Dr. Larissa Vetters erforscht, wie sich öffentliches Recht durch Migration und gesellschaftliche Transformationen verändert. Sie untersucht, welche rechtlichen Strukturen und Regelwerke entstehen oder sich verschieben, wenn Menschen, Güter oder Ideen über Grenzen hinweg bewegt werden — ein Thema, das für Regierungen, internationale Organisationen und Behörden relevant ist, die mit sich wandelnden rechtlichen Rahmenbedingungen umgehen müssen. Ihre Arbeit verbindet Rechtsforschung mit transnationalen und historischen Perspektiven.
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Dr. Larissa Vetters
HU-FIS-Profil ↗Im Zentrum des im Spätherbst 2015 beginnenden Forschungsvorhabens, das in Kooperation mit dem MPI für ethnologische Forschung in Halle durchgeführt wird, steht die Frage, was Migration als Globalisierungsphänomen mit deutschem Verwaltungsrecht „macht“ – und zwar in einem doppelten Sinn: 1) Wie erfahren und mobilisieren Migrant*innen als individuelle soziale Akteure die Möglichkeiten des verwaltungsgerichtlichen Rechtsschutzes in den vielfältigen Lebenslagen, in denen sie von verwaltungsrechtlicher Regulierung betroffen sind? Und wie bearbeiten Rechtsanwender*innen in deutschen Behörden und Gerichten in ihrem Arbeitsalltag Migrationsdynamiken und -folgen? 2) Welche Auswirkungen hat diese soziale Praxis auf das Verwaltungsrecht als solches und die zugrundeliegenden Rechtsstaatsvorstellungen der beteiligten Akteure? (Wie) transformiert also Migration das deutsche Verwaltungsrecht und die ihm zugrunde liegende Ordnungsidee der Rechtsstaatlichkeit? Die verwaltungsrechtlich ausgestaltete Beziehung zwischen dem deutschen Staat und Migrant*innen als Rechtssubjekten bildet hierbei den theoretischen, der verwaltungsgerichtliche Streitfall den empirischen Ansatzpunkt. Die Fragestellung wird von einem dreiköpfigen Forschungsteam, zusammengesetzt aus Ethnolog*innen und Jurist*innen, mit Hilfe ethnographischer und rechtssoziologischer Methoden untersucht werden.
International Journal of Law in Context · DOI
Abstract This paper contributes to the debate on the role of anthropological expertise in the legal sphere by broadening the analytical field of vision. Rather than focusing on the anthropologist, his or her positionality, the epistemic status of anthropological knowledge or the ensuing ethical questions – as the other contributions to this themed section do – we turn the question around. Based on empirical data from a survey conducted among European judges on judiciary practice and sociocultural diversity, our focus here is on the question of how judges perceive, assess and accommodate sociocultural diversity in their daily decision-making. We furthermore investigate the conditions under which external expertise is called upon in specific legal settings and situations. We develop a conceptual argument for rethinking the role of anthropological knowledge and research in legal practice and argue for the need to pursue new forms of collaborative ethnography with judges that go beyond participant observation of their courtroom interactions. Working together with the judges who give decisions on cases, we claim, can provide scope for both critical reflection and applied problem-solving.