Die Forschungsprofile konzentrieren sich auf Kunstgeschichte und Bildwissenschaft mit Schwerpunkt auf der Frühen Neuzeit. Zentrale Themen sind die Ikonologie von Kleidung und Porträts sowie deren soziale und symbolische Bedeutung. Die Arbeit verbindet ästhetische Analyse mit hermeneutischen Methoden und untersucht visuelle Kultur im Kontext sozialer Transformation und Ungleichheit. Der Ansatz ist interdisziplinär und nutzt qualitative Forschungsmethoden zur Dekodierung materieller und medialer Zeichen.
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PD Dr. phil. Philipp Zitzlsperger
Das Portrait steht im Mittelpunkt dieser Tagung, die in Form eines KSK (Kunsthistorischer-Studierenden-Kongress) von Studierenden des Kunstgeschichtlichen Seminars der Humboldt-Universität zu Berlin ausgerichtet wird. Themen sind die Malerei und Skulptur der Frühen Neuzeit bis hin zur Fotografie der jüngeren Moderne, sowie die tiefen Einschnitte in soziale sowie mikro- und makropolitische Prozesse. Der KSK ist ein regelmäßig stattfindendes, internationales Forum junger KunsthistorkerInnen.
<p>Das Tagungsthema beschäftigt sich mit der methodischen Relevanz der Kleidung für die Deutung der bildenden Kunst. Für die weitere Entwicklung einer Methode der kleiderkundlichen Kunstgeschichte sollen Möglichkeiten und Grenzen der Gewandanalyse für die Bildinterpretation erkundet werden. Grundsätzlich vertreten Kleidung und Schmuck wegen ihres hohen Symbolwertes die Funktion, das Individuum durch die Mode mit gesellschaftlichen Gruppen zu verbinden bzw. von ihnen zu trennen (Bourdieu). Das Bild und die Skulptur jedoch, auf denen Kleidung dargestellt ist, sind für die kleiderkundliche Analyse als Reflexionen nicht Spiegelbilder eines kleidungsbetonten Alltags zu verstehen.</p> <p>Deshalb ist die Kleiderordnung im Bild von schriftlichen Luxusgesetzen, Kleider- oder Polizeiordnungen zu unterscheiden. Dargestellte Kleidung beansprucht eigene Regeln für ihre Einsatzbereiche, um eine spezifische Symbolik zu entwickeln. Erkenntnisziel ist folglich nicht die Identifizierung von Kleidung und ihrer normkonformen Darstellung, sondern ihre inhaltliche Deutung im Spannungsfeld von Normkonformität und Devianz. Die Leitfrage lautet: Nach welchen Regeln werden Kleidung und Kostüme als Kostümargumentation in der bildenden Kunst eingesetzt und wie ist ihr Verhältnis zur rekonstruierbaren Realität?</p>
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