Dr. Bernd Kasparek erforscht die Geschichte und Gegenwart von Arbeitsmigration, insbesondere die Folgen des Anwerbestopps von 1973 in Westdeutschland. Sein Fokus liegt auf subjektorientierten, lebensweltlichen Perspektiven von Migrantinnen und Migranten — also auf deren eigenen Erfahrungen und Handlungsfähigkeit statt auf institutionelle oder politische Makro-Narrative. Für Unternehmen, Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen kann diese Forschung helfen, Migrationsdebatten faktengestützt und differenzierter zu führen sowie historische Kontinuitäten in der Arbeitsmarktpolitik zu verstehen. Die Arbeit ist relevant für Arbeitsmarktpolitik, Integrationspolitik und die Geschichtsaufarbeitung von Nachkriegsdeutschland.
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Dr. Bernd Kasparek
HU-FIS-Profil ↗Im Jahr 2023 jährt sich der Anwerbestopp für Arbeitsmigration in Westdeutschland zum fünfzigsten Mal. Die wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Auseinandersetzung mit diesem Thema ist von vielen Verkürzungen geprägt. In der Auseinandersetzung mit dem Anwerbestopp fehlen häufig subjektorientierte lebensweltliche Perspektiven.Die Humboldt-Universität und das FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum wollen sich gemeinsam mit der Geschichte und den Auswirkungen des Anwerbestopps 1973 in West-Berlin mit Fokus auf Kreuzberg auseinandersetzen. Dabei sollen wissenschaftliche, zivilgesellschaftliche und kulturinstitutionelle Zugänge zusammengeführt werden, um einen neuen Blick auf soziale Ungleichheiten, Diskriminierungen und asymmetrische Machtverhältnisse in der Migrationsgesellschaft zu ermöglichen. Der erste Ansatzpunkt liegt bei denjenigen, die unmittelbar mit den politischen Entscheidungen, gesellschaftlichen Debatten und sozialen Auswirkungen des Anwerbestopps konfrontiert waren und sind. Ein solcher Zugang ist geeignet, die sozialen, politischen und kulturellen Auswirkungen des Anwerbestopps in Bezug auf die heutigen gesellschaftlichen Verhältnisse zu verstehen.
movements Journal für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung · DOI
Die vorliegende movements-Ausgabe widmet sich im Schwerpunkt den Entwicklungen rund um Flucht, Migration, Rassismus und Grenzpolitiken im Kontext des Kriegs in der Ukraine. Nachdem wir zunächst geplant hatten, schnell und mit kurzen, aktuellen Analysen zu erscheinen, haben wir uns entschieden, der differenzierteren Analyse der Verhältnisse mehr Raum und Zeit zu geben und dafür auszuhalten, late to the party zu sein. Der Krieg hält nun, während wir das Editorial schreiben, unerträglicherweise schon seit zwanzig Monaten an. In der Wissenschaft sind zwanzig Monate ein vergleichsweise kurzer Zeitraum, um Forschungsergebnisse zu generieren. Darum danken wir unseren Autor*innen in besonderer Weise für ihren engagierten Einsatz für diese movements-Ausgabe und freuen uns über die Beiträge zu Migrationspolitik, Rassismus und solidarischen Praktiken in Deutschland im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg.