Prof. Dr. Ulrike Kluge erforscht Migration und Integration als transnationalen sozialen Prozess — sie untersucht, wie Migrationsdynamiken, Integrationserfahrungen und Migrationspolitiken über Herkunfts-, Transit- und Zielländer hinweg zusammenhängen. Ihr aktueller Fokus liegt auf empirischen Studien zu Flucht, Vertreibung und dem Verhältnis zwischen Geflüchteten und aufnehmenden Gesellschaften sowie auf Healthcare-Migration (Ärztinnen und Ärzte in Iran und Türkei). Ihre Forschung adressiert für Behörden und Organisationen im Bereich Integration und Asyl konkrete Fragen: Wie entstehen Solidarität und Konflikte zwischen Migranten und lokalen Gemeinschaften? Welche Faktoren treiben Fachkräfte-Abwanderung an und wie wirkt sich das auf Gesundheitssysteme aus? Sie arbeitet dabei mit quantitativen und qualitativen Methoden sowie länderübergreifenden Datenerhebungen.
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Prof. Dr. Ulrike Kluge
HU-FIS-Profil ↗Das Projekt bereitete ein groß angelegtes Forschungsprojekt - TRANSMIT - vor, das Migrationsprozesse verfolgt, dokumentiert und analysiert; vom Herkunftsland über die Route bis zur Integration in den Zielländern.Zwar wachsen die Erkenntnisse und Informationen über Migrant*innen in Deutschland und ihre sozioökonomische Integration und Teilhabe stetig an, jedoch erlauben diese Daten keinen systematischen Vergleich mit den Bevölkerungen der Herkunfts- und Transitländer. Darüber hinaus wird Migration hauptsächlich retrospektiv, d.h. nach dem Migrationsprozess untersucht. Dabei stellt sich nahezu allen Studien eine gemeinsame Herausforderung: Die unterschiedlichen Phasen und deren Wechselwirkung auf Migrations- und insbesondere Transformations- bzw. Integrationsprozesse können selten als zusammenhängendes Konstrukt untersucht und mit Biografien vor der Migration oder im Transit verknüpft werden. Über den Einfluss solch komplexer, internationaler Verflechtungen und Wirkungsbeziehungen existieren kaum wissenschaftliche fundierte Erkenntnisse.Das ExiTT Projekt hatte zum Ziel diese Lücke zu füllen, indem es eine langfristig orientierte und integrierte Dateninfrastruktur aufbaut, die Daten in Ursprungs-, Transit- und Zielländern sammelt und systematisch verknüpft.Zu den übergreifende Forschungsfragen zählen: Warum entscheiden sich einige Individuen/Familien in ähnlichen Umständen dazu, zu migrieren und andere nicht? Wie unterscheidet sich die Rolle transnationaler Netzwerke in unterschiedlichen Kontexten? Welche Auswirkungen hat die Selektivität von Migrationsprozessen auf Migrant*innen, Familien und Gesellschaften, sowohl in aufnehmenden Ländern als auch entlang von Migrationsrouten?
Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 flohen täglich Zehntausende Menschen aus ihren Heimatländern, um Krieg, Verfolgung und Unterdrückung zu entgehen. Mehr als eine Million Migranten und Asylsuchende kamen in diesem Jahr in Europa an. Die Migrationen haben tiefgreifende Auswirkungen auf das Leben der Migranten, aber auch auf das Laben der aufnehmenden Gesellschaften, in denen Migranten als Flüchtlinge leben. Heute ist die Zahl der Asylsuchenden, die Europa erreichen drastisch zurückgegangen, aber die Herausforderungen bleiben bestehen. Im EU-finanzierten Projekt FOCUS werden die soziopsychologischen Dimensionen der Beziehungen zwischen Flüchtlingen und aufnehmenden Gesellschaften untersucht, die sozioökonomische Integration der Flüchtlinge analysiert und was dies für die aufnehmenden Gesellschaften bedeutet. FOCUS wird nach Lösungen für aufnehmende Gesellschaften suchen, um Toleranz zu erhöhen, friedliches Miteinander zu erleichtern und Radikalisierung in Europa und im Nahen und Mittleren Osten zu verringern.
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Dieses Projekt ist die Verlängerung der institutionellen Förderung des BIM durch die Gemeinnützige Hertie-Stiftung. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre (2022-2023) und zielt darauf ab, die Forschung in den acht Abteilungen des BIM zu stärken. Die Forschung des BIM widmet sich der empirischen Erforschung der Themenfelder Integration und Migration.