Prof. Mann erforscht die Verflechtungsgeschichte zwischen deutschsprachigen Regionen und dem indischen Subkontinent vom 17. bis 20. Jahrhundert, mit Fokus auf bislang unerschlossene Quellenbestände in deutschen Archiven. Sein Projekt „Modernes Indien in deutschen Archiven" erschließt systematisch diese Archivbestände und macht sie für die historische Forschung nutzbar. Parallel untersucht er im Rahmen eines Graduiertenkollegs die globale Zirkulation von Ideen und intellektuellen Transfers über Kontinente hinweg (18.–20. Jahrhundert). Für Institutionen, Archive und Gedächtnisstätten bedeutet das konkret: Neue Methoden zur Digitalisierung und Kontextualisierung von Quellenbeständen, sowie systematische Ansätze zur Rekonstruktion transnationaler Wissensflüsse. Die Arbeiten sind relevant für Museen, Archive, Gedenkstätten und Forschungseinrichtungen, die sich mit Kolonialgeschichte, Wissenstransfer und kulturellem Erbe befassen.
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Prof. Dr. Michael Mann
HU-FIS-Profil ↗In den vergangenen Jahrzehnten hat das Thema Umwelt und ihre Geschichte verstärkte Aufmerksamkeit in Politik, Medien und Wissenschaften erlangt. Das gilt auch für die Geschichtswissenschaften, die in historischer Dimension die Wandlungen der menschlichen Umwelt untersuchen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis gegenwärtiger Umweltprobleme. Dies trifft ohne Zweifel auf Deutschland zu, nimmt aber in Indien einen besonderen Stellenwert ein. Bislang ist es jedoch aufgrund der in beiden Ländern eher national ausgerichteten Forschung zu keinem systematischen akademischen Austausch in diesem Forschungsbereich gekommen. So fanden beispielsweise in den vergangenen beiden Jahrzehnten einige international hochkarätig besetzte Konferenzen zu umweltgeschichtlichen Themen Indiens statt, aber ein systematisch vergleichender Austausch von wissenschaftlichen Erkenntnissen auf bilateraler, ganz zu schweigen auf internationaler Ebene, fand nicht statt. Der Workshop dient dem Zweck, einen solchen bilateralen akademischen Austausch zu initiieren und damit die Basis für eine zukünftige Kooperation auf dem Gebiet der Umweltgeschiche zu schaffen.
Eine Vielzahl kurz- und langfristiger Austauschbeziehungen, die sich seit der frühen Neuzeit zwischen deutschsprachigen Teilen Europas und dem indischen Subkontinent entwickelten, haben deutschen Archiven zu umfangreichen, bislang jedoch unzureichend genutzten indienbezogenen Quellenbeständen verholfen. Im Einzelnen verfolgt das Projekt fünf Kernziele: 1. die Bestände deutscher Archive zur Geschichte des modernen Indiens und zur deutschindischen Verflechtungsgeschichte von der Etablierung der Dänisch-Halleschen Mission in Südindien (1706) bis zum Ende der deutschen Zweistaatlichkeit (1989/90) systematisch in einer Datenbank zu erfassen und zu verschlagworten; 2. diese Datenbank der internationalen Forschung als „wachsende“ und offene digitale Ressource für gezielte Archivrecherchen nachhaltig zur Verfügung zu stellen; 3. auf der Grundlage dieser systematischen Bestandserfassung einen sukzessive zu erweiternden digitalen Archivführer zu erstellen, der sowohl der internationalen Forschung wie auch einem breiteren Publikum einen Überblick über die relevanten Bestände in ihrer thematischen Breite ermöglicht; 4. durch eine Serie von Pilot-Forschungsprojekten und eine daraus hervorgehende Schriftenreihe das Potential deutscher Archivressourcen exemplarisch zu demonstrieren, um a) deren intensivere Erforschung insbesondere durch deutsche und indische Historiker/innen sowie b) die Schaffung der hierfür erforderlichen multilingualen und interregionalen Qualifikationsprofile zu fördern; 5. durch gezielte Maßnahmen, insbesondere mittels einer deutsch-indischen „Tandemstruktur“ der Pilotprojekte, zur nachhaltigen Realisierung des von DFG und Indian Council for Historical Research (ICHR) auf einem bilateralen Symposium im November 2012 formulierten Ziels einer Intensivierung deutsch-indischer Forschungskooperationen in den Geisteswissenschaften beizutragen.
Militärgeschichtliche Zeitschrift · DOI
Zusammenfassung In den vergangenen drei Jahrzehnten ist dem Alltagsleben von Soldaten des 18. Jahrhunderts verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt geworden. Dabei zeigte sich, dass Soldaten über ihre »Nebentätigkeiten« als Pfuscher in den Garnisonstädten oftmals in Konflikt mit den zünftisch organisierten Gewerken kamen. Es zeigte sich auch, dass verheiratete Soldaten mit ihren Frauen, die vielfach Lebensmittel verkauften oder im Textilbereich tätig waren, eine wichtige Funktion im Wirtschaftsleben einer Garnisonstadt einnahmen. Weitaus mehr als bislang angenommen, so wird hier argumentiert, waren Soldaten mit ihren Familien Bestandteil der frühneuzeitlichen urbanen Gesellschaft. Zum einen umfasste diese Personengruppe bis zur und bisweilen über die Hälfte der städtischen Bevölkerung, was unter sozialen und ökonomischen Aspekten bislang außer Acht gelassen wurde. Zum anderen waren Soldaten und ihre Frauen nicht nur Produzenten und Verteilerinnen von Waren, sondern mit ihren Familien in erheblichem Maße auch Konsumenten. Und schließlich bot sich gerade für die unverheirateten Soldaten in der Stadt durchaus die Chance zum wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg, wenn sie in die städtische Gesellschaft einheiraten konnten.
Environment and History · DOI
Abstract Generally, Dietrich Brandis is remembered as the first Inspector General of Forests in British India. However, before he left Europe, he had a university education as a biologist and botanist as well as geographer. After various affiliations with the University of Bonn he became Forest Inspector of Burma through his wife's connections with the British Indian imperial administration. Despite his groundbreaking work as a forester, Brandis however never stopped working as a botanist. The Herbarium Brandis, since his death kept at the University of Hamburg as part of the botanical collections, comprises more than 19,000 sheets. It is one of the most comprehensive collections on South Asian flora. This article tries to highlight Brandis' role as a botanist.
Historische Zeitschrift · DOI
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