Andreas Eckert erforscht die Geschichte von Arbeit in Afrika seit 1945 mit Fokus auf formale, informelle und prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Sein aktueller Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung, wie postkoloniale Staaten, Arbeiterschaft und Arbeitskonflikte zusammenhängen — etwa am Beispiel des indischen Eisenbahnstreiks von 1974. Parallel betreibt er kollaborative Provenienzforschung zu afrikanischen Sammlungen in Museen und untersucht, wie liberale Ordnungsvorstellungen in verschiedenen Gesellschaften umstritten sind. Für Organisationen und öffentliche Institutionen relevant sind seine Erkenntnisse zur Arbeitsmarktgeschichte, zum Umgang mit kolonialem Erbe in Sammlungen und zur Governance in postkolonialen Kontexten.
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Prof. Dr. phil. Andreas Eckert
HU-FIS-Profil ↗Das Gesamtprojekt behandelt die Entwicklung der von Regionalwissenschaften/Area Studies in ihrem Verhältnis zur Geschichtswissenschaft vergleichend für Nordamerika und Deutschland vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart. Verglichen werden die Förderpraxis der großen Drittmittelgeber (Stifungen in den USA und Notgemeinschaft/DFG), die Verflechtungen von Politik und Regionalwissenschaften sowie die Integration der Ergebnisse der Regionalwissenschaften/Area Studies in die akademische Lehre Historischer Institute. Das Teilprojekt untersucht für den deutschen Fall exemplarisch die Afrikaforschung und konzentriert sich auf die Notgemeinschaft/DFG, die eine herausragende Rolle im deutschen Wissenschaftssystem einnahm. Die Geschichte der DFG bietet an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik einen vielsprechenden Einblick in die staatliche Forschungsförderung der Afrikawissenschaften.
Die Frage nach den Impulsen für den Zerfall der europäischen Kolonialreiche nach dem Zweiten Weltkrieg ist eng mit der Rolle der spätkolonialen Eliten verbunden. Im Fokus dieses Projektes stehen die Lebens- und Repräsentationswelten der urbanen Eliten in Zentral- und Westafrika in der Übergangsphase von der spätkolonialen Ära in die Dekolonisation. Diese Periode war von rapidem sozialem und politischem Wandel geprägt. Wie suchten die Akteure diesen Wandel zu fassen, und wie entwickelten sich neue politische Handlungsräume und Repräsentationen? Die Kommunikation zwischen afrikanischen Eliten und europäischen Kolonialherren wandelte sich, beide Seiten standen in einem freilich hierarchischen Dialog miteinander. Hier kam es zu diversen Austauschprozessen; es entstand eine politische Dynamik, die zum Dekolonisationsprozess beitrug. Diese soll mit einem transregionalen und auch transkontinentalen Blick betrachtet werden. Afrikanische Moderne wird hier als eine Auseinandersetzung afrikanischer Gesellschaften mit dem Wandel infolge des europäischen Kolonialismus verstanden und in zwei Projekten untersucht: als Adaption europäischer Konsumwelten sowie als lokale Lesart metropolitaner Diskurse. Die zentrale Quellengrundlage bilden Zeitschriften, die ungefähr zwischen 1945 und 1960 für und teils auch von afrikanischen Eliten gemacht und in Afrika verbreitet wurden.
Palgrave Macmillan UK eBooks · DOI
Writing an overview about the history of social movements in Africa is mainly an exercise in producing whipped cream out of skimmed milk. Not only does Africa remain largely absent from social science research using a social movement perspective. Social movement theory largely focuses on social political movements in Europe, North and South America and tends to neglect the African continent, with the exception of South Africa. This article argues that social movements in Africa have been often discussed in the framework of ‘civil society’, a concept that recently lost much of its appeal to Africanists. It then presents the main questions that emerged from social movement approaches and discusses how the date we have on contemporary social movements in Africa relate to general debates in the field. The last part is devoted to labour movements in late colonial Africa, that have a lot to say to social movement approaches but were rarely discussed within this framework.
Slavery and Abolition · DOI
Cambridge University Press eBooks ·
Herausbildung, Wirkungen und eventuelle Einebnungen struktureller Besonderheiten in der Wissenschaftsentwicklung eines Landes lassen sich nur durch vergleichende Untersuchungen ermitteln. Unser Projekt konzentriert sich erstens auf den Vergleich der Konfigurationen in den Humanwissenschaften der beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften und ordnet diesen zweitens in einen Vergleich mit West- und Ostmitteleuropa ein. Der Komplex der Humanwissenschaften wird über die Behandlung außereuropäischer Entwicklungen erschlossen. Über die Konzipierungen außereuropäischer Entwicklungen beabsichtigen wir erstens innerwissenschaftliche Veränderungen, zweitens Paradigmatisierungen verschiedener Geschichts-, Kultur- und Gesellschaftskonzepte in den Humanwissenschaften und drittens weit über die akademische Wissenschaft hinausreichende gesellsch. Selbstbeschreibungen im Spiegel des "Fremden" zu erfassen.
Neither Cameroon nor Tanganyika ever belonged to the most important coffee producers in Africa, let alone in the world. However, coffee was crucial to the economic, social, and cultural transformation of some African societies during the first half of the twentieth century. In this chapter, I compare the Kilimanjaro region of Northern Tanganyika and the highlands of West Cameroon, giving special consideration to two basic factors of production: land and labor. These two regions were centers of coffee production in colonial times, and kept this role after independence. The chapter aims to demonstrate how both internal factors and external political and economic interests led to specific land and labor patterns.