Dr. Henrike Simon erforscht den Schutz und die Erhaltung von Kulturgut angesichts wachsender Bedrohungen durch Konflikte, Naturkatastrophen und Vernachlässigung. Sie arbeitet an Strategien und Governance-Modellen, um kulturelles Erbe vor Ort zu sichern und dabei lokale Gemeinschaften einzubeziehen. Ihre Forschung verbindet praktische Maßnahmen zur Prävention mit institutionellen und internationalen Rahmenbedingungen für Kulturgutschutz — relevant für Museen, Denkmalschutzorganisationen, UNESCO und staatliche Kulturinstitutionen sowie für Katastrophenvorsorge und Wiederaufbau.
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Dr. Henrike Simon
HU-FIS-Profil ↗Die Zerstörung der antiken Stadt Palmyra in Syrien, die verheerenden Brände im Nationalmu-seum von Rio de Janeiro und in der Kathedrale Notre-Dame de Paris haben auf tragische Weise vor Augen geführt, wie fragil unser kulturelles Erbe ist. Gerade die jüngsten Ereignissezeigen: Kulturgutschutz beginnt vor Ort und geht uns alle etwas an.Kulturgut ist Ausdruck menschlicher Schaffenskraft und hat einen nennenswerten Einfluss aufdie Ausbildung nationaler und kollektiver Identitäten – ganz gleich, ob es sich dabei um unbewegliche, bewegliche oder immaterielle Kulturgüter handelt. Sie vor Zerstörung, Plünderungen, Unterschlagung oder Diebstahl zu schützen, sie allgemein zugänglich zu machen und fürnachfolgende Generationen zu bewahren, ist eine große globale Herausforderung. Doch wiefunktioniert Kulturgutschutz in der Praxis? Welche Akteure treten in Erscheinung? Und welche Rolle spielen dabei die Altertumswissenschaften bzw. die ihnen zuzurechnenden ‚kleinenFächer‘?Mit dem beantragten Projekt sollen Antworten auf diese Fragen geliefert werden, die im gesellschaftlichen Diskurs selten thematisiert werden. Verständlich und dabei anregend werden Hintergründe und Zusammenhänge präsentiert. Dabei wird ganz deutlich, wie entscheidend der Beitrag der Altertumswissenschaften zum Schutz von Kulturgütern ist, wie unverzichtbar ihr Wissensfundus und ihre Kompetenzen sind. Anhand des gewählten Themas wird die inter-disziplinäre Arbeitsweise der Altertumswissenschaften offensichtlich und die Anschlussfähigkeit ihrer Forschung an aktuelle, gesellschaftlich relevante Themen sichtbar gemacht.Zur Umsetzung der Ziele werden im Projekt verschiedene analoge und digitale Maßnahmender Wissenschaftskommunikation durchgeführt. Im Zentrum steht die Entwicklung des kooperativen Planspiels ‚Taskforce: Saving Antiquities‘, ein Spiel, in dem modellhaft reale Hand-lungsspielräume und Entscheidungsstrukturen simuliert werden sollen, die für die Arbeit mitKulturgut grundlegend sind. Auf diese Weise werden Nutzerinnen und Nutzern spielerischkomplexe Prozesse von Bewahrung bis Restitution vermittelt. Eine Projektwebsite stellt zusätzliche Hintergrundinformationen bereit, die Anreize zur Auseinandersetzung mit demThema schafft und die Möglichkeit bietet, Detailwissen eigenständig zu vertiefen.Das geplante Projekt profitiert bei der praktischen Umsetzung ganz erheblich von der besonderen Vernetzung, die am Wissenschaftsstandort Berlin zwischen den ansässigen altertumswissenschaftlichen Forschungseinrichtungen und ihren Partnern existiert. Das Projekt wird von der Humboldt-Universität zu Berlin (Berliner Antike-Kolleg) und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (Gamedesign) gemeinsam mit dem Ägyptischen Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz durchgeführt.
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