Dr. Jan Stuckatz erforscht die Massenbasis des Nationalsozialismus durch die systematische Auswertung von Entnazifizierungsfragebögen aus den amerikanischen und französischen Besatzungszonen (1945–1949). Er erschließt diese historischen Primärquellen als strukturierte Längsschnittdaten und analysiert sie, um zu verstehen, welche individuellen und sozialen Faktoren Deutsche zur Unterstützung und zum Beitritt zur NSDAP bewogen haben. Das Projekt verbindet digitale Quellenerschließung mit quantitativen Analysemethoden und schafft damit eine Forschungsinfrastruktur, die zeithistorischen Fragen auf Basis großer Personendatensätze nachgeht. Für Archive, Gedächtnisinstitutionen und die Geschichtswissenschaft eröffnet dies neue Möglichkeiten, Massenphänomene der NS-Zeit evidenzbasiert zu untersuchen.
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Dr. Jan Stuckatz
HU-FIS-Profil ↗Was brachte die Deutschen dazu, die NSDAP zu unterstützen und ihr beizutreten? In diesem Projekt schlagen wir vor, Längsschnittdaten auf individueller Ebene aus den Entnazifizierungsfragebögen (Fragebogen) zu erheben und auszuwerten, die zwischen 1945 und 1949 in der französischen und der US-amerikanischen Besatzungszone Deutschlands verteilt wurden. Die Fragebögen enthalten detaillierte Informationen über frühere Mitgliedschaften in NS-Organisationen, retrospektive Wahlprotokolle sowie akademische und berufliche Werdegänge, Einkommen, Vermögen und andere soziodemografische Daten. Das Projekt wird zu unserem Verständnis der individuellen Motivationen beitragen, für rechtspopulistische Bewegungen zu stimmen und sich an ihnen zu beteiligen. Es wird außerdem die politikwissenschaftliche, wirtschaftliche und historische Darstellung des Abrutschens der Weimarer Republik von der Demokratie in die Diktatur ergänzen. Darüber hinaus werden die Daten in einer relationalen Datenbank über eine Web-Plattform für Wissenschaftler und Bürger zugänglich gemacht.
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