Prof. Dr. Eva-Maria Auch erforscht Konflikte im Südkaukasus mit Fokus auf die Rolle von Narrativen — insbesondere wie Opfer- und Tätererzählungen Konflikte prägen und perpetuieren. Sie verbindet dabei akademische Expertise mit praktischer Friedensarbeit, indem sie Hochschulvertreter und lokale Friedensinitiativen zusammenbringt, um Konfliktdynamiken zu verstehen und Lösungsansätze zu entwickeln. Ihre Arbeit adressiert die Frage, wie regionale und internationale Akteure, Interessen und historische Narrative in Konflikten wirken und wie Bildung sowie kritischer Dialog zur Konfliktbearbeitung beitragen können. Relevant ist dies für Organisationen der Friedensförderung, internationale Entwicklungszusammenarbeit und Bildungsinstitutionen, die in Konfliktregionen tätig sind.
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Prof. Dr. Eva-Maria Auch
HU-FIS-Profil ↗Es setzt sich zum Ziel, junge Historiker aus den Reihen der Student*innen und Doktorand*innen aus Georgien, Armenien und Aserbaidschan zusammen zu führen, um- die Möglichkeit eines „Zusammen – Lernens“ erlebbar zu machen,- internationale Debatten und Diskurse der internationalen historischen Forschung unabhängig von politischer Konjunktur vorzustellen,- aktuelle Methoden historischer Forschung und Lehre zu präsentieren und zu trainieren,- Erfahrungen des Umgang mit konfliktbeladener Geschichte zur Diskussion zu stellen,- einen nachhaltigen Informationsaustausch im Rahmen einer Plattform „Junge Historiker Kaukasiens“ zu organisieren und fachlich zu begleiten. Erwartet wird, dass wir durch das Erleben und Praktizieren von freier Lehre und Forschung im Rahmen des Workshops sowie durch das Angebot einer fachlichen Begleitung, eine Kerngruppe von jungen Historiker*innen gewinnen können, die regional den Informationsaustausch im Rahmen einer Internet-Plattform verantwortlich organisiert. Damit könnte nicht nur ein grenzüberschreitender, versachlichter Dialog unter jungen Historiker*innen Kaukasiens etabliert werden, sondern auch die Vernetzung mit internationalen Fachportalen (Clio; HSozKult usw.). Die angesprochene Zielgruppe umfasst vor allem junge Historiker*innen aus der Region und Aktivisten der Friedeninitiativen Südkaukasiens. Ausdrücklich erwünscht sind Teilnehmer*innen aus allen drei Republiken einschließlich der abtrünnigen Gebiete Abchasien, Süd-Ossetien, Karabach. Kern des Projektes soll ein einwöchiger Workshop in Georgien sein (6 Tage – davon 2 Tage in Tekali in Kooperation mit der „Friedensinitiative Südkaukasus“). Schwerpunkte der Vorträge, Seminare und Trainingseinheiten bilden Debatten, Diskurse, Methoden der internationalen historischen (Konflikt-)Forschung, Erfahrungsberichte und Diskussionen zum Thema „Umgang mit konfliktbeladener Geschichte“ sowie der Vernetzung und fachlichen Begleitung einer Plattformbildung für junge Historiker*innen.
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Ein akuter Mangel an fachlich und didaktisch gut ausgebildeten jungen Historikern und eine fehlende internationale Einbindung historischer Lehre und Forschung behindern Konfliktbearbeitung und - lösungen in Südkaukasien. Anstelle eines versachlichten Dialogs unter Geisteswissenschaftlern werden Feindbilder reproduziert und scheinbar historisch belegt. Die Situation ist insofern dramatisch als die Absolventen eines Geschichtsstudiums in Südkaukasien überwiegend zukünftige Geschichtslehrer sind. Als angehende Multiplikatoren sind sie nach Abschluß einer stark politisierten, oftmals einseitigen und nationalistisch geprägten Geschichtsausbildung kaum fähig, mit konfliktbeladenen Themen der Geschichte umzugehen, geschweige didaktisch eine Meinungsbildung bei ihren Schülern zu fördern.Ziel einer ersten Phase war es, den Ursachen von Stereotypenbildung und Feindbildern nachzugehen, Defizite der Geisteswissenschaften aufzuzeigen und Chancen einer grenzüberschreitenden Kooperation zu prüfen. Es galt die Möglichkeiten, Probleme und Grenzen bei der Schaffung eines internetgestützten Informations- und Kommunikationsportals zu prüfen und eventuelle Konzeptionen der Zusammenarbeit zu entwickeln. Phase II setzt sich neben der Schaffung des mehrsprachigen Internetportals ClioCaucasus zum Ziel:1) die ersten Ergebnisse der Arbeit auszuwerten, das Redaktionsteam und den Beirat des Portals weiter zu schulen,2) durch die Etablierung einer Akademie junger Geisteswissenschaftler von Tekali nicht nur einen Workshop zu einer historischen Fragestellung durchzuführen, sondern e-learning Materialien zu entwickeln, die - praktisch erprobt - auch auf der Seite Clio-Kaukasus genutzt werden sollen. Erwartet wird eine Verstetigung und Verselbständigung von wissenschaftlichem Informationsaustausch und versachlichter Kommunikation um Clio-Kaukasus, die sich an internationalen wissenschaftlichen Qualitätsstandards orientiert und perspektivisch mit analogen Plattformen (clio-online, HSozKult) verknüpft werden kann.