (1884–1936), die sich 1901 in Straßburg zur Gruppe „Das jüngste Elsaß“ zusammenschlossen. Es soll zum einen gezeigt werden, wie dieser zum größeren Teil noch unerforschte und teilweise auch unerschlossene Ausschnitt der elsässischen Literatur über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren hinweg auf exemplarische Weise eine Grenze, die eine der konfliktträchtigsten Europas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und für die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich von zentraler Bedeutung war, wahrgenommen, beschrieben, erstellt und problematisiert hat. Zum anderen soll dargestellt werden, wie die Gruppe in der Auseinandersetzung mit dieser Grenze ein europäisches Denken ausgeprägt hat, dessen Untersuchung generelle Erkenntnisse über Genese und Entwicklung von Europadiskursen in der Literatur zu erzielen verspricht. Das Vorhaben will damit das Elsass auf der literarischen Landkarte zwischen Berlin und Paris neu verorten und den Forschungen zur elsässischen Literaturgeschichte, zu Regionalliteraturen und deren Konzeptualisierungen, zu Literaturen der Grenze als genuin literaturwissenschaftlichem Beitrag zu den Border Studies, zum Europa der Literatur und dessen Diskursgeschichte sowie nicht zuletzt zu den deutsch-französischen Literaturbeziehungen neue Dimensionen hinzufügen.
Journal of European Studies · DOI
The three writers Otto Flake, René Schickele and Hermann Wendel met in Straßburg in 1901. Together with other artists and writers they founded the group ‘Das jüngste Elsaß’ (also known as ‘Der Stürmerkreis’). One of the purposes of this artistic group was to shed the ‘hybrid state’ of Alsace as a border region and instead urge that Alsace take on a mediating role in a future united Europe. Their pacifist European approach, which they adhered to during World War I and later on in exile, originated from controversial debates emerging from the extreme tensions caused by German and French nationalism. The three writers viewed Alsace as a symbol of Europe. For their ‘border literature’ Europe offered the possibility of refraining from the concept of nationhood, which is based on homogeneity and therefore violent exclusion, something in which they did not find themselves represented.