Dr. Almut Peukert erforscht Fragen von Familiengründung und Reproduktion jenseits heteronormativer Strukturen — insbesondere wie neue Reproduktionstechnologien Menschen ermöglichen, Eltern zu werden, während gleichzeitig soziale, institutionelle und rechtliche Ungleichheiten bestehen bleiben. Ihre Arbeit analysiert die Spannung zwischen rechtlicher Gleichstellung und faktischen Barrieren für nicht-heterosexuelle Lebensformen in Deutschland. Für Unternehmen und öffentliche Hand relevant sind daraus Erkenntnisse zu Governance, Rechtssicherheit und sozialer Anerkennung bei der Gestaltung von Familienleistungen, Versicherungsmodellen und Antidiskriminierungspolitik.
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Dr. Almut Peukert
HU-FIS-Profil ↗Fragen der Reproduktion und Familiengründung stehen im Zentrum der (sozial-)politischen und wissenschaftlichen Aufmerksamkeit. In Deutschland kam es zu einer zunehmenden rechtlichen Gleichstellung hetero- und homosexueller Lebensformen, doch bestehen soziale, institutionelle und rechtliche Ungleichheiten fort. Neue Reproduktionstechnologien erleichtern zwar mehr Menschen eine Elternschaft, doch Menschen jenseits des heterosexuellen (Ehe-)Paarseins sind hiervon oft ausgenommen, da aufgrund der gesellschaftlichen Hetero- und Paarnormativität abweichende Lebens- und Liebesformen abgewertet oder ausgeschlossen werden. Wir möchten daher die Heterogenität familialer Lebensformen jenseits der heterosexuellen Kleinfamilie - sog. Regenbogen- oder LGBTIQ-Familien - aus einer ungleichheitssoziologischen Perspektive theoretisch und empirisch fokussieren. Unter Familie verstehen wir Menschen, die ein Kind oder mehrere Kinder haben, seien es Einzelne, Paare oder z.B. Doppelpaare. Es sollen drei Fragenkomplexe empirisch untersucht werden: 1. Eine vorgeschaltete Literaturstudie soll rechtliche Regulierungen der Familiengründung bei LGBTIQ-Familien erhellen. Wir fragen, welche (Un-)Gleichheiten in der institutionalisierten Anerkennungsordnung sich für nicht-heterosexuelle und z.T. nicht paarförmige (potentielle) Familien finden lassen. Im Zentrum des Vorhabens steht, auf 1. aufbauend und ergänzt um etwa fünf ExpertInneninterviews, eine explorative, qualitative Untersuchung von ca. 12 nicht-heterosexuellen Ein- und Mehrelternfamilien (einschließlich Menschen, die eine solche Familie gründen möchten), die möglichst in gemeinsamen Interviews zu den folgenden, nur analytisch trennbaren, Aspekten befragt werden sollen: 2. Wie werden Kinderwünsche realisiert bzw. nicht realisiert? Also: Wie zeigt sich das konkrete doing reproduction der nicht-heterosexuellen (potentiellen) Ein- und Mehrelternfamilien vor dem Hintergrund der ambivalenten Anerkennungsordnung? 3. Wie zeigt sich das doing family, also wie wird Familie in der Alltagspraxis hergestellt und welche Erfahrungen sozialer Ungleichheit, des Ein- und/oder Ausschlusses machen die Familien hierbei? Diese soziologisch hoch aktuellen und relevanten Fragen sollen aus einer ungleichheits-, anerkennungs- und geschlechtersoziologisch-queertheoretischen Perspektive untersucht werden. Dabei verbinden wir innovativ (oft kulturwissenschaftliche) Forschungsansätze zum Reproduktionshandeln, zu Familie, zur Alltagspraxis von LGBTIQ-Familien sowie die soziologische Ungleichheits-, Geschlechter-, Familien- und Anerkennungsforschung. Theoretische Ziele sind die empirisch fundierte Weiterentwicklung des Familienbegriffes sowie der Konzeptualisierung von Elternschaft vor dem Hintergrund einer ambivalenten Anerkennungsordnung. Damit kann das Vorhaben u.a. die Ungleichheits- und Anerkennungsforschung sowie die Familiensoziologie informieren, wobei soziologisch weitgehend Neuland betreten wird.
Gender Work and Organization · DOI
Studies on work and organizations state that traditional gendered cultures support hegemonic masculinity and obstruct an engaged form of ‘new’ fathering. Not only do employers hinder fathers in sharing equally in childcare, but the dynamics within the couple also matter. An examination of the negotiations within couples regarding paid and unpaid work reveals the need to revise conceptualizations of masculinity, with a focus on undoing masculinity . Based on in‐depth interviews with couples in Germany, I argue that social change at the interactional level encompasses at least the possibility that gender, as a resource of the differentiation and hierarchization of masculinities and femininities within the realm of paid and unpaid labour, can be fragile or can even be episodically undone. Hence, more empirical and theoretical work within and beyond the context of fathering is crucial to further theoretical approaches to undoing masculinity.
Social Science Open Access Repository (GESIS – Leibniz Institute for the Social Sciences) · DOI
Kontinuität und Wandel in den Geschlechterverhältnissen lässt sich nicht zuletzt in Aushandlungen von Paaren zur Elternzeit beobachten, in denen individuelle Präferenzen, Ideale der Lebensführung, institutionalisierte Geschlechterannahmen, familienpolitische Angebote und ökonomische Rahmungen komplex verwoben werden und dabei von den Paaren in unterschiedlichster Manier abgerufen, relevant gemacht oder negiert werden können. Im Fokus des Beitrags steht die Frage, wie Paare Beruf/Karriere und Einkommen in Aushandlungen zur Elternzeitnahme durch geschlechterdifferenzierende Zuschreibungen von Betreuungsverantwortung (ir-)relevant setzen. Basierend auf Paar- und Einzelinterviews mit un-/gleichgeschlechtlichen Elternpaaren werden zentrale Begründungsfiguren zur Selbst- und Fremdzuschreibung von Betreuungsverantwortung diskutiert. Der systematische Vergleich der Begründungsfiguren ermöglicht eine Differenzierung von konsensuellen und konfliktbehafteten Aushandlungen zur Elternzeit und zeigt zugleich die Relevanz von Familienarbeit als eigenständigen Aushandlungsbereich. Inwiefern dabei Elternzeit als zu vermeidend und/oder erstrebenswert gilt variiert zwischen den Begründungsfiguren. Daran anknüpfend lässt sich eine ambivalente Gleichzeitigkeit von Öffnungs- und Schließungstendenzen in den Zuschreibungen von Ernährer- und Betreuungsverantwortung in paarinternen Aushandlungen konstatieren. Die empirischen Ergebnisse zeigen zudem eindrücklich die Eigenleistung der Paare, ihre beruflichen Perspektiven und finanziellen Situationen zu interpretieren und entsprechend 'Passungen' mit Elternzeitarrangements herzustellen. Deutlich wird, dass sich die ausgehandelten Zuständigkeiten für Familienarbeit nicht (allein) über Erwerbsarbeit und Einkommen verstehen lassen. Indem bspw. in einigen Studien die Elternzeitnahme von Vätern über Erwerbstätigkeit, Bildungsniveau und ökonomische Ressourcen erklärt werden soll, werden Hierarchisierungen von Erwerbs- und Familiensphäre perpetuiert und ein 'occupational bias' (re-)produziert. Statt das Vorhandensein von 'Aushandlungs- und Machtvorteilen' (z.B. Karrierestatus oder ein nominal höheres Einkommen) zu betrachten, gilt es in empirischen Studien stärker das Relevantsetzen und Mobilisieren bzw. Nicht-Relevantsetzen und Nicht-Mobilisieren dieser als interaktiv-emergentes Phänomen zu berücksichtigen.
Fragen der Reproduktion und Familiengründung stehen im Zentrum der (sozial-)politischen und wissenschaftlichen Aufmerksamkeit. In Deutschland kam es zu einer zunehmenden rechtlichen Gleichstellung hetero- und homosexueller Lebensformen, doch bestehen soziale, institutionelle und rechtliche Ungleichheiten fort. Neue Reproduktionstechnologien erleichtern zwar mehr Menschen eine Elternschaft, doch Menschen jenseits des heterosexuellen (Ehe-)Paarseins sind hiervon oft ausgenommen, da aufgrund der gesellschaftlichen Hetero- und Paarnormativität abweichende Lebens- und Liebesformen abgewertet oder ausgeschlossen werden. Wir möchten daher die Heterogenität familialer Lebensformen jenseits der heterosexuellen Kleinfamilie - sog. Regenbogen- oder LGBTIQ-Familien - aus einer ungleichheitssoziologischen Perspektive theoretisch und empirisch fokussieren. Unter Familie verstehen wir Menschen, die ein Kind oder mehrere Kinder haben, seien es Einzelne, Paare oder z.B. Doppelpaare. Es sollen drei Fragenkomplexe empirisch untersucht werden: 1. Eine vorgeschaltete Literaturstudie soll rechtliche Regulierungen der Familiengründung bei LGBTIQ-Familien erhellen. Wir fragen, welche (Un-)Gleichheiten in der institutionalisierten Anerkennungsordnung sich für nicht-heterosexuelle und z.T. nicht paarförmige (potentielle) Familien finden lassen. Im Zentrum des Vorhabens steht, auf 1. aufbauend und ergänzt um etwa fünf ExpertInneninterviews, eine explorative, qualitative Untersuchung von ca. 12 nicht-hetero-sexuellen Ein- und Mehrelternfamilien (einschließlich Menschen, die eine solche Familie gründen möchten), die möglichst in gemeinsamen Interviews zu den folgenden, nur analytisch trennbaren, Aspekten befragt werden sollen: 2. Wie werden Kinderwünsche realisiert bzw. nicht realisiert? Also: Wie zeigt sich das konkrete doing reproduction der nicht-heterosexuellen (potentiellen) Ein- und Mehrelternfamilien vor dem Hintergrund der ambivalenten Anerkennungsordnung? 3. Wie zeigt sich das doing family, also wie wird Familie in der Alltagspraxis hergestellt und welche Erfahrungen sozialer Ungleichheit, des Ein- und/oder Ausschlusses machen die Familien hierbei? Diese soziologisch hoch aktuellen und relevanten Fragen sollen aus einer ungleichheits-, anerkennungs- und geschlechtersoziologisch-queertheoretischen Perspektive untersucht werden. Dabei verbinden wir innovativ (oft kulturwissenschaftliche) Forschungsansätze zum Reproduktionshandeln, zu Familie, zur Alltagspraxis von LGBTIQ-Familien sowie die soziologische Ungleichheits-, Geschlechter-, Familien- und Anerkennungsforschung. Theoretische Ziele sind die empirisch fundierte Weiterentwicklung des Familienbegriffes sowie der Konzeptualisierung von Elternschaft vor dem Hintergrund einer ambivalenten Anerkennungsordnung. Damit kann das Vorhaben u.a. die Ungleichheits- und Anerkennungsforschung sowie die Familiensoziologie informieren, wobei soziologisch weitgehend Neuland betreten wird.
Fragen der Reproduktion und Familiengründung stehen im Zentrum der (sozial-)politischen und wissenschaftlichen Aufmerksamkeit. In Deutschland kam es zu einer zunehmenden rechtlichen Gleichstellung hetero- und homosexueller Lebensformen, doch bestehen soziale, institutionelle und rechtliche Ungleichheiten fort. Neue Reproduktionstechnologien erleichtern zwar mehr Menschen eine Elternschaft, doch Menschen jenseits des heterosexuellen (Ehe-)Paarseins sind hiervon oft ausgenommen, da aufgrund der gesellschaftlichen Hetero- und Paarnormativität abweichende Lebens- und Liebesformen abgewertet oder ausgeschlossen werden. Wir möchten daher die Heterogenität familialer Lebensformen jenseits der heterosexuellen Kleinfamilie - sog. Regenbogen- oder LGBTIQ-Familien - aus einer ungleichheitssoziologischen Perspektive theoretisch und empirisch fokussieren. Unter Familie verstehen wir Menschen, die ein Kind oder mehrere Kinder haben, seien es Einzelne, Paare oder z.B. Doppelpaare. Es sollen drei Fragenkomplexe empirisch untersucht werden: 1. Eine vorgeschaltete Literaturstudie soll rechtliche Regulierungen der Familiengründung bei LGBTIQ-Familien erhellen. Wir fragen, welche (Un-)Gleichheiten in der institutionalisierten Anerkennungsordnung sich für nicht-heterosexuelle und z.T. nicht paarförmige (potentielle) Familien finden lassen. Im Zentrum des Vorhabens steht, auf 1. aufbauend und ergänzt um etwa fünf ExpertInneninterviews, eine explorative, qualitative Untersuchung von ca. 12 nicht-heterosexuellen Ein- und Mehrelternfamilien (einschließlich Menschen, die eine solche Familie gründen möchten), die möglichst in gemeinsamen Interviews zu den folgenden, nur analytisch trennbaren, Aspekten befragt werden sollen: 2. Wie werden Kinderwünsche realisiert bzw. nicht realisiert? Also: Wie zeigt sich das konkrete doing reproduction der nicht-heterosexuellen (potentiellen) Ein- und Mehrelternfamilien vor dem Hintergrund der ambivalenten Anerkennungsordnung? 3. Wie zeigt sich das doing family, also wie wird Familie in der Alltagspraxis hergestellt und welche Erfahrungen sozialer Ungleichheit, des Ein- und/ oder Ausschlusses machen die Familien hierbei? Diese soziologisch hoch aktuellen und relevanten Fragen sollen aus einer ungleichheits-, anerkennungs- und geschlechtersoziologisch-queertheoretischen Perspektive untersucht werden. Dabei verbinden wir innovativ (oft kulturwissenschaftliche) Forschungsansätze zum Reproduktionshandeln, zu Familie, zur Alltagspraxis von LGBTIQ-Familien sowie die soziologische Ungleichheits-, Geschlechter-, Familien- und Anerkennungsforschung. Theoretische Ziele sind die empirisch fundierte Weiterentwicklung des Familienbegriffes sowie der Konzeptualisierung von Elternschaft vor dem Hintergrund einer ambivalenten Anerkennungsordnung. Damit kann das Vorhaben u.a. die Ungleichheits- und Anerkennungsforschung sowie die Familiensoziologie informieren, wobei soziologisch weitgehend Neuland betreten wird.
KZfSS Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie · DOI