Prof. Altmeyer erforscht die gelebte Theologie von ökumenisch engagierten Akteuren durch empirische, multiperspektivische Methoden. Sein aktueller Fokus liegt darauf, die bislang unterrepräsentierten Perspektiven von Personen, die sich in ökumenischen Bewegungen engagieren, systematisch zu dokumentieren und als theologische Praxis zu rekonstruieren. Dadurch sollen diese Erfahrungen stärker in die theoretische Grundlegung der ökumenischen Theologie und in kirchliche Begleitung einfließen. Das Projekt verbindet qualitative Feldforschung mit theologischer Interpretation und richtet sich an Kirchen, theologische Ausbildung und ökumenische Organisationen.
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Prof. Dr. Altmeyer Stefan
HU-FIS-Profil ↗Das Forschungsprojekt zielt darauf, die im theologischen Wissenschaftsdiskurs bislang unterrepräsentierten Perspektiven ökumenisch engagierter Akteur:innen mehrdimensional und multimethodisch empirisch zu erschließen und als „gelebte Theologie“ zu rekonstruieren. Dadurch soll diesen Perspektiven zu einem stärkeren Gewicht in der Theoriebildung der ökumenischen Theologie und in der kirchlichen Begleitung ökumenischen Engagements verholfen werden.Dem Projekt liegt die Ausgangsthese zugrunde, dass die in ökumenischen Lagebeurteilungen vorherrschende Krisendiagnostik durch ein Repräsentationsgefälle mitbedingt ist. Aus praktischer-theologischer Sicht fällt auf, dass die Basisebene ökumenischer Begegnung und Verständigung nur schwach in den vielfältigen Publikationsforen des deutschsprachigen Ökumenediskurses vertreten ist. Dem entspricht ein im Vergleich zum interreligiösen Dialogfeld auffälliges Empiriedefizit in der ökumenischen Theologie, die bislang vornehmlich unter systematisch- und historisch-theologischen Vorzeichen vorangetrieben worden ist. Es fehlt also an erfahrungswissenschaftlicher Rückbindung auf jene - überdurchschnittlich von Frauen geprägte - Alltagsebene ökumenischen Lebens, auf die hin viele Beiträge zur ökumenischen Theologie entfaltet werden.Ein komplexes Erhebungs- und Auswertungsdesign soll gewährleisten, dass die Stimme der „ökumenischen Basis“ differenziert eingefangen, gedeutet und zur Geltung gebracht wird. Der theoretische Referenzrahmen des Projekts wird bestimmt durch die sozial- und bildungswissenschaftliche Engagementforschung, die sprachwissenschaftliche framing-Theorie sowie das bislang vor allem programmatisch ausgewiesene Konzept der „Gelebten Theologie“, das in diesem Projekt kriteriologisch geschärft und erstmals empirisch operationalisiert wird. Im Fokus stehen 1) soziale Manifestationen und strukturelle Bedingungen ökumenischen Engagements, 2) explizit artikulierte Positionierungen der Akteur:innen und 3) für die Artikulation der Eigendeutung maßgebliche implizite Rahmungen. Damit wird „gelebte Theologie“ im Feld der engagierten Ökumene sowohl inhaltlich bestimmt als auch in ihrer wahrnehmungs-, ausdrucks- und resonanzräumlichen Dimension rekonstruiert. In seiner empirischen Operationalisierung folgt das Projekt einem sequenziellen Vertiefungsdesign, in dem eine quantitative und qualitative Teilstudie sowie statistische, inhaltsanalytische und korpuslinguistische Auswertungsmethoden miteinander kombiniert werden.Für einen gesicherten Feldzugang wurden Kooperationen mit je drei Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen, (Erz-)Bistümern und Landeskirchen aus den Metropolregionen Berlin, München und Rhein-Main vereinbart. Der Ertrag des Forschungsprojekts wird in einer Projektpublikation gesichert und über dialogische Tagungs- und Workshop-Formate auf seine Implikationen für die ökumenisch-theologische Theoriebildung und für eine empirisch gestützte Weiterentwicklung der kirchlichen Ökumenearbeit befragt.
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