Dr. Machicao y Priemer erforscht, wie Sprache Register und soziale Bedeutungen in ihrer grammatischen Struktur verankert. Sein aktueller Fokus liegt auf der Frage, wie formale Grammatikmodelle (HPSG) Phänomene wie Registervariation, Topic Drop oder Pronomenabweichungen abbilden können — also warum Menschen in bestimmten Kontexten anders sprechen und wie das in der Grammatik selbst sichtbar wird. Er kombiniert dafür empirische Methoden (Experimente, Korpusanalysen) mit formalen linguistischen Theorien und arbeitet dabei mit mehreren Sprachen (Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Koreanisch). Für Unternehmen und öffentliche Institutionen relevant ist dies für Sprachverarbeitung, Chatbot-Design, automatische Spracherkennung und Sprachlerntools — überall dort, wo es darauf ankommt, dass Systeme verstehen, dass ein und dieselbe Äußerung je nach Kontext, Sprecher und Register unterschiedliche Bedeutung hat.
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Dr. phil. Antonio Machicao y Priemer
HU-FIS-Profil ↗Förderer: DFG Sonderforschungsbereich Zeitraum: 01/2024 - 12/2027 Projektleitung: Dr. phil. Antonio Machicao y Priemer, Prof. Dr. Stefan Müller
Proceedings of the International Conference on Head-Driven Phrase Structure Grammar · DOI
German topic drop clauses are a subtype of declarative clauses where the initial position (usually filled by an overt constituent) is left empty. It is often noted that topic drop appears mainly in specific registers (e.g. spoken dialogues), but this claim has neither been previously experimentally validated, nor formally implemented. In this paper, we report the results of a matched-guise study which indicate that the syntactic variation between topic drop and regular V2 declaratives in fact correlates with different social meanings, leading to the register variation postulated in the literature. In order to model German speakers' grammatical and register knowledge about topic drop in HPSG we propose, (i) a unified grammatical constraint that licenses topic drop structures, (ii) a formal theory of register that treats social meanings as a type of use-conditional content subject to compositional rules.
Das Buch ist eine abgeschlossene Einführung in das Framework der Head-Driven Phrase Structure Grammar. In einem einführenden Kapitel wird der Übergang von einfachen Phrasenstrukturgrammatiken zu den komplexeren Repräsentationen mit Merkmalbeschreibungen motiviert. Das zweite Kapitel führt allgemein verständlich in den Formalismus der Merkmalstrukturen ein. In den verbleibenden Kapiteln werden phänomenbezogen verschiedene Grammatikbereiche diskutiert, wobei die Analysen jeweils für das Deutsche ausgearbeitet werden. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf syntaktischen Phänomenen (Konstituentenstruktur, Konstituentenstellung, Kasus, Passiv, Kongruenz, Verbalkomplex und Partikelverben), die Morphologie (Flexion und Derivation) wird aber ebenfalls behandelt, und es wird gezeigt, wie die Bedeutung morphologischer und syntaktischer Konstruktionen kompositional bestimmt werden kann. In den Analyseabschnitten wurde bewußt auf die Diskussion von Alternativen verzichtet. Den Alternativen ist jeweils ein eigener Abschnitt gewidmet, der dem fortgeschrittenen Leser den Vergleich mit anderen HPSG-Ansätzen aber auch mit Ansätzen aus der Konstruktionsgrammatik (CxG), der Lexikalisch-Funktionalen-Grammatik (LFG) und mit Varianten der Government & Binding-Theorie (GB) ermöglichen soll. Bei der Diskussion der Alternativen spielen sowohl formale Eigenschaften der jeweiligen Theorien als auch empirische Befunde aus dem Deutschen und anderen Sprachen eine Rolle.
Glossa a journal of general linguistics · DOI
Since Abney (1987), the DP-analysis has been the standard analysis for nominal complexes, but in the last decade, the NP analysis has experienced a revival. In this spirit, we provide an NP analysis for German nominal complexes in HPSG. Our analysis deals with the fact that relational nouns assign case and theta role to their arguments. We develop an analysis in line with selectional localism (Sag 2012: 149), accounting for the asymmetry between prenominal and postnominal genitives, as well as for the complementarity between higher arguments and possessives, providing a syntactic and semantic analysis.